Mehr Wassersicherheit und biologische Vielfalt

Amazon Webservices

Im Vogelsberg starten der NABU, Amazon und Microsoft eine langfristige Zusammenarbeit bis 2038 für die Projekte „Alte Hasel“ und „Eisenbachaue“ bei Herbstein. Ziel ist die Stärkung des Landschaftswasserhaushalts sowie der Biodiversität in der Region.
  • Artikel
  • Lesedauer: 1 Min.
Alte Hasel bei Herbstein im Vogelsberg
Alte Hasel bei Herbstein im Vogelsberg© Foto: NABU / Maik Sommerhage

Der Vogelsberg ist eine einzigartige Kulturlandschaft: Als größtes zusammenhängendes Vulkangebiet Mitteleuropas prägt das Mittelgebirge eine abwechslungsreiche Landschaft aus kleinen Tälern, Bächen, landwirtschaftlich genutzten Flächen und Dörfern. Das vergleichsweise kühle Klima macht die Region zudem zu einem potenziellen Rückzugsraum für Arten, die in tiefer gelegenen Gebieten zunehmend unter den Folgen der Klimakrise leiden. Außerdem ist die Region ein wichtiges Wassergewinnungsgebiet für die Stadt Frankfurt am Main.

Gleichzeitig ist die Landschaft vielerorts durch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung geprägt. In einigen Bereichen wurden kleine Fließgewässer in der Vergangenheit vertieft und begradigt, um Flächen zu entwässern und die Bewirtschaftung zu erleichtern. Dadurch gingen wichtige Strukturen verloren, die für den natürlichen Wasserhaushalt und die biologische Vielfalt von großer Bedeutung sind.

Landschaftswasserhaushalt stabilisieren, wertvolle Lebensräume wiederherstellen

Hier setzen die Projekte „Alte Hasel“ und „Eisenbachaue“ bei Herbstein an. Ein zentraler Bestandteil ist zunächst die Sicherung geeigneter Flächen durch die NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe als Grundlage für die schrittweise Umsetzung der naturbasierten Maßnahmen. 80 ha sollen angekauft, davon 40 ha in beweidetes Feuchtgrünland umgewandelt werden.  Perspektivisch sollen im Rahmen der Renaturierungsmaßnahmen Drainagesysteme entfernt und die Ufer naturnah gestaltet werden. Des Weiteren sollen Flachwasserzonen (u. a. durch Grabentaschen und Flutmulden) geschaffen werden. Ergänzend ist eine extensivere Nutzung von Grünland vorgesehen – dies alles in Kooperation mit der Stadt Herbstein, den zuständigen Behörden sowie den Landwirt*innen vor Ort. Mit der Universität Marburg/Lahn laufen zudem bereits Gespräche für Forschungsarbeiten.

Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, Wasser länger in der Landschaft zu speichern, den natürlichen Landschaftswasserhaushalt zu stabilisieren und die Wasserqualität zu verbessern. Gleichzeitig werden wertvolle Lebensräume wiederhergestellt und ökologisch aufgewertet. Durch die Entwicklung von Feuchtgebieten und eine angepasste Bewirtschaftung sollen zudem Nährstoffeinträge in Gewässer reduziert werden.

Monitoring dokumentiert Erfolge für Wasserhaushalt und Artenvielfalt

Die Wirkung der Maßnahmen wird langfristig von der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe wissenschaftlich begleitet. Zwischen 2028 und 2038 sind regelmäßige Wirksamkeitskontrollen zur Erfassung der wasserbezogenen Effekte vorgesehen. Ergänzend werden im Rahmen eines ökologischen Monitorings unter anderem Säugetiere, Vögel, Insekten, Amphibien und Reptilien untersucht. So lässt sich nachvollziehen, wie sich die Lebensräume entwickeln und welche positiven Effekte die Maßnahmen auf die biologische Vielfalt haben.

Zum Unternehmen

Amazon Web Services (AWS) ist ein Geschäftsbereich von Amazon und seit 2006 Anbieter von Cloud-Computing- und digitalen Infrastrukturdienstleistungen. AWS bietet unter anderem Rechen-, Speicher- und Datenbanklösungen sowie Anwendungen für künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Datenanalyse an. In Deutschland ist AWS mit eigenen Infrastrukturen und Rechenzentrumsstandorten präsent. AWS strebt an, bis zum Jahr 2030 wasserpositiv zu werden, das heißt, den Gemeinden und der Umwelt mehr Wasser zurückzugeben, als im direkten Betrieb verbraucht wird.

Mehr zur Wasserstrategie von AWS