Die Zebraspringspinne im Porträt
Gestreifte Sprungkünstlerin mit Sicherheitsleine
Bei der hübschen Zebraspringspinne Salticus scenicusist der Name Programm: Die vier bis sieben Millimeter großen Tiere haben am Hinterleib auffällig schwarz-weiße Streifen und erbeuten Insekten im Sprung. Zebraspringspinnen kommen überall in Deutschland und darüber hinaus in fast ganz Europa vor. Sie lieben es warm und sonnig und halten sich oft an und in Häusern auf, bewohnen aber auch Felsen oder Zaunpfähle. Aus Sicht des Mensachen ist die Zebraspringspinne ein sehr nützlicher Räuber, denn sie erbeutet mit ihrer Sprungtechnik Fliegen, Käfer und sogar Stechmücken.
Auch wenn Zebraspringspinnen keine Fangnetze bauen, Fäden spinnen sie dennoch. Als aktive Jäger befestigen sie den Spinnfaden am Boden, schleichen sich dann langsam an ihre Beute auf wenige Zentimeter heran, springen blitzschnell los - den Spinnfaden als Sicherheitsleine nutzend - und umfassen ihr Opfer mit ihren Giftklauen und Beinen.
Der Sprung einer Springspinne ist maßgeschneidert: Die Beine strecken und beugen sich genau so weit, dass die Beute exakt erreicht wird. Eine derart fein abgestimmte Hydraulik haben Techniker bisher nicht zustande gebracht, weshalb Bioniker - also Ingenieure, die Konstruktionsgrundlagen der Natur entnehmen - sehr interessiert an den Leistungen dieser kleinen Tiere sind. Geht einmal ein Sprung daneben, zieht sich die Spinne an ihrem Sicherheitsfaden wieder hoch. Sie stürzt deshalb niemals ab.
Die zweite außergewöhnliche Eigenschaft der Winzlinge ist ihr räumliches Sehvermögen. Auffallend sind als erstes die zwei großen vorderen Augen, die einer Sonnenbrille gleichen. Damit können Springspinnen farbig und dreidimensional sehen. Durch sechs weiteren Augen können die Tiere sogar nach hinten schauen und selbst die kleinste Bewegung wahrnehmen.
Mit der Zebraspringspinne lässt sich ein prima Taktikspiel machen: Halten Sie Ihren Finger einige Zentimeter vor die Spinne und bewegen Sie ihn dann langsam auf sie zu. Die Spinne wird versuchen, den Abstand zu halten, und entsprechend zurückweichen.