Flugkünstler mit Flüstersonar

Langohrfledermäuse

Langohrfledermäuse sammeln Insekten von Blättern. Wir können das Flüstern der Langohr-Fledermäuse nicht hören, denn Ultraschallrufe liegen mit über 50 Kilohertz weit über der menschlichen Hörfähigkeit.
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Langohr-Fledermaus
Langohr-Fledermaus© Foto: NABU/ Christian Stein

Langohrfledermäuse sind eine Gattung von Fledermäusen. In Deutschland leben das Braune Langohr und das Graue Langohr.

Wir können das Flüstern der Langohr-Fledermäuse nicht hören, denn Ultraschallrufe liegen mit über 50 Kilohertz weit über der menschlichen Hörfähigkeit. Die großen Schalltrichterohren sind für die Jagdweise der Tiere von großer Bedeutung: Wer leise ruft, braucht gute Ohren, mit denen die Echos des sogenannten Flüstersonars aufgefangen werden. Die Langohren jagen im Wald, in Gärten oder um Scheunen und Wohngebäude und kontrollieren die nahe Umgebung auf fliegende Spanner, Wickler und Motten.

Eigenschaften

Weil die großen Ohren wie Bremsfallschirme in die Luft ragen, können diese Fledermäuse nicht besonders schnell fliegen. Sie haben zudem kurze, breite Flügel, die vor allem eine bessere Flugstabilität garantieren. Damit haben es Langohren in ihren Flugkünsten zu einer besonderen hohen Kunst gebracht. Wie ein Turmfalke können sie rüttelnd an einem Punkt in der Luft stillzustehen und sogar rückwärts fliegen, um Raupen, kleine Käfer oder andere Insekten von den Blättern der Bäume und Büsche abzusammeln.

Relativ große, lebhafte Augen kennzeichnen das Gesicht der Langohren. Vermutlich nutzen sie neben der Echoortung und dem Geruchssinn auch ihre Augen für die Beuteerkennung. Haben sie einen größeren Nachtfalter erbeutet, so wird er zu einem bequemen Hangplatz gebracht und dort verspeist. Unterhalb beliebter Hangplätze sammeln sich neben dem verräterischen Kot auch die Schmetterlingsflügel als Fraßreste an. Graues und Braunes Langohr, unsere beiden heimischen Arten, sind mittelgroß und gelten als relativ ungesellig. Besonders die Männchen sind Einzelgänger, aber auch die Wochenstuben der Weibchen umfassen meist nicht mehr als 10 bis 20 Muttertiere. Die beiden Geschlechter begegnen sich erst im Herbst zur Paarungszeit.

Lebensraum

Das Braune Langohr ist eine wärmeliebende Art. Im Tiefland lebt sie in lockeren Laub- und Nadelwäldern, in Parks und in Gärten. Im Gegensatz zum Grauen Langohr ist es nicht überwiegend an den menschlichen Siedlungsraum gebunden. Man kann die Flugkünstler in ganz Europa beobachten, einschließlich Englands, Schottlands und Irlands. Nur im Norden Skandinaviens fehlen die beiden Arten.