Asiatischer Marienkäfer (Harmonia axyridis)
Viele Punkte und ein Harlekin
Der Asiatische Mareinkäfer wurde seit den 80er Jahren im großen Stil zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingesetzt. 1988 tauchten dann erste Tiere in den USA im Freiland auf. Zur Jahrtausendwende kamen die Tiere auch in Europa, vor allem in Belgien, den Niederlanden und Deutschland vor.
Merkmale des Asiatischen Marienkäfers
Das markante Erkennungsmerkmal des Asiatischen Marienkäfers ist das Halsschild. Es ist hell-gelblich gefärbt und zeigt die charakteristische Zeichnung in Form eines schwarzen „M“ bzw. „W“. Die Färbung des Asiatischen Marienkäfers ist sehr variabel. Ihre Färbung reicht von orange ohne Flecken bis zu schwarz mit roten Flecken. Seine Deckflügel sind hellgelb bis dunkelrot. Meist hat er 19 schwarze Flecken. Aufgrund seiner Farbenvielfalt wird der Asiatische Marienkäfer auch als Harlekin-Marienkäfer bezeichnet.
Lebensweise und Vorkommen
Der Asiatische Marienkäfer kommt überall dort vor, wo er seine Leibspeise Blattläuse findet. Egal ob Garten, Park oder Wiese er vermehrt sich im Gegensatz zum deutschen Marienkäfer in bis zu drei Generationen pro Jahr. Das erklärt auch seine schnelle und enorme Ausbreitung in Europa und Deutschland. Er wird fast nie krank. Im Körper dieses Marienkäfers fanden Wissenschaftler 50 verschiedene Peptide (kleine Proteine) zur Infektionsabwehr. Bei allen Freilanduntersuchungen, die bis ins Jahr 2012 andauerten, fanden sich allerdings keine Anzeichen dafür, dass heimische Marienkäfer durch die invasive Art verdrängt würden.
Das steht auf dem Speiseplan
Die Leibspeise des Asiatischen Marienkäfers sind Blattläuse. Pro Tag kann er bis zu 250 Blattläuse vertilgen. Hinzu kommt, dass heimische Marienkäfer wie der Siebenpunkt Holunderblattläuse meiden, da diese Giftstoffe absondern. Den robusten Asiatischen Marienkäfern stören diese Giftstoffe nicht. Es werden auch andere Insekten, Larven oder Insekteneier gefressen. Der Asiatische Marienkäfer ernährt sich auch gerne von Trauben und Früchten, so dass er in Weinbaugebieten auch massenhaft auftreten kann.
Gut zu wissen:
Das sogenannte „Blut“ aller Marienkäfer ist eine gelbe, stark riechende Abwehrflüssigkeit. Sie wird ausgeschieden, wenn sich die Tiere bedroht fühlen und soll Fressfeinde abschrecken. Tiere wie Mäuse empfinden diesen Saft des Marienkäfer als extrem bitter und spucken die Tiere wieder aus.
Wie kann ich helfen? Im Herbst kann es vorkommen, dass tausende Marienkäfer an sonnigen Plätzen wie Hauswänden und Fassaden auftreten. In dieser Jahreszeit, besonders bei mildem Wetter, machen sich die Krabbeltiere auf die Suche nach einem passenden Quartier und halten sich im Winter auch gerne in Gebäuden auf. Marienkäfer vermehren und ernähren sich während der Überwinterung nicht. Die Käfer möglichst in dieser Traube von Tieren in Ruhe die kalten Monate überstehen lassen.