NABU-Aktivitäten zum Schutz des Schneeleoparden

Engagement für den Geist der Berge

Mit verschiedenen Umweltbildungsangeboten, politischer Arbeit vor Ort und der Anti-Wilderer-Einheit „Gruppa Bars“ leistet der NABU heute einen wichtigen Beitrag zur Rettung der bedrohten Großkatze.

Sein Engagement zum Schutz der Schneeleoparden startete der NABU Ende der 1990er Jahre in Kirgisistan, wo er auch heute noch hauptsächlich aktiv ist. Aufgrund massiver Wilderei nahmen die Schneeleoparden-Bestände in dieser Zeit rapide ab. Einige Kirgisen versuchten, sich durch Wilderei und den Verkauf von Schneeleoparden und deren Fellen ein Einkommen zu sichern, denn allein ein Fell erzielte einen Gewinn in Höhe von mehreren Jahreseinkommen. So schrumpfte die Anzahl der Schneeleoparden in Kirgisistan von einst etwa 800 Tieren auf etwa 150 bis 200 Tiere um die Jahrtausendwende. Heute schätzt man den Bestand auf wieder etwa 300 Tiere.

Mit verschiedenen Umweltbildungsangeboten, politischer Arbeit vor Ort und der Anti-Wilderer-Einheit „Gruppa Bars“ leistet der NABU heute einen wichtigen Beitrag zur Rettung der bedrohten Großkatze. 2001 wurde ein Vertrag mit der kirgisischen Regierung abgeschlossen, im Jahr 2010 eröffnete die NABU-Filiale in Bischkek mit derzeit insgesamt 21 Mitarbeiter*innen. Das NABU-Umweltbildungszentrum mitten im Kara-Kujur-Tal in Kirgisistan, umgeben von den Bergketten des Nördlichen Tian-Shan, wurde 2018 eröffnet.

So war der Parlamentarische Abend in Berlin

30 Jahre deutsch-zentralasiatische Beziehungen

20. September 2022 - Der NABU engagiert sich seit fast 30 Jahren in Zentralasien für Naturschutz und nachhaltige Regionalentwicklung: Ein Schwerpunkt ist der Schneeleopardenschutz. Am 20. September fand daher der Parlamentarische Abend in der NABU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin statt: Eine gute Möglichkeit, nicht nur um auf die letzten drei Jahrzehnte zurückzublicken, sondern auch, um gemeinsam neue Pläne zu schmieden. Denn Zentralasien ist besonders von der Klimakrise betroffen. Gletscher schmelzen, Wasserknappheit und Extremwetterereignisse nehmen zu. Das schadet Mensch und Natur.

Gemeinsam mit Vertreter*innen der Botschaften von Kasachstan, Kirgisistan, der Mongolei, Tadschikistan und Usbekistan hat der NABU über die zukünftigen Herausforderungen im Natur- und Klimaschutz in Zentralasien diskutiert und zu neuen gemeinsamen Projektideen angeregt.

In den Partnerländern kooperiert der NABU mit staatlichen Umweltbehörden, wissenschaftlichen Einrichtungen und Universitäten für die Aus- und Fortbildung von Beschäftigten im Natur- und Umweltschutz Außerdem unterstützen wir Fachkräfte bei der Umsetzung von Artenschutzprojekten und dem Aufbau von Großschutzgebieten. Daher ist der NABU auch Partner in der Initiative „Green Central Asia“ des Auswärtigen Amtes – als Teil einer präventiven und stabilisierenden Außenpolitik und um die Zentralasienstrategie der Europäischen Union zu unterstützen.

Beim Parlamentarischen Abend haben alle Vertreter*innen der anwesenden Botschaften ihren Willen zu einer zukünftigen Zusammenarbeit erneut bekräftigt. Die enge Kooperation mit dem NABU gilt als Chance, die globalen Herausforderungen für den Umwelt- und Naturschutz gemeinsam anzugehen.