NABU-Naturschutzmacher*innenfonds schließt Finanzierungslücke

Naturschutzarbeit vor Ort ermöglichen

Mit dem Naturschutzmacher*innenfonds möchte der NABU-Bundesverband lokale Naturschutzprojekte von NABU-Gliederungen in ganz Deutschland unterstützen.
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Die mehr als 70.000 ehrenamtlich Aktiven des NABU leisten überall in Deutschland unglaublich wertvolle Naturschutzarbeit in lokalen Artenschutzprojekten, zum Beispiel beim Aufstellen von Nisthilfen oder bei der Pflege von Streuobstwiesen. Doch manchmal fehlt es an Dingen, für die es schwierig ist, finanzielle Mittel aufzutreiben. Hierzu zählen beispielsweise Werkzeuge oder Maschinen, die zur Pflege dieser Streuobstwiesen benötigt werden, die Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse oder handwerkliche Unterstützung bei der Instandhaltung von Zäunen. Mit dem Naturschutzmacher*innenfonds schafft der NABU-Bundesverband nun eine neue Finanzierungsmöglichkeit, um Naturschutzprojekte von NABU-Gliederungen in ganz Deutschland zu unterstützen.

Auch wenn zurzeit einige neue Fördermöglichkeiten aufgelegt werden, zum Beispiel das Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz oder nationale Artenhilfsprogramme, passen viele Dinge, die in den NABU-Gruppen gebraucht werden, nicht in vorhandene Förderprogramme. Außerdem sind die Antragsverfahren langwierig und bei Großprojekten müssen die Naturschützer*innen noch eigene Mittel mitbringen, die sogenannten Eigenanteile. Auch das sind Hindernisse, die in den NABU-Gruppen vor Ort oft nicht gestemmt werden können.

Hier setzt der Naturschutzmacher*innenfonds an: In einem schlanken Verfahren können sich NABU- oder NAJU-Gruppen mit ihrer Projektidee um Beträge zwischen 5.000 und 25.000 Euro bewerben. Die Auswahl erfolgt quartalsweise. Die Projekte werden von den Fachreferent*innen der jeweiligen Landesverbände auf ihre naturschutzfachliche Notwendigkeit überprüft. Die finale Auswahl der förderfähigen Projekte trifft eine Vergabekommission. Im Jahr 2023 stehen insgesamt 500.000 Euro für Naturschutzprojekte vor Ort zur Verfügung.

Aus dem Naturschutzmacher*innenfonds können darüber hinaus auch Eigenanteile finanziert werden, die für die Durchführung großer, drittelmittelgeförderter Projekte aufgebracht werden müssen. Und auch die Kosten, die bei der Beantragung zum Beispiel für die professionelle Entwicklung solcher großen Projekte entstehen, können vom Naturschutzmacher*innenfonds übernommen werden. Auf diese Weise möchte der NABU langfristig noch mehr große Naturschutzprojekte umsetzen.

Der Fonds trifft offenbar genau die Bedürfnisse der NABU-Gruppen vor Ort: Bereits in der ersten Runde haben sich 28 lokale Projekte beworben.

Weitere Infomationen

Weiterführende Infos und Einzelheiten sowie Formulare zur Antragsstellung finden Sie im NABU-Netz, das nur NABU-Mitgliedern und NABU-Gruppen zugänglich ist. Hier ist eine vorherige Registrierung erforderlich.

Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an .

Zum Naturschutzmacher*innenfonds

Was der Naturschutzmacher*innenfonds bislang ermöglichen konnte

Unsere geförderten Projekte – eine Auswahl

Winterquartier für Fledermäuse - Projekt der Fachgruppe BatCity Berlin

Die Fachgruppe BatCity Berlin nutzte den Naturschutzmacher*innenfonds, um eine Kellerruine als Fledermaus-Winterquartier auszubauen. Dabei erhielt sie tatkräftige Unterstützung von Ehrenamtlichen mehrerer Bezirksgruppen und des Naturschutzamtes Spandau (Untere Naturschutzbehörde). Im vergangenen Winter wurden in dem Keller neun Tiere gefunden, jedoch schien das Potenzial damit nicht ausgeschöpft zu sein. Während der Arbeiten verschlossen die Ehrenamtlichen und Gruppenmitglieder alle Öffnungen des Kellers so, dass nur eine Ein- beziehungsweise Ausflugsöffnung übrigblieb. Somit ist der Keller vor ungewolltem Betreten geschützt. Außerdem brachten die Gruppenmitglieder künstliche Verstecke an und erhöhten so das Quartierangebot für die Fledermäuse. Bei einem NABU-Aktionstag befreiten die Ehrenamtlichen und Gruppenmitglieder gemeinschaftlich den Außenbereich des Kellers von Müll, die Entmüllung des Innenraums setzte der Eigentümer um.

Wiederansiedlung von Rebhühnern in der Uckermark - Projekt des NABU Templin

In der westlichen Uckermark hat der Anteil an ökologischer Landwirtschaft in den letzten Jahren zugenommen. Die reich strukturierte Landschaft bietet günstige Lebensbedingungen für Rebhühner, die hier wieder angesiedelt werden. Die Wiederansiedlung läuft seit einigen Jahren erfolgreich, nun sollen vier weitere Gebiete dazu kommen. Die Mitglieder des NABU Templin haben mittels des Naturschutzmacher*innenfonds einen neuen Aufzuchtraum und das Material für die Auswilderungsvolieren gekauft. Die langwierige Aufzucht und die Auswilderung sind sehr arbeitsaufwendig. Diese Aufgabe teilen sich die freiwilligen Helfer*innen des NABU Templin.

Artenschutzmaßnahmen am NaturErlebnisHaus Leutratal - Projekt der NAJU Jena

Mitten im Wald gelegen und von Muschelkalkhängen umgeben, ist das NaturErlebnisHaus Leutratal der perfekte Ausgangspunkt zum Naturentdecken. Auf dem ein Hektar großen Areal rund um das NaturErlebnisHaus schafft die NAJU Jena mit Hilfe des Naturschutzmacher*innenfonds durch die Entsiegelung von Flächen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Unter anderem wandeln sie dabei einen alten Betonpool in ein naturnahes Feuchtbiotop um. Mit Hilfe einer Landschaftspflegefirma ließen sie alte Brückenpfeiler an der Leutra entfernen, die die natürliche Entwicklung des Bergbachs behinderten. Die Natursteine, die durch den Abriss gesichert wurden, sollen für Lesesteinhaufen oder Trockenmauern genutzt werden. Zusätzlich erweiterten sie einen kleinen Tümpel, in dem im Frühjahr Grasfrösche Laichballen abgelegt hatten.

Impressionen weiterer Projekte im Überblick