
Larus michahellis
Mittelmeermöwe
Die Mittelmeermöwe ist eine typische weißköpfige Großmöwe, die vor allem entlang menschlich geprägter Flüsse lebt. Entgegen ihres Namens kommt sie inzwischen auch bei uns vor, besonders im Süden Deutschlands ist sie weit verbreitet. Sie hat sich im letzten Jahrhundert vom Mittelmeergebiet ausgehend immer weiter nach Norden ausgebreitet. In Süddeutschland löst die Mittelmeermöwe fast schon die norddeutsche Silbermöwe ab.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
300 - 380 Brutpaare
Bestandstrend
+ 228 % (zunehmend)
Steckbrief
Beobachten
ganzjährig zu beobachten
Größe
52-58 cm groß, Flügelspannweite 120-140 cm
Besonderheit
Großmöwe mit weißem Kopf, gelben Beinen und rotem Lidring
Reise
Standvogel und zum Teil Kurzstreckenzieher
Funfact
Den ersten Brutnachweis für Deutschland gab es erst im Jahre 1987.
Beschreibung
Aussehen
Die Mittelmeermöwe ist eine Vierjahres-Möwe, die im adulten Kleid eine hellgraue Oberseite sowie einen weißen Bauch und Kopf hat. Der Schnabel ist gelb mit rotem Gonyseckfleck. Adulte können anhand des meist weißeren Kopfes und der gelben Beine von der ähnlichen Silbermöwe und anhand des kräftigeren Schnabels, der gelben Iris und des roten Lidrings von der Steppenmöwe unterschieden werden.

Verhalten
Die Mittelmeermöwe ist ein Bodenbrüter, sie baut ein typisches einfaches Großmöwennest an offenen Stellen. Sie brütet auf baumfreien Inseln, Nistflößen, Brückenpfeilern oder Staumauern. Gerade in Städten wählt sie auch gerne Flachdächer als Brutplatz. Die Partner führen eine monogame Saisonehe.
Lebensraum
In Deutschland ist sie vor allem Brutvogel im Binnenland an Flüssen und Seen. Die Mittelmeermöwe nutzt oft menschliche Strukturen wie Häfen oder Staustufen. Die Nahrungssuche erfolgt an diesen Gewässern, aber auch im Kulturland und auf Mülldeponien.
Gefährdung
Als Gefährdung kommen Störungen an Brutplätzen und direkte Verfolgung infrage.
Nahrung
Die Nahrung ist vielseitig: Insekten, Schnecken, Fische, Amphibien, Kleinsäuger bis Rattengröße oder sogar Kaninchen. Aber auch pflanzliche Bestandteile wie Getreidesamen oder Kirschen frisst sie gern.
Stimme/Laute
Sie hat das gleiche Rufrepertoire wie Silbermöwen, klingt aber etwas anders. Es sind langsamere und tiefere nasale Rufe, die eher nach Heringsmöwen klingen. Der typische Balzruf ist das „aau…kjA-kjA-kjA-kjA-kjA…kjAU“, der einem als „Möwen-Geschrei“ sofort in den Kopf kommt.
Zugverhalten
Die Mittelmeermöwe ist ein Standvogel und kann daher das ganze Jahr bei uns beobachtet werden. Jedoch unternehmen Jungvögel nach der Brutzeit oft Wanderungen in alle Richtungen. Dabei können sie ab Juli auch weit nördlich des Brutgebietes auftreten.
Beobachtungstipps
In Süddeutschland kann man Mittelmeermöwen an allen größeren Flüssen sehen. Besonders der Rhein und die Donau sind ihr Verbreitungsschwerpunkt. Man muss nur an Häfen oder Sperrwerken oder auf Laternen entlang des Flusses nach ihnen Ausschau halten. In Norddeutschland kann man besonders ab dem Sommer bei größeren Möwenrastplätzen an der Küste mit ihnen rechnen.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Der NABU ist seit über 100 Jahren im praktischen Naturschutz vor Ort aktiv, um die Vielfalt unserer heimischen Vogelwelt zu erhalten. Heute betreut der NABU mehr als 5.000 Schutzgebiete in Deutschland. Damit wir auch in Zukunft die Vielfalt und Schönheit der Natur für die Vogelwelt erhalten können, braucht sie Ihren Schutz. Unterstützen Sie uns und werden Sie NABU-Mitglied!
