Mittelmeermöwe auf einem Felsen.
Mittelmeermöwe© Foto: Frank Derer

Larus michahellis

Mittelmeermöwe

Die Mittelmeermöwe ist eine typische weißköpfige Großmöwe, die vor allem entlang menschlich geprägter Flüsse lebt. Entgegen ihres Namens kommt sie inzwischen auch bei uns vor, besonders im Süden Deutschlands ist sie weit verbreitet. Sie hat sich im letzten Jahrhundert vom Mittelmeergebiet ausgehend immer weiter nach Norden ausgebreitet. In Süddeutschland löst die Mittelmeermöwe fast schon die norddeutsche Silbermöwe ab.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

300 - 380 Brutpaare

Bestands­trend

+ 228 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

52-58 cm groß, Flügelspannweite 120-140 cm

Besonderheit

Großmöwe mit weißem Kopf, gelben Beinen und rotem Lidring

Reise

Standvogel und zum Teil Kurzstreckenzieher

Funfact

Den ersten Brutnachweis für Deutschland gab es erst im Jahre 1987.

Mittelmeermöwen können eine Flügelspannweite von bis zu 140 Zentimetern erreichen.© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Die Mittelmeermöwe ist eine Vierjahres-Möwe, die im adulten Kleid eine hellgraue Oberseite sowie einen weißen Bauch und Kopf hat. Der Schnabel ist gelb mit rotem Gonyseckfleck. Adulte können anhand des meist weißeren Kopfes und der gelben Beine von der ähnlichen Silbermöwe und anhand des kräftigeren Schnabels, der gelben Iris und des roten Lidrings von der Steppenmöwe unterschieden werden.

Mittelmeermöwen haben eine gelbe Iris.© Foto: Kathy Büscher

Verhalten

Die Mittelmeermöwe ist ein Bodenbrüter, sie baut ein typisches einfaches Großmöwennest an offenen Stellen. Sie brütet auf baumfreien Inseln, Nistflößen, Brückenpfeilern oder Staumauern. Gerade in Städten wählt sie auch gerne Flachdächer als Brutplatz. Die Partner führen eine monogame Saisonehe.

Lebensraum

In Deutschland ist sie vor allem Brutvogel im Binnenland an Flüssen und Seen. Die Mittelmeermöwe nutzt oft menschliche Strukturen wie Häfen oder Staustufen. Die Nahrungssuche erfolgt an diesen Gewässern, aber auch im Kulturland und auf Mülldeponien.

Gefährdung

Als Gefährdung kommen Störungen an Brutplätzen und direkte Verfolgung infrage.

Nahrung

Die Nahrung ist vielseitig: Insekten, Schnecken, Fische, Amphibien, Kleinsäuger bis Rattengröße oder sogar Kaninchen. Aber auch pflanzliche Bestandteile wie Getreidesamen oder Kirschen frisst sie gern.

Stimme/Laute

Sie hat das gleiche Rufrepertoire wie Silbermöwen, klingt aber etwas anders. Es sind langsamere und tiefere nasale Rufe, die eher nach Heringsmöwen klingen. Der typische Balzruf ist das „aau…kjA-kjA-kjA-kjA-kjA…kjAU“, der einem als „Möwen-Geschrei“ sofort in den Kopf kommt.

Zugverhalten

Die Mittelmeermöwe ist ein Standvogel und kann daher das ganze Jahr bei uns beobachtet werden. Jedoch unternehmen Jungvögel nach der Brutzeit oft Wanderungen in alle Richtungen. Dabei können sie ab Juli auch weit nördlich des Brutgebietes auftreten.

Beobachtungstipps

In Süddeutschland kann man Mittelmeermöwen an allen größeren Flüssen sehen. Besonders der Rhein und die Donau sind ihr Verbreitungsschwerpunkt. Man muss nur an Häfen oder Sperrwerken oder auf Laternen entlang des Flusses nach ihnen Ausschau halten. In Norddeutschland kann man besonders ab dem Sommer bei größeren Möwenrastplätzen an der Küste mit ihnen rechnen.

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Vogelporträt: Mittelmeermöwe - NABU