Die Grüne Huschspinne im Porträt

Bunt bemalt und doch gut getarnt

Vorderkörper und Beine sind bei Männchen und Weibchen der Grünen Huschspinne einheitlich leuchtend grasgrün. Beim Hinterkörper dagegen zeigt das Weibchen einen gelblich abgesetzten grünen Fleck, beim Männchen ist es ein gelb gefasster, leuchtend roter Längsstreifen.
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Vorderkörper und Beine der Grüne Huschspinne sind bei Männchen und Weibchen dieser Gattung einheitlich leuchtend grasgrün. Beim Hinterkörper dagegen zeigt das Weibchen einen gelblich abgesetzten grünen Fleck, beim Männchen ist es ein leuchtend roter Längsstreifen, beiderseits eingefasst von gelben Streifen. Die Seiten des Hinterleibs sind wiederum in prachtvollem Rot gefärbt. Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist die Körperlänge, die bei Weibchen 12 bis 15 Millimeter, bei Männchen aber nur 7 bis 10 Millimeter beträgt.

Die typischen Farben und Merkmale der Grünen Huschspinne (Micrommata virescens) stellen sich erst nach der letzten Häutung ein, der so genannten Reifehäutung. Die Jungtiere dagegen variieren in den Farben stark. Es kommen grüne oder braune Varianten vor, versehen mit dunkleren Punkten und so häufig dem Untergrund gleichend und also gut getarnt.

Gut getarnt im Gräsergewirr

Trotz oder gerade wegen der abwechslungsreichen Färbung sind die Huschspinnen im natürlichen Umfeld beinahe unsichtbar. In den unteren Bereichen von besonnten Gebüschen oder im Gräsergewirr werden sie eins mit den Farben und Strukturen der Umgebung. Dadurch können sie sich auch vor Feinden wie etwa Vögeln schützen.

Die Paarungszeit der Huschspinnen liegt im April und im Mai. Das Männchen läuft dann im Zickzack umher, um sich nach kurzer Zeit auf die Hinterbeine zu stellen und tänzelnd um die eigene Achse kreisend die Umgebung abzutasten. Dieses Ritual wird so lange wiederholt, bis es auf ein Weibchen stößt. Augenblicklich beklopft das Männchen mit den Vorderbeinen den Rücken des weiblichen Tieres. Lässt es das Weibchen zu, beginnt nun die mehrere Stunden dauernde Paarung.

Brutfürsorge des Spinnenweibchen

Nach einiger Zeit baut das Weibchen eine geräumige Eikammer aus zusammengesponnenen Blättern, in die es seine grünen Eier legt. Die Eikammer wird bis zum Schlupf der Jungspinnen bewacht. Auch in den ersten Jugendphasen begleitet das Muttertier noch ihre Jungen.

Die Grüne Huschspinne zählt zu den Riesenkrabbenspinnen. Sie ist die einzige in Deutschland vorkommende freilebende Art dieser vorwiegend in den Tropen und Subtropen verbreiteten Familie. Eine Ausnahme ist die in Gewächshäusern auch in Deutschland verbreitete Heteropoda venatoria, die zur selben Familie gehört. Im Mittelmeerraum gibt es zwei weitere Micrommata-Arten, die Ligurische Huschspinne Micrommata ligurina und die Hübsche Huschspinne Micrommata formosa.

In ganz Deutschland verbreitet

Die Grüne Huschspinne kommt in Deutschland von der Nordseeküste bis zum Alpenrand vor. Die zur Zeit bekannte Verbreitung deutet auf einen Schwerpunkt in wärmeren Lagen der Mittelgebirge.

Wenn Sie eine Grüne Huschspinne oder andere Spinnen entdecken, können Sie diese gerne auf der NABU|naturgucker-Plattform melden.

Die Huschspinne ist tagaktiv und besonders wärmeliebend, ihre Beute fängt sie nicht in Netzen, sie ist vielmehr ein schneller Jäger. Huschspinnen werden anderthalb Jahre alt. Anzutreffen ist die Art vorwiegend auf extensiv oder nicht bewirtschafteten Feuchtwiesen, auf Lichtungen von Laubwäldern und an sonnigen Waldrändern. Wie bei vielen Tier- und Pflanzenarten in Deutschland geht ihre Bedrohung von dem Verschwinden geeigneter Lebensräume aus. Vor allem Brachen und Randstreifen sind wichtige Habitate, die von der Grünen Huschspinne besiedelt werden.