Streuobstwiesen sind weit mehr als eine Ansammlung alter Obstbäume. Sie bewahren regionale Sorten, bieten unzähligen Tierarten ein Zuhause und zeigen, wie eng Natur und Kultur miteinander verwoben sind.
Mit der Auszeichnung „NABU-Obstsortenparadies" rückt der NABU seit 2018 besonders wertvolle Streuobstanlagen ins Rampenlicht und macht auf die Bedeutung von Obstsortenvielfalt und Hochstamm-Obstbäumen für Biodiversität und gesunde Ernährung aufmerksam.
Was macht ein NABU-Obstsortenparadies aus?
Ein „NABU-Obstsortenparadies" ist eine Streuobstanlage, die sich durch besondere Vielfalt und vorbildliche Pflege auszeichnet. Wer den Titel tragen möchte, muss klare Kriterien erfüllen:
- mindestens 100 Hochstamm-Obstbäume, jeder mit einer Stammhöhe von mindestens 180 Zentimetern
- mindestens 50 verschiedene Obstsorten, jede davon auf mindestens zwei Hochstamm-Obstbäumen vorhanden – möglichst regionale Sorten
- eine dauerhafte Sicherung des Standorts
- eine naturverträgliche Bewirtschaftung, ganz ohne synthetische Pestizide und Düngemittel
Auch die Umweltbildung zählt: Die Flächen stehen der Öffentlichkeit offen, am Eingang informiert eine bundesweit einheitliche Infotafel über das Projekt, und idealerweise tragen die Bäume Sortenschilder, damit Besucher*innen den Unterschied zwischen den Sorten entdecken können.


