Chancen und Herausforderungen für Natur und Umwelt

Erdkabel im Stromnetzausbau

Die Energiewende gelingt nur mit naturverträglichen Lösungen. Erdkabel können Konflikte mit dem Landschaftsbild und dem Vogelschutz entschärfen, bringen jedoch eigene Risiken für Böden, Gewässer und sensible Lebensräume mit sich.
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Die zentrale Herausforderung besteht darin, den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien und des Stromnetzes so zu gestalten, dass einerseits eine verlässliche und klimafreundliche Energieversorgung gewährleistet und andererseits die Auswirkungen auf Natur, Landschaft und biologische Vielfalt möglichst geringgehalten werden. Der Ausbau moderner Strominfrastruktur – sei es durch Freileitungen oder Erdkabel – führt zu tiefgreifenden Veränderungen im Landschaftsbild sowie zu Eingriffen in sensible Lebensräume, was regelmäßig Zielkonflikte zwischen technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen entstehen lässt.

Erdkabel oder Freileitung?

Einerseits sollen durch den beschleunigten Netzausbau die Potenziale erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarenergie nutzbar gemacht und wirtschaftliche Entwicklung klimaverträglich ermöglicht werden. Andererseits können Bau und Betrieb neuer Stromtrassen gravierende Eingriffe in Natur, Artenvielfalt und Böden bedeuten. Während Erdkabel Vorteile beim Vogelschutz und der Integration ins Landschaftsbild haben, sind insbesondere beim Bau massive Bodeneingriffe und Lebensraumverluste möglich. Freileitungen wiederum stellen ein erhebliches Kollisionsrisiko für Vögel dar und führen zur Fragmentierung von Landschaften, können aber in bestimmten Gebieten naturverträglicher sein, da weniger Erdarbeiten nötig sind.  

Naturverträglicher Stromnetzausbau 

Der NABU setzt sich dafür ein, dass der Stromnetzausbau naturverträglich gestaltet wird. Dazu gehören die detaillierte Prüfung von Alternativen – ob Erdkabel oder Freileitung –, die umfassende Beteiligung von Naturschutzorganisationen und der Öffentlichkeit, die Einhaltung hoher Planungsstandards und die verbindliche Verankerung von Ausgleichs- und Vermeidungsmaßnahmen. 

Häufige Fragen rund um Erdkabel im Stromnetzausbau

Ob Freileitungen oder Erdkabel letztlich vorzuziehen sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Das FAQ führt zahlreiche Unterschiede und Abwägungen anhand von Bauweise, Standortbedingungen, Auswirkungen auf Arten- und Lebensraumschutz sowie praktische Aspekte wie Kosten und Dauer der Bauarbeiten aus und gibt detaillierte Hinweise, welche Kriterien bei der Bewertung eine Rolle spielen. Dabei wird deutlich, dass eine differenzierte, standortbezogene Betrachtung unverzichtbar ist. 

Unser Überblick zeigt, unter welchen Bedingungen naturverträgliche Lösungen gelingen können. Für eine nachhaltige Strominfrastruktur, die Natur und Mensch gleichermaßen schützt.

Sind Erdkabel eine Chance für Natur und Landschaft?

Der NABU-Leitfaden „Stromfluss unter der Erde – Einsatz von Erdkabeln beim Übertragungsnetzausbau“ beschreibt die umweltfachlichen und technischen Grundlagen für den Einsatz von Erdkabeln beim Ausbau des Stromnetzes. Er zeigt auf, dass Erdkabel gegenüber Freileitungen Vorteile für den Natur- und Vogelschutz bieten, da sie beispielsweise keine Vogel-Kollisionsgefahren darstellen und das Landschaftsbild weniger beeinträchtigen.

Gleichzeitig werden die Bauphase und der Bodeneingriff als wichtige Herausforderungen für sensible Ökosysteme benannt. Dabei betont der Leitfaden, dass durch sorgfältige Planung, ökologische Baubegleitung und Vermeidungsmaßnahmen negative Umweltauswirkungen minimiert werden können.

Trotz des darin veralteten Planungsstands von 2013 bleiben die im Leitfaden beschriebenen Maßnahmen zur umweltverträglichen Umsetzung weiterhin relevant und sollten als Grundlage für Naturschutz und Netzplanung herangezogen werden.

NABU-Leitfaden als Download

Datei-Pfad aus Imperia:

Download-Beschreibung: Stromfluss unter der Erde - Einsatz von Erdkabeln beim Übertragungsnetzausbau
Download-Link: /imperia/md/content/nabude/energie/150416-nabu-erdkabel-leitfaden.​pdf