Grünlaubsänger
Grünlaubsänger im Sonnenlicht© Foto: Werner Bartsch

Phylloscopus trochiloides

Grünlaubsänger

Der Grünlaubsänger ist seit circa 30 Jahren Brutvogel in Deutschland, nachdem eine erfolgreiche Brut auf Helgoland nachgewiesen werden konnte. Die Tatsache, dass er sich erst kürzlich angesiedelt hat, und seine eher versteckte Lebensweise sind dafür verantwortlich, dass er vielen nicht bekannt sein dürfte. Eigentlich ein Brutvogel der Taiga von Sibirien bis zur Ostsee, häufen sich die Brutnachweise in Deutschland.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Extrem selten

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

3 - 10 Brutpaare

Bestands­trend

+ 65 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

von Mai bis August zu beobachten

Größe

9,5-10,5 cm groß

Besonderheit

meist nur eine weiße Flügelbinde, weißer Augenstreif ist vor dem Auge dünner als dahinter

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Er baut ein kugelrundes, perfekt getarntes Nest mit seitlichem Eingang direkt auf dem Boden oder in bodennahen Sträuchern.

Grünlaubsänger gut getarnt im Laubbaum© Foto: Werner Bartsch

Beschreibung

Aussehen

Laubsänger sehen sich oft sehr ähnlich, weshalb die Bestimmung schwierig ist und die Stimme wichtige Hinweise liefern kann. Die Oberseite des Grünlaubsängers ist grün-grau und die Unterseite schmutzig weiß gefärbt. Er trägt einen deutlichen weißen Überaugenstreif und einen dunklen Zügelstreif, der oft bis zur Stirn reicht. Zudem hat er eine weiße Flügelbinde.

Verhalten

Wenn sein Gesang nicht gerade von den Baumwipfeln schallt, ist der Grünlaubsänger meist schwer zu entdecken. Sein Nest baut er entweder direkt am Boden oder etwas darüber in Höhlen und Nischen, wie sie beispielsweise in Abbruchkanten und unter Steinen oder umgestürzten Bäumen zu finden sind. Dabei ist er meist gut in der Vegetation versteckt und mit Moos und kleinen Halmen überdacht.

Lebensraum

Er besiedelt gerne strukturreiche Wälder mit Altholzbestand. Dabei trifft man ihn oft in Misch- und Laubwäldern an, er kommt aber auch in alten Nadelwäldern, in Gärten oder in Gebüschstrukturen entlang von Steilküsten vor. In höheren Lagen findet man ihn auch in Hang- und Schluchtenwäldern.

Gefährdung

Bisher sind keine besonderen Gefährdungen bekannt.

Nahrung

Vor allem ernährt der Grünlaubsänger sich von kleinen Insekten und deren Larven. Daneben frisst er auch Spinnen und, wenn vorhanden, Weichtiere.

Stimme/Laute

Der zweisilbige Ruf des Grünlaubsängers „tsi-e“ oder „zilep“ erinnert etwas an eine Bachstelze, während sein Gesang eine hastige Folge auf- und absteigender Elemente ist: „tisli-zizi-tsli-sli.“

Zugverhalten

Als Langstreckenzieher überwintern die Grünlaubsänger hauptsächlich in Indien. Daher ziehen die europäischen Brutvögel nach Osten. Trotzdem werden gelegentlich Tiere auf dem Zug weiter westlich, beispielsweise in Großbritannien oder an den Küsten Deutschlands, gesichtet.

Beobachtungstipps

Da er ein Brutvogel der Taigazone von Ostsibirien bis zur Ostsee ist, stammen viele Beobachtungen des Grünlaubsängers in Deutschland aus den östlichen Bundesländern. So wurden bei der ABEBAR-Erfassung einzelne Brutvorkommen im Ostdeutschen Tiefland, beispielsweise auf Rügen und Usedom, bekannt. Ein anderer Verbreitungsschwerpunkt des Grünlaubsängers in Deutschland liegt in der Mittelgebirgsregion. Hier trifft man ihn im Harz, im Vogtland und im Osterzgebirge von Mai bis Juli an.

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