NABU-Umfrage zeigt hohe Zustimmung in der Bevölkerung
Rückkehr der Wölfe erfreulich!
24. September 2015 - Eine große Mehrheit der Bundesbürger (80 Prozent) findet es erfreulich, dass der Wolf wieder Bestandteil von Natur und Landschaft in Deutschland ist. Jeder Zweite (54 Prozent) verbindet mit dem Wolf positive Gefühle, während bei nur zwölf Prozent negative Empfindungen zum Tragen kommen. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage in Deutschland, die das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag des NABU durchgeführt hat.
Bei der Zustimmung zum Wolf gibt es keinen Unterschied zwischen Bewohnern im städtischen Umfeld und Bewohnern im ländlichen Raum. „Diese Ergebnisse zeigen, dass die Bevölkerung in Deutschland grundsätzlich positiv zur Rückkehr des Wolfes eingestellt ist“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller anlässlich der internationalen Wolfskonferenz des NABU in Wolfsburg. „Damit ist eine Grundlage gelegt, dass der Wolf 150 Jahre nach seiner Ausrottung durch den Menschen heute eine Zukunft in Deutschland hat. Außerdem machen die Ergebnisse deutlich, dass sich unser Naturverständnis geändert hat“, sagt Miller. Außerdem zeigen die Befragungsergebnisse nicht nur, dass die Bevölkerung allgemein relativ gut über das Thema informiert ist, sondern auch, dass Risiken und Gefahren realistisch eingeschätzt werden.
80 Prozent der Befragten sind der Umfrage zufolge der Meinung, dass Wölfe ebenso in unsere Landschaften gehören wie Rehe oder Füchse. 78 Prozent sind der Überzeugung, dass Wölfe auch in Deutschland leben sollten, selbst wenn es teilweise zu Problemen kommt. Nur für elf Prozent der Befragten stellt die Rückkehr des Wolfes eine Bedrohung dar, 85 Prozent hingegen sehen dies nicht.
Dennoch ist es weiter wichtig, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. 70 Prozent der Bevölkerung sind zwar der Auffassung, dass die Medien in ihrer Berichterstattung zur Übertreibung neigen würden, allerdings gaben auch 30 Prozent der Befragten an, Angst zu haben, in einem Gebiet mit Wolfsvorkommen in den Wald zu gehen.
„Diese Ängste und Sorgen nehmen wir ernst. Der Wolf ist kein Kuscheltier, das verniedlicht werden darf.“ erklärt Leif Miller. Im Umgang mit dem Wolf muss aber das Maß der Verhältnismäßigkeit gewahrt werden: „Seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland hat es kein aggressives Verhalten gegenüber Menschen gegeben“, so Miller. Die Bevölkerung muss allerdings wieder erlernen, was es bedeute, große Beutegreifer in der Landschaft zu haben.
Die Befragung wurde im Auftrag des NABU von forsa Politik- und Sozialforschung GmbH durchgeführt. Hierzu wurden im Zeitraum vom 21. bis zum 28. August 2015 mittels des bevölkerungsrepräsentativen Befragungspanels forsa.omninet 2.012 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse weisen eine Fehlertoleranz von ± 2,5% auf.
* Konzeption: NABU, Durchführung: forsa. An 100 Prozent fehlende Angaben: „weiß nicht“; n = 2.012 Bundesbürger über 18 Jahre
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Datei-Pfad aus Imperia:
Download-Beschreibung: Umfrage-Ergebnisse im Detail
Download-Link: /imperia/md/content/nabude/wolf/150923-nabu-bericht-woelfe-in-deutschland.pdf
Internationale Wolfskonferenz „Mensch, Wolf!“
Vom 24. bis 26. September treffen sich 400 Wissenschaftler, Naturschützer, Politiker und Praktiker aus Europa und Nordamerika in Wolfsburg zu einer Wolfskonferenz, die der NABU gemeinsam mit seinem Partner Volkswagen veranstaltet. Ziel ist es, die gesellschaftlichen Herausforderungen an die Rückkehr des Wolfes in allen Facetten mit Akteuren aus dem Naturschutz, Nutztierhaltern, Jägern und weiteren Landnutzern zu diskutieren und Lösungen für Konflikte zu erarbeiten. Alle Vorträge und Diskussionen können Sie in unserer Live-Übertragung verfogen: