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Jetzt NABU-Mitglied werden!Trauer um Kenneth Richter
Kenneth hat seit 2020 beim NABU gearbeitet und sich hier seinem Herzensthema, dem Schutz der Wälder vor Abholzung und Verbrennung, gewidmet. Mit seiner ruhigen und bedächtigen Art war er ein immer freundlicher und zuvorkommender Kollege, der für sein Thema brannte und sich sein gesamtes Berufsleben für den Schutz der Biodiversität eingesetzt hat.
“Bäume zu verbrennen, um das Klima zu schützen, das klingt nach dem Plan des Schurken in einem Marvel-Comic, aber es ist EU-Politik." Dies sind Sätze, für die wir ihn kennen und schätzen. Er war ein politischer Campaigner, der nach jahrzehntelanger Kampagnen- und Lobbyarbeit bestens vernetzt war. Kenneth kannte sämtliche Europaabgeordnete und die Feinheiten der europäischen Politik. Zudem hat er wenig unversucht gelassen, für die Natur und die Wälder zu lobbyieren. Es war eine wahre Freude und eine große Ehre, mit ihm zusammen zu arbeiten.
Im Frühjahr 2022 wurde bei ihm Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostiziert. Eine nicht heilbare degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Es war für uns alle bewundernswert, dass er nach der Diagnose und mit immer schwereren Symptomen, stets weiterarbeiten wollte und unaufhörlich seine Ziele verfolgt hat. Trotz weit vorangeschrittener Krankheit hat er sich bis zur finalen Einigung zur RED III-Richtlinie im Oktober 2023 unermüdlich gegen die Verbrennung von Waldholz als angebliche klimaverträgliche erneuerbare Energie ausgesprochen und eingesetzt. Ein Kampf, den er leidenschaftlich über Jahre geführt hat.
Im NABU und in der europäischen Bioenergiearbeit wird Kenneth eine große Lücke hinterlassen. Er wird uns als Kollege und Freund sehr fehlen. Auch die Wälder verlieren mit Kenneth eine wichtige Stimme, die sich beständig für ihren Schutz eingesetzt hat. Unsere Gedanken sind in dieser Zeit aber vor allem bei seiner Familie.
Kenneth war kein lauter Charakter - dafür stets bereit, sich mit konstruktiven Gedanken einzubringen. Er hat uns das Desaster mit der Abholzung der Wälder nahegebracht und auch nach seiner schwerwiegenden Diagnose seine freudige Kraft nicht verloren – eine Einstellung, vor der wir nur bewundernd den Hut ziehen können. Besonders werden uns auch sein Humor und sein guter Musikgeschmack in Erinnerung bleiben.
Danke Kenneth, dass du dich so unermüdlich für den Schutz der Natur eingesetzt und unser Leben so bereichert hast.
