„Money makes the world go round“ – in dieser Songzeile steckt sehr viel Wahrheit. Denn Geld ist einer der wichtigsten Faktoren, wie wir unsere Wirtschaft und damit auch unser Leben gestalten. Wir brauchen es, um Unternehmen zu gründen und aufzubauen, Produkte zu entwickeln und Dienstleistungen weiter voranzutreiben. Auch für den Naturschutz ist es unerlässlich: beispielsweise müssen Schutzgebiete finanziert werden und auch das Sanieren von Böden in schlechtem ökologischen Zustand muss bezahlt werden.
Wie viel Geld wohin fließt, entscheidet auch, was produziert wird oder eben nicht. Wenn eine Bank oder die Regierung vor allem Geld in Kohle- oder Gaskraftwerke investieren, dann bekommen wir mehr Kohlestrom – und weniger naturverträgliche erneuerbare Energien. Dies führt zu mehr CO₂ in der Atmosphäre und verschärft damit die Klimakrise.
Kurz erklärt: Was ist „Sustainable Finance“?
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Was können nachhaltige Finanzen bewirken?
Der NABU engagiert sich dafür, dass die Finanzinvestitionen der großen Akteure (z. B. Banken und Regierungen) nachhaltig werden. Wenn Finanzmittel nachhaltiger eingesetzt werden, dann ändern sich unsere Wirtschaft, unsere Produktion und letztendlich auch unser Konsum. So bleiben für weniger nachhaltige oder gar schädliche Produkte und Unternehmen weniger Finanzmittel – und schaffen damit eine Verschiebung hin zu einer nachhaltigeren Zukunft.
Allein in Europa werden laut BMU zusätzlich zwischen 175 und 290 Milliarden Euro jährlich benötigt, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Dieses Geld muss an anderer Stelle eingespart werden. Warum nicht das Geld aus umweltschädlichen Branchen abziehen und in zukunftsträchtige Branchen investieren, wie naturverträgliche Erneuerbare Energien, E-Mobilität und Kreislaufwirtschaft?
Wie grün ist mein Geld?
Auch in unseren eigenen Finanzentscheidungen sollten wir den Nachhaltigkeitsaspekt einbeziehen. Bei der Wahl von Finanzdienstleistungen und -produkten (z. B. private Altersvorsorge, Aktienfonds, Girokonten, Sparanlagen) dürfen wir nicht nur auf finanzielle Kennzahlen wie Rendite und Zinsen achten. Vielmehr sollten wir uns und auch die Finanzdienstleister fragen, unter welchen Kriterien sie unser Geld investieren.
Warum nachhaltige Finanzen wichtig für unsere Naturschutzarbeit sind
Politisch setzen wir uns dafür ein, dass die Finanzwirtschaft nachhaltiger wird und Finanzströme entsprechend umgelenkt werden. Ein wichtiger Akteur ist dabei beispielsweise der Sustainable Finance Beirat der deutschen Bundesregierung. Auf EU-Ebene berät eine Expert*innengruppe die Europäische Kommission. Zu deren rund 50 Mitgliedern zählt auch Ariel Brunner, der amtierende Direktor von BirdLife Europa, der europäischen Dachorganisation des NABU. Die fachliche Arbeit leistet das NABU-Team der Bundesgeschäftsstelle in Berlin.
Als Verband möchten wir unsere Mitglieder dabei unterstützen, sich für eine nachhaltigere Finanzwirtschaft zu engagieren, um einen Wandel in der Finanzbranche hin zu unseren Zielen im Natur- und Umweltschutz zu unterstützen. Es muss aktuell darum gehen, dass die im Rahmen der Corona-Krise beschlossenen nationalen und EU-Konjunkturprogramme die Anstrengungen des Natur- und Umweltschutzes nicht konterkarieren. Sie müssen den Wandel in der Finanzbranche und damit der Realwirtschaft anschieben und weiter voranbringen.
FAQ: Sustainable Finance
NABU-Wissen
„Grünes Geld“? Finanzen nachhaltig machen
Erfahre in diesem Kurs, warum Finanzen wichtig für Klima- und Biodiversitätsschutz sind und wie dieses Geld in Deutschland bisher investiert wird. Finanzen sind dir zu intransparent und du weißt nicht genau, was sich hinter Begriffen wie ESG, Taxonomie und ETFs versteckt? In diesem Kurs wird es dir einfach erklärt. Finde heraus, wie du dein eigenes Geld nachhaltiger anlegen kannst.
Letzte Aktualisierung: 10/2026









