Der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) im Porträt

Signalfarbe und Fassadenkletterer

In manchen Jahren sieht man den Großen Kohlweißling fast überall auf Wiesen und offenen Flächen. In anderen Jahren machen die Falter sich rar. Die Raupen lieben Kohl über alles – auch Kapuzinerkresse steht hoch im Kurs – und erklimmen für einen guten Platz zur Verpuppung sogar Hauswände.
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Der cremeweiße Tagfalter ist schon früh im Jahr unterwegs. Man kann ihn mancherorts schon im März sehen. Zu seiner Familie, den Weißlingen, zählen rund tausend Arten. Darunter ist auch der etwas kleinere und leicht anders gefärbte Verwandte, der Kleine Kohlweißling. Ihre gelbe Farbe hilft den Raupen des Großen Kohlweißlings, sich gegen viele Fressfeinde zu wehren.

Merkmale des Großen Kohlweißlings

Mit 50 bis 65 Millimetern Flügelspannweite ist er recht groß. An seinen überwiegend cremeweißen Flügeln ist er gut zu erkennen. Von dem ansonsten ähnlich gefärbten Kleinen Kohlweißling ist er vor allem durch den deutlich abgegrenzten, kräftig schwarzen Fleck an der Spitze der Vorderflügel zu unterscheiden.

Tipp zur Teilnahme am NABU-Insektensommer

Großer und Kleiner Kohlweißling sowie Karstweißling sind auf den ersten Blick nicht einfach auseinander zu halten – manchmal auch auf den zweiten nicht. In solchen Fällen lässt sich der beobachtete Falter beim Insektensommer als „Weißling (unbestimmt)“ melden. Es muss also nicht unbedingt die genaue Art identifiziert werden, auch „unscharfe Beobachtungen sind möglich. Ohnehin können viele Insektenarten selbst von Experten nicht immer eindeutig bestimmt werden. Also keine Scheu!

Die Weibchen haben zudem je zwei schwarze Punkte auf den Vorderflügeln. Die Unterseite der Flügel ist gelblich gefärbt mit zwei oft zusammenfließenden schwarzen Punkten (Männchen und Weibchen).

Lebensweise und Vorkommen

In ganz Europa ist der Große Kohlweißling weit verbreitet, aber deutlich seltener zu beobachten als noch vor wenigen Jahren. Er kommt gelegentlich auch in Nordafrika vor. Große Kohlweißlinge stellen keine besonderen Ansprüche an ihr Habitat. Der tagaktive Schmetterling ist besonders im offenen Gelände, auf Wiesen, Kulturland und Ruderalflächen häufig anzutreffen. Und das bereits zu Beginn des Frühlings bis weit in den Herbst hinein.

Die Dichte der Populationen kann jedoch stark von Jahr zu Jahr schwanken. Außerdem hängt es von klimatisch günstigen Bedingungen ab, ob man im Herbst eine dritte Generation beobachten kann. Kohlweißlinge überwintern als Puppe.

Das steht auf dem Speiseplan

Erwachsene Große Kohlweißlinge suchen viele Pflanzenarten zum Trinken auf, darunter beispielsweise Disteln, Wiesen-Schaumkraut, Echten Arznei-Baldrian und Schmetterlingsflieder. Die Raupen machen ihrem Namen alle Ehre und fressen verschiedene Kohlarten, aber auch andere Kreuzblütengewächse und die Große Kapuzinerkresse. Sie können bei Massenauftreten auch größere Kohlfelder kahl fressen, aber meist nagen sie nur an den Kohlblättern, so dass man das Gemüse weiterhin gut essen kann.

Gut zu wissen:

Die Eier werden am liebsten an Kohlpflanzen abgelegt. Die gelb, schwarz und grau gefärbten Raupen sind sehr gesellig und klettern zur Verpuppung oft an Hauswänden hoch. Dort kann man sie als weißlich, dunkel punktierte Gürtelpuppe erkennen. Praktisch: Die Raupen des Großen Kohlweißlings nehmen aus ihren Futterpflanzen für Vögel ungenießbar scharfe Senföle auf, die sie zur Abwehr nutzen. Außerdem ist ihre grünlich-schwarze Färbung ist ein abschreckendes Signal an ihre Fressfeinde.

Wie kann ich helfen? Wer Kohl pflanzt, serviert dem Großen Kohlweißling seine Lieblingsspeise und kann dazu noch alle Entwicklungsstadien des Falters beobachten. Aber auch mit dem Pflanzen von Echtem Arznei-Baldrian und Schmetterlingsflieder tut man ihnen etwas Gutes.

Artenporträt Großer Kohlweißling - NABU