Elfenbeinküste und Nigeria: Schutz von Zugvögeln in zwei afrikanischen Biosphärenreservaten

Das Projekt AfriBiRds

In Kooperation mit BirdLife und lokalen Partnern hatte der NABU das AfriBiRds-Projekt ins Leben gerufen. In zwei Pilotregionen in Afrika wurde dabei ein Vogelmonitoringsystem etabliert und getestet, das einen Beitrag für den weltweiten Zugvogelschutz leistete.
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Jedes Jahr legen afro-paläarktische Zugvögel Tausende Kilometer zwischen ihren afrikanischen Überwinterungs- und europäischen Brutgebieten zurück. Auf ihrer Reise sind sie enormen Herausforderungen ausgesetzt: Stürme, Hitze, lange Flugstrecken über die Sahara und das Mittelmeer. Doch die Natur ist nicht die größte Gefahr für die Vögel – Lebensraumzerstörung, Vogeljagd und Kollisionen mit Infrastruktur bedrohen ihre Bestände. Gleichzeitig fehlen in Afrika verlässliche Monitoring-Systeme, um die Entwicklungen der Populationen genau zu verstehen.

Das vom NABU koordinierte AfriBiRds-Projekt setzte hier an. Ziel war es, ein langfristiges Vogelmonitoring zu etablieren und Schutzmaßnahmen für Zugvögel in zwei afrikanischen Biosphärenreservaten zu fördern: dem Comoé-Biosphärenreservat in der Elfenbeinküste und dem Omo-Biosphärenreservat in Nigeria. Denn nur mit fundierten Daten lassen sich Rückgänge rechtzeitig erkennen und gezielte Schutzmaßnahmen entwickeln.

Projektziele und Aktivitäten

  • Entwicklung und Implementierung eines standardisierten Vogelmonitorings für afro-paläarktische Zugvögel.
  • Schulung lokaler Naturschützer*innen zur Erhebung verlässlicher Langzeitdaten.
  • Unterstützung von Schutzmaßnahmen für Zugvögel in UNESCO-Biosphärenreservaten.
  • Aufbau eines Netzwerks zur langfristigen internationalen Zusammenarbeit.
  • Teilnahme an sowie Präsentation bei internationalen Events (unter anderem mehrere Veranstaltungen der UN, ornithologische und wissenschaftliche Konferenzen und Kongresse, sowie Workshops)

Ein zentrales Ergebnis war auch die zweisprachige AfriBiRds Monitoring-Toolbox, eine frei verfügbare Anleitung (beziehungsweise Methodik) zur Erfassung und Auswertung von Vogeldaten.

Pilotregionen: Comoé- und Omo Biosphärenreservate

Für das Pilotprojekt wurden zwei UNESCO-Biosphärenreservate ausgewählt:

Das Comoé-Biosphärenreservat befindet sich im Nordosten der Elfenbeinküste, nahe den Grenzen zu Ghana und Burkina Faso und ist der größte Nationalpark Westafrikas mit einer Fläche von 11.500 Quadratkilometern.

  • Beherbergt eine Vielzahl an Lebensräumen von Galeriewäldern bis Savannen.

  • Important Bird Area, also Gebiet, das für seltene, gefährdete oder aus anderen Gründen schutzbedürftige Vogelarten und ihren Erhalt bedeutend ist.

  • Bedrohungen für Zugvögel: Wilderei, illegale Fischerei und Ausweitung der Landwirtschaft.

Das Omo Waldreservat befindet sich im Süden Nigerias in Ijebu, nur etwa Hundert Kilometer von der Küste entfernt.

  • Tropischer Feuchtwald mit hoher Artenvielfalt, darunter 110 Vogelarten.

  • Important Bird Area, also Gebiet, das für seltene, gefährdete oder aus anderen Gründen schutzbedürftige Vogelarten und ihren Erhalt bedeutend ist.

  • Bedrohungen für Zugvögel: Holzeinschlag, Jagd und Expansion von Siedlungen.

Ergebnisse und Erfolge des Projekts

  • 208 Beobachtungsstunden und 3.983 erfasste Vogelbeobachtungen.
  • Standardisierte Monitoring-Methodik bilingual (EN, FR) entwickelt und getestet.
  • Workshops & Trainings für 16 Partnerorganisationen durchgeführt.
  • Integration von AfriBiRds in internationale Schutzprogramme wie das UNESCO MAB-Netzwerk und die UN-Biodiversitätskonvention.

Langfristige Wirkung und Ausblick

Das Projekt hat eine wichtige Basis für den Schutz von Zugvögeln in Afrika geschaffen. Die AfriBiRds-Methoden sind übertragbar und können in weiteren Biosphärenreservaten angewendet werden. Die erarbeiteten Monitoring-Standards und Schulungsmaterialien stehen weiterhin zur Verfügung.

DOWNLOADS

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Download-Beschreibung: Abschlussbericht AfriBiRds - Teil I - Einführung und Zusammenfassung (PDF engl.)
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Download-Beschreibung: Abschlussbericht AfriBiRds - Teil III - Übersicht Vogelmonitoringsystem und wissenschaftliche Grundlagen (PDF engl.)
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Download-Beschreibung: Abschlussbericht AfriBiRds - Teil IV - Studie zu Vogelbeobachtung und Schutzmaßnahmen (PDF engl.)
Download-Link: /imperia/md/content/nabude/international/2019-nabu-afribirds-part-iv-survey-final-w-appendices.​pdf

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Download-Beschreibung: Abschlussbericht AfriBiRds - Teil V - Trainings und Workshops (PDF engl.)
Download-Link: /imperia/md/content/nabude/international/2019-nabu-afribirds-part-v-training-workshop-final.​pdf

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Download-Beschreibung: Abschlussbericht AfriBiRds - Teil VI - Monitoring-Kampagne #1 von 2: Erkenntnisse und Ergebnisanalyse (PDF engl.)
Download-Link: /imperia/md/content/nabude/international/2019-nabu-afribirds-part-vi-1st-monitoring-campaign-final.​pdf

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Download-Beschreibung: Abschlussbericht AfriBiRds - Teil VII - Monitoring Toolbox (PDF engl.)
Download-Link: /imperia/md/content/nabude/international/2019-nabu-afribirds-part-vii-monitoring-toolbox-final.​pdf

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Download-Beschreibung: Abschlussbericht AfriBiRds - Teil VIII - Sensibilisierungsplan für Aufrechterhaltung und Ausweitung der AfriBiRds-Initiativen (PDF engl.)
Download-Link: /imperia/md/content/nabude/international/2019-nabu-afribirds-part-viii-awareness-plan-final.​pdf

Fakten zum Projekt

Projektname
African Biosphere Reserves as pilot sites for monitoring and conservation of migratory birds (Akronym: "AfriBiRds")

Land/ Region
Afrika (Nigeria und Elfenbeinküste)

Laufzeit
Dezember 2016 bis August 2019

Partnerorganisationen
BirdLife International, SoS Forets (Elfenbeinküste), Nigerian Conservation Foundation

Gefördert/ unterstützt durch
Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)