Auf Roundup und Co. verzichten
Gärtnern ohne Gift
Die Fläche der Privatgärten in Deutschland ist mehr als halb so groß wie alle deutschen Naturschutzgebiete – eine große Fläche, die viel bieten kann: Naturgenuss und Entspannung für den Menschen, Lebensraum und Zufluchtsort für Tiere und Pflanzen. Doch in den meisten Gärten finden unsere heimischen Tierarten weder Nahrung noch Nistgelegenheiten oder Unterschlupf. Heimische Heckenpflanzen zum Beispiel sind nur selten zu finden. Stattdessen prägen fremde Gehölze das Bild. Ihre Früchte und Blüten sind oft für die meisten Tiere wertlos. Zudem werden in Gärten häufig eine Vielzahl an Pestiziden eingesetzt, die eine ganze Reihe ökologischer Schäden hervorrufen. Da sich viele Hobbygärtner dieser Gefahren oftmals nicht bewusst sind, sind Fehlanwendungen wie der Einsatz auf Nicht-Kulturland, also befestigten Flächen, Wegen, Bürgersteigen und Einfahrten keine Seltenheit.
Gefahrenquelle Gift
Besonders schädliche Pestizide und die dazugehörigen Produkte, die für die Privatanwendung im Haus- und Kleingartenbereich zugelassen sind, sind in der folgenden Übersicht aufgelistet:
Verzichten Sie deshalb gänzlich auf den Einsatz von Pestiziden und schützen Sie sich und Ihren Garten!
Es geht auch anders – so gärtnern Sie erfolgreich ohne Pestizide:
- Greifen Sie zum Werkzeug: Jäten, Hacken, Vertikutieren oder Fugenkratzen sind effektive Methoden, um gegen unliebsame Kräuter vorzugehen. Beseitigen Sie die Wildkräuter noch vor der Samenreife und stechen Sie die Wurzeln mit aus.
- Lassen Sie ausbreitungsstarke Wildkräuter gar nicht erst entstehen: Bestellen Sie keinen sogenannten Mutterboden (= Humus), denn er enthält unzählige Wildkräutersamen. Nutzen Sie stattdessen den wildkräuterfreien Unterboden oder mischen Sie Böden selbst, zum Beispiel aus je einem Drittel Lehm, Kompost und Sand.
- Bedecken Sie den Boden: Mineralische Mulchstoffe, wie Kies, Sand und Splitt, sind kostengünstig und sehr wirksam. Organische Stoffe wie Rindenmulch, Stroh oder Gras helfen vor allem gegen Wildkräuter, die sich über Samen vermehren.
- Schließen Sie die Vegetationsdecke: Indem Sie Wildblumenmischungen einsäen und Bodendecker wie Waldmeister, Vergissmeinnicht oder Kriechenden Günsel anpflanzen, geben Sie unerwünschten Wildkräutern keinen Raum.
- Wildkräuter können auch sinnvoll genutzt werden: Als Dünger, Blattlausmittelchen und Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt, sind Pflanzen wie der Löwenzahn, Ackerschachtelhalm und Brennnesseln plötzlich sehr wertvoll.