Die Bedrohungen für den Schleeleoparden
Gejagt und verdrängt
Schneeleoparden werden auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten der Weltnaturschutzorganisation IUCN (International Union for Conservation of Nature) als „gefährdet“ geführt. Vor allem die direkte Verfolgung durch Wilderei und Konflikte mit Viehzüchtern, die Wilderei der Beutetiere, sowie die Veränderungen des Lebensraums durch den Menschen gefährden die Großkatze. Zerstörung und Zerschneidung von Lebensraum ist besonders in dichtbesiedelten Ländern wie Indien, Pakistan, Usbekistan, aber auch Afghanistan ein Problem. In Ländern wie Kirgisistan, Tadschikistan und Russland hingegen stellen vor allem die illegale Jagd und der Handel mit Schneeleoparden sowie Konflikte mit lokalen Hirten und der Rückgang der Beutetiere durch Wilderei die vorrangigen Probleme dar.
Weitere Risiken
Fehlendes Bewusstsein in Politik und Gesellschaft
Ein weiteres Risiko für den Schneeleoparden sind das Bewusstsein und das Verständnis für die Situation der Schneeleoparden, die sowohl unter der Bevölkerung als auch unter Politikern ist im Verbreitungsgebiet fast durchweg gering sind. Außerdem fehlen in vielen Ländern die ausreichenden institutionellen Kapazitäten und Möglichkeiten sowohl zur Rechtsdurchsetzung als auch zur systematischen Erforschung der Großkatzen. Versehentliches Fangen (und damit einhergehendes Verletzen und oft Töten) von Schneeleoparden in Fallen, die für andere Tiere bestimmt sind, Übertragung von Krankheiten und Attacken von streunenden Hunden verursachen vielerorts zusätzliche Probleme. Auch Spannungen und mangelnde Kooperation zwischen vielen Ländern erschweren Schutzmaßnahmen und den Bestand der Tiere über internationale Grenzen hinweg. Die teilweise schwierige Sicherheitslage in einigen der Arealstaaten begünstigt oftmals die Wilderei. Zudem fehlen den Ländern die nötigen finanziellen, personellen und administrativen Ressourcen, um die nötigen Schutzmaßnahmen effektiv umzusetzen. Die Schaffung von Kapazitäten und des nötigen Bewusstseins und politischen Willens ist daher auch ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des NABU.