Der Wächter des Waldes

Artensteckbrief zum Mantelaffen

„Mönche“ nennen die Bewohner des Kafa-Biosphärenreservats in Äthiopien die schwarz-weißen Mantelaffen. Für sie sind die Primaten, die in den Baumkronen wohnen, die Wächter des Waldes. Doch die Wälder, in denen die Mantelaffen leben, werden immer mehr gerodet.
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Art: Mantelaffe (Colobus guereza)

Größe: 52 - 65 Zentimeter, dazu kommt der Schwanz mit einer Länge von 53 - 83 Zentimetern

Gewicht: Weibchen wiegen 8 - 9 Kilogramm, Männchen 13 - 14 Kilogramm

Nahrung: Mantelaffen ernähren sich in erster Linie von Blättern, fressen aber auch Blüten und Früchte.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Mantelaffen in Zentralafrika erstreckt sich von Nigeria bis Äthiopien, Kenia, Uganda und Tansania. Die Primaten bewohnen sowohl Primär- als auch Sekundärwälder und kommen mit relativen kleinen Territorien von 15 bis 16 Hektar aus. Obwohl Mantelaffen teilweise auch in degradierten Waldgebieten leben können, werden sie durch Übernutzung und Rodung aus ihrem ursprünglichen Lebensraum verdrängt. Da der Wald oft durch landwirtschaftliche Flächen ersetzt wird, versuchen Mantelaffen, sich an die Menschen anzupassen. Doch die Ausweitung ihrer Futtersuche auf Siedlungen und bewirtschaftete Felder führt zu wachsenden Konflikten zwischen Mensch und Tier.

Besondere Merkmale

Besonders auffällig ist der U-förmige Mantel aus langem weißen Fell, der dem Mantelaffen seinen Namen gab, ebenso wie die weiße Schwanzspitze. Jungtiere sind bei der Geburt weiß und entwickeln erst nach einigen Monaten die typische Fellfärbung der Erwachsenen.

Fortpflanzung

Obwohl es keine feste Paarungssaison gibt, werden die meisten Jungtiere so geboren, dass ihre Entwöhnung zur Zeit des größten Nahrungsangebotes stattfindet. Die Tragzeit beträgt rund 175 Tage.

Gefährdung

Dank ihrer weiten Verbreitung gilt der Mantelaffe als nicht gefährdet, jedoch sind einige seiner Unterarten lokal bedroht. Durch die fortschreitende Zerstörung seines Lebensraums wird der Mantelaffe in seinem gesamten Verbreitungsgebiet nach und nach zurückgedrängt.

Artensteckbrief Mantelaffe - NABU International