Wo Natur ist, wächst Zukunft
NABUsalon 2025: Starke Zivilgesellschaft, starker Naturschutz
Passend zur aktuellen Weltlage begrüßten die Co-Bundesgeschäftsführer*innen Susanne Baumann und Ingo Ammermann die Gäste des 31. NABUsalons bei leicht stürmischem Wetter unter dem Motto: Wo Natur ist, wächst Zukunft. Die Natur sei – gerade in diesen herausfordernden Zeiten – das Fundament, auf dem unsere Lebensqualität und unser Wohlstand fußt. Dieses Fundament zu schützen, ist seit nunmehr 126 Jahren Hauptaufgabe des NABU.
Zu oft würde der Naturschutz als Gegner von Fortschritt und Wirtschaft dargestellt, dabei sei er genau das Gegenteil, argumentierte NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger in seiner Begrüßungsrede. Er sei die grundlegende Bedingung für einen prosperierenden Wirtschaftsstandort Deutschland.
Auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) mahnte, dass die ökologische Frage nicht „zur Spaltungsfrage zwischen Arm und Reich“ geraten dürfe, sondern die vordringlichste Aufgabe sei. Er sicherte den Natur- und Umweltschützer*innen vor rund 160 Gästen seine „volle Unterstützung“ zu.
Ein klares Bekenntnis zum Naturschutz
Bundesumweltminister Schneider geht in seiner Rede aber noch weiter: „Mit mir wird es keine Abstriche beim Natur- und Umweltschutz in Deutschland geben.“ Worte, die nicht nur Mut machen, sondern auch großen Applaus und Zustimmung bei den Gästen erfahren.
Mut mache aber auch die Energie und Leidenschaft, mit der im NABU ehrenamtlich Aktive jedes Jahr gut drei Millionen Arbeitsstunden verrichten, sagte NABU-Präsident Krüger. Keiner kenne die Natur in Deutschland so gut wie sie. Denn die Veränderung, die wir hierzulande brauchen, starte nicht auf Druckknopf im politischen Berlin. Sie beginne in kleinen Schritten, aus der Mitte der Gesellschaft heraus.
Deutschland komme dabei im internationalen Kontext eine führende Rolle zu, so Schneider. „Wenn wir bei den Klimaschutzzielen und der Wiederherstellungsverordnung klar bleiben, nicht zurückweichen und diese auch umzusetzen, dann folgt uns auch die Europäische Union und vielleicht ein großer Teil der Welt.“ Er schaue zudem zuversichtlich auf den gerade beschlossenen Bundeshaushalt – das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz sei gesichert und die Finanzierungsbedarfe für den Natur- und Umweltschutz seien gut abgebildet.
Für einen effektiven Naturschutz braucht es aber nicht nur ausreichend finanzielle Mittel, sondern auch Platz für die Natur. Neben der klassisch verstandenen Infrastruktur in Form von Straßen, Gewerbegebieten und Mobilmasten ist die Vernetzung von kleinen und großen Lebensräumen unerlässlich.
Zukunft wird von den Mutigen gemacht
Ebenso unverhandelbar für das Allgemeinwohl sind eine starke Demokratie und Zivilgesellschaft. Hier kommt laut Krüger den Politiker*innen eine große Verantwortung zu: Sie müssen die Kraft des Ehrenamts erhalten und ein „klares Zeichen für eine starke Zivilgesellschaft und Engagement“ setzen. Um das Ehrenamt effektiv zu fördern, gehöre zum einen bürokratische Hürden bei Fördermitteln abzubauen – beispielsweise in Form von mehr Pauschalen und vereinfachten Nachweispflichten und Nichtigkeitsgrenzen.
Wie prägend und wichtig das Ehrenamt sein kann, zeigt auch der ehemalige Fußballnationalspieler Philipp Lahm. Als „Spielführer des Ehrenamts“ setzt er sich mit seiner Initiative treffpunkt verein für die Förderung des Ehrenamts ein und hat mit dem NABU das Projekt „Wasser vereint“ ins Leben gerufen. Gemeinsam machen sie auf den verantwortungsvollen Umgang mit der lebenswichtigen Ressource Wasser aufmerksam – egal ob in der Duschkabine oder bei der Platzpflege.
Ein ganz anderer, aber ebenso wichtiger und zukunftsweisender Weg liege in gesellschaftsübergreifenden Zielen und Allianzen, so Krüger. Er forderte die Gäste auf, „eine mutige Koalition zu bilden, in der wir die Zukunft von Deutschland voranbringen können“.
Am Ende des Abends sind sich alle einig: Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen der Natur- und Klimakrise meistern.