Mitmachaktion: Tiere beobachten und melden

Haben Sie Eichhörnchen gesehen?

Der NABU startet gemeinsam mit dem Leibniz-IZW und NABU|naturgucker ein Projekt, um Fragen rund um Eichhörnchen zu beantworten. Dabei sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen: Melden Sie uns Eichhörnchen, die Sie entdecken, und das gerne auch über einen längeren Zeitraum.
  • Artikel
  • Lesedauer: 12 Min.
Eichhörnchen sitzt in der Wiese
Ganz nah dran – unser Werbeteam sucht das direkte Gespräch.© Foto: © NABU/Marc Scharping

Wie oft und wann haben Eichhörnchen im Jahr Nachwuchs, wie viele Jungtiere sind es pro Wurf und wie viele von ihnen überleben? Das neue Eichhörnchen-Projekt von NABU, dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und NABU|naturgucker untersucht mit Ihrer Hilfe die jahreszeitliche Rhythmik von Eichhörnchen in Deutschland. Neu ist, dass nicht nur punktuelle Beobachtungen gemeldet werden sollen, sondern ein Standort wiederholt über einen längeren Zeitraum.

Haben Sie Eichhörnchen gesehen?

Der NABU startet gemeinsam mit dem Leibniz-IZW und NABU|naturgucker ein Projekt, um Fragen rund um Eichhörnchen zu beantworten. Dabei sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen: Melden Sie uns Eichhörnchen, die Sie entdecken, und das gerne auch über einen längeren Zeitraum.

Eichhörnchen melden!

Wissenschaftliche Fragestellung

Eichhörnchen im Park oder zu Hause im Garten zu beobachten, ist einfach. Schwieriger hingegen ist es, Daten zur Reproduktion der kleinen Kobolde zu sammeln, wie ihr Überleben und die Anzahl der Jungtiere pro Wurf ist, beziehungsweise wie häufig Eichhörnchen im Jahresverlauf Jungtiere zeugen. Solche Daten sind aber für die Wissenschaft von enormer Bedeutung, wenn es darum geht, Trends in der Populationsentwicklung vorherzusagen.



Ziel des Projektes ist es daher, mit Hilfe von Bürger*innen solche Langzeitdaten zu erheben. Dafür wird ein Standort ausgewählt, an dem Eichhörnchen regelmäßig beobachtet werden können, beispielsweise im Garten, auf dem Balkon oder im Park, und dort werden die Beobachtungen wiederholt dokumentiert. So kann eine Zeitreihe über einen Standort erstellt und Informationen über das Eichhörnchen-Jahr gesammelt werden.



Kontinuierliche Langzeitbeobachtungen können uns im Gegensatz zu unsystematischen Sichtungen komplexere Antworten auf folgende Fragestellungen liefern:

  • Wie gut können sich Eichhörnchen an Klimawandel oder Verstädterung anpassen?
  • Gibt es innerhalb Deutschlands Unterschiede oder sogar ein deutliches Gefälle, was Anzahl der Jungtiere, Wurfhäufigkeit oder Fortpflanzungszeitpunkt angeht?

Wie kann ich mitmachen und was ist meine Aufgabe?

Für unser Projekt suchen wir Freiwillige, die möglichst ein Jahr lang an einem selbst gewählten Standort (zum Beispiel im Garten, Balkon, Park) Eichhörnchen beobachten und melden („Langzeitbeobachtung“) oder „Zufallssichtungen“ an beliebigen Standorten melden. Dafür haben wir eine Aktionsseite erstellt: www.nabu-naturgucker.de/eichhorn.

Bitte nicht stören

Bitte achten Sie darauf, bei Ihrer Beobachtung die Eichhörnchen nicht zu stören. Das Tierwohl steht immer an erster Stelle, die Datenerhebung ist zweitrangig. Ideal ist beispielsweise eine Beobachtung mit dem Fernglas, so dass Sie „Ihr“ Eichhörnchen mit Abstand beobachten können. Auch wenn viele Eichhörnchen ihre Scheu vor Menschen nahezu verloren haben, sind es Wildtiere. Bitte fassen Sie diese nicht an.

FAQs: Eichhörnchen melden – so geht’s

Mehr über Eichhörnchen

Das Eurasische Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)

  • hat je nach Lebensraum, Klima und Nahrungsverfügbarkeit mehrere Paarungszeiten (vom Winter und bis ins späte Frühjahr),
  • hat eine Tragezeit von etwa 38 Tagen,
  • wirft bis zu sechs Jungtiere, die bei Geburt nackt, taub und blind sind (Nesthocker),
  • verlässt sechs Wochen nach der Geburt erstmals das Nest,
  • wird acht bis zehn Wochen gesäugt,
  • hat im ersten Jahr eine Sterblichkeit von 80 Prozent,
  • ist ein Allesfresser; zu seiner Nahrung zählen neben Nüssen und Samen auch Vögel oder deren Eier, Früchte und Pilze.

Einen detaillierten Artensteckbrief des Eichhörnchens finden Sie in unserer Aktionsseite oder direkt auf NABU-naturgucker-beobachtungen.de.

Bisher keine Konkurrenz durch Grauhörnch

Das Amerikanische Grauhörnchen (Sciurus carolinensis), das bisher zum Glück nur in Großbritannien und Italien vorkommt, verdrängt das Eurasische Eichhörnchen. Denn es überträgt die für Eichhörnchen oft tödlichen Parapoxviren, ohne selbst an Parapocken zu erkranken. In Deutschland gibt es bisher noch keine Nachweise für Grauhörnchen. Allerdings lebt hier eine dunkle Farbvariante des Eurasischen Eichhörnchens. 

Wer sind die Projektpartner?

Das Projekt wird gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Zoo-und Wildtierforschung (Leibniz IZW) und NABU|naturgucker durchgeführt. 

Durch die Kooperation mit dem IZW gibt es eine Schnittstelle zur hauptamtlichen Wissenschaft, die eine wissenschaftliche Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse sicherstellt. NABU-naturgucker.de ist Deutschlands größte kostenlose Meldeplattform für Naturbeobachtungen und stellt die im Projekt genutzte Aktionsseite zur Verfügung.

Und zu guter Letzt funktioniert das Projekt natürlich nur mit Ihrer Mithilfe. Also melden Sie sich auf unserer Aktionsseite an, erhalten Sie Einblicke in das Projekt, tragen Sie zur Wissenschaft bei, erweitern Sie Ihr eigenes Wissen und ganz wichtig: Haben Sie Spaß bei der Beobachtung der Eichhörnchen!

Sie möchten den Newsletter des Eichhörnchen-Projekts vom NABU, dem IZW und NABU|naturgucker und aktuelle Informationen aus dem Projekt erhalten?

Kontakt: