Steinwälzer im Schlichtkleid
Steinwälzer im Schlichtkleid© Foto: Frank Derer

Arenaria interpres

Steinwälzer

Der Steinwälzer ist ein Watvogel, der sich auch von Ornithologen-Neulingen schnell bestimmen lässt. Neben seiner deutlichen Zeichnung besitzt er nämlich die Eigenart, Steine und ganze Seetangfladen entlang der Küste umzuwälzen. Außerdem ist er relativ zutraulich, so kann man nah an ihn herankommen und ihm in Ruhe bei seiner Arbeit zuschauen. Meistens sieht man ihn im Winter an unseren Küsten, ein paar junge Exemplare vertreiben sich aber auch im Sommer ihre Zeit bei uns.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Ausgestorben

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

0 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

unbekannt

Steckbrief

Beobachten

von August bis Mai zu beobachten

Größe

21-26 cm groß

Besonderheit

wälzt energisch Steine und Seetang am Strand

Reise

Kurz- und Langstreckenzieher, überwintert an Küsten West- und Südeuropas

Funfact

Steinwälzer werden erst mit etwa zwei Jahren geschlechtsreif. Das erste Brutgeschäft gehen sie sogar erst mit drei bis sechs Jahren an.

Beschreibung

Aussehen

Der kräftige Steinwälzer hat einen kurzen Schnabel und orange Beine. Der Bauch ist weiß. Im Schlichtkleid sind Oberseite und Kopf dunkelbraun mit rostfarbenem Hauch. Ein dunkler Brustlatz und die helle Kehle sind erkennbar. Im Prachtkleid trägt er ein auffällig orangebraunes Gefieder mit schwarzen Streifen. Der Kopf ist schwarz-weiß gezeichnet.

Verhalten

Auf der Nahrungssuche läuft er mit den Wellen vor und zurück oder bedächtig pickend am Spülsaum. Energisch wendet er Steine und Seetang mit seinem Schnabel, teils dem ganzen Kopf. Er lässt sich dabei wenig stören. Das Nest baut er in Bodenmulden oder zwischen Steine. Beide Elterntiere kümmern sich um Brut und Aufzucht der Jungtiere.

Der Steinwälzer ist ein geselliger Vogel, der sich bei der Nahrungssuche und beim Ruhen oft in Gruppen zusammenschließt© Foto: Mathias Schäf

Lebensraum

Lebensräume des Steinwälzers sind zum Brüten steinige Küsten, zum Rasten und als Winterquartier auch Watt und Häfen.

Gefährdung

Der Steinwälzer hat nur vereinzelt in Deutschland gebrütet und wurde nun in der Roten Liste als ausgestorben kategorisiert. Wenn Steinwälzer im Sommer gesichtet werden, handelt es sich meist um nicht brütende Jungvögel.

Nahrung

Er frisst gerne Insekten, Würmer, Schnecken, Krebstiere, Samen, Muscheln und sogar Beeren.

Stimme/Laute

Sein Flugruf ist ein scharfes „tük-e-tük“, „tuck-a-tuck“ oder kurz „kju“. Der Gesang ist eine schnelle Serie von „KJÄwi-KJÄwi-wittwittwittwittwittwitt“.

Zugverhalten

Die im skandinavischen Raum brütenden Steinwälzer ziehen durch oder überwintern bei uns an den Küsten. Nicht brütende Jungvögel sind auch den Sommer über bei uns zu sehen.

Beobachtungstipps

Den Steinwälzer findet man am häufigsten auf Nahrungssuche am Spülsaum, wo er so energisch wie kein anderer Strandvogel seinem Namen alle Ehre macht und Steine und Treibgut umwälzt. Wir empfehlen das NABU-Naturzentrum Katinger Watt.

Das Katinger Watt

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