Für Kraniche weltweit sorgen
Gemeinsam schützen wir die „Boten des Glücks“
Kraniche gibt es fast auf der ganzen Welt - doch sie sind vielerorts stark bedroht, vor allem durch den Verlust ihrer Lebensräume. Helfen wir Ihnen jetzt! Mehr →
Foto: Christoph Kasulke
15. Oktober 2026 – Offenbar haben die günstigen Wetterbedingungen bereits Wirkung gezeigt. Seit gestern Nachmittag wurden entlang der Hauptrouten deutlich mehr ziehende Kraniche gemeldet. Besonders auf der Hessenroute nahm das Zuggeschehen spürbar zu.
Auf den Meldeportalen gingen zahlreiche Sichtungen größerer Trupps ein. Allein aus dem Rhein-Main-Gebiet wurden mehrfach mehrere hundert Kraniche beobachtet. Die größte Meldung kam aus Walldorf mit über 2.000 ziehenden Kranichen. Weitere große Trupps wurden unter anderem bei Rüsselsheim, Ginsheim, Offenbach, Frankfurt, Friedrichsdorf, Bruchköbel, Bad Vilbel, Dreieich und Büdingen gemeldet. Auch aus dem Raum Fulda, dem Taunus, der Wetterau sowie aus dem Raum Wiesbaden und dem Rheingau liegen Beobachtungen ziehender Kraniche vor. Auch heute lohnt sich entlang der Hauptrouten ein Blick in den Himmel. Die ersten Meldungen des Tages zeigen, dass weiterhin Kraniche auf der Hessenroute unterwegs sind.
Die Wetterbedingungen bleiben zunächst günstig für den Weiterflug. Heute und morgen herrscht ruhiges und meist trockenes Herbstwetter, bevor es am Wochenende teilweise ungemütlicher wird.
Weitere Infos:
Der NABU-Terminkalender listet zahlreiche geführte Kranich-Touren zu Fuß, per Fahrrad, Bus, Kanu und Schiff auf. Einen besonderen Schwerpunkt gibt es im Herbst mit zwei „Kranichwochen“ am Ostseebodden und im Nationalpark Unteres Odertal. Mehr →
14. Oktober 2026 - Wie entwickeln sich die Kranichzahlen im Rhin-Havelluch? Viele Menschen schauen derzeit sorgenvoll auf das große Rastgebiet rund um Linum, in dem es bisher in diesem Jahr ungewöhnlich ruhig blieb. Auch die jüngste Synchronzählung gibt keinen Anlass zum Aufatmen. 13.630 Kraniche wurden am 13. Oktober erfasst. Eine Woche zuvor waren es 12.220 Tiere. Der Rastbestand ist damit zwar leicht gestiegen, bleibt aber weiterhin deutlich hinter den Werten der vergangenen Jahre zurück.
Gleichzeitig gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass der Kranichzug insgesamt ungewöhnlich schwach verläuft. Vielmehr spricht einiges dafür, dass der Zug in diesem Herbst etwas anders und möglicherweise verzögerter verläuft als gewohnt. Ein Blick zum Hornborga-See in Südschweden zeigt, dass dort noch Anfang Oktober mehrere tausend Kraniche rasteten, deutlich mehr als zur gleichen Zeit in den Vorjahren. Der Abzug hat zwar begonnen, verlief bislang aber vergleichsweise verhalten.
Auch in anderen großen Rastgebieten läuft die Sammelphase noch. An der Darß-Zingster Boddenkette und auf Rügen wurden bei der jüngsten Synchronzählung (10. Oktober) rund 32.000 Kraniche erfasst. In der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen stieg die Zahl innerhalb weniger Tage von 10.099 auf 12.644 Kraniche (10. Oktober). Die Tiere sammeln sich also weiterhin, der große Aufbruch Richtung Südwesten scheint noch bevorzustehen.
Dennoch sind entlang der Zugrouten inzwischen deutlich mehr Kraniche unterwegs. Auf NABU|naturgucker häufen sich die Meldungen aus Hessen. In den vergangenen Tagen wurden unter anderem 150 Kraniche bei Kassel, 62 bei Oberwetz und 40 im Raum Frankfurt beobachtet. Auch aus Berlin und Brandenburg liegen vermehrt Meldungen ziehender Trupps vor.
Für morgen sagen die Wetterprognosen ruhiges Herbstwetter ohne nennenswerten Gegenwind voraus. Die Bedingungen für den Weiterflug sind damit günstig. Entlang der großen Zugrouten lohnt sich also ein Blick in den Himmel.
7. Oktober 2026 – Im Rhin-Havelluch sammeln sich weiterhin die Kraniche. Allerdings bleiben die Zahlen deutlich hinter denen der vergangenen Jahre zurück. Bei der jüngsten Zählung (6. Oktober) wurden 12.220 Kraniche erfasst. Nach dem Anstieg Ende September ist der Rastbestand damit nur leicht gewachsen. Für Anfang Oktober bleibt das Rhin-Havelluch ungewöhnlich leer.
Warum derzeit deutlich weniger Kraniche im Rhin-Havelluch rasten als in den vergangenen Jahren, ist noch unklar. Wahrscheinlich kommen mehrere Faktoren zusammen. Im vergangenen Jahr traf die Vogelgrippe die Kraniche besonders hart: Entlang der westeuropäischen Zugroute starben schätzungsweise rund 40.000 Tiere, auch die Rastregion Linum war stark betroffen.
Hinzu kommt die Trockenheit. Sie hatte Auswirkungen auf den Bruterfolg. Denn trocknen die Brutplätze aus, können Füchse und andere Fressfeinde leichter an die Nester gelangen. Auch fehlt es den Rastplätzen an Wasser. Kraniche übernachten bevorzugt stehend im flachen Wasser, wo sie besser vor Fressfeinden geschützt sind. Rund um Linum sind solche Schlafplätze derzeit scheinbar knapp. Möglich ist deshalb, dass einige Kraniche auf andere geeignete Schlafplätze ausweichen.
Und vielleicht sind einige Kraniche schlicht noch nicht angekommen. Viele der Vögel, die im Rhin-Havelluch rasten, kommen aus Polen, dem Baltikum und Finnland. Ob sich dort noch größere Trupps aufhalten oder die Vögel andere Rastgebiete nutzen, können wir derzeit nicht sicher sagen.
Wie sich die Situation entwickelt, werden die nächsten Zählungen zeigen. Noch befinden wir uns in der Sammelphase, größere Trupps können also durchaus noch hinzukommen.
Die aktuellen Kranichmeldungen Anfang Oktober 2026 - Screenshot: Ornitho.de/DDA
Weiter südwestlich zeigen sich derweil erste kleinere Bewegungen. Am 5. Oktober wurden bei NABU|naturgucker unter anderem Trupps bei Ringgau/Grandenborn und bei Wölfersheim/Wohnbach in Hessen gemeldet. Einen Tag zuvor waren Kraniche bei Butzbach beobachtet worden.
Das sind noch keine großen Zugbewegungen. Die Beobachtungen zeigen aber, dass erste Kranichtrupps bereits in den Südwesten unterwegs sind. Hessen liegt in einem wichtigen Zugkorridor: Kraniche aus dem Rhin-Havelluch und anderen Rastgebieten rund um Berlin ziehen häufig über Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland weiter nach Frankreich.
Wie sich die Kraniche in den nächsten Tagen verhalten werden, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Das wechselhafte Wetter bietet voraussichtlich mal günstigere und mal weniger günstige Bedingungen: Westliche Winde könnten den Zug nach Südwesten unterstützen, Regen, kräftige Böen oder Gegenwind ihn wiederum bremsen. Ob und wann größere Trupps aufbrechen, bleibt also abzuwarten.
30. September 2026 – Jetzt kommt auch Bewegung ins Rhin-Havelluch: 11.220 Kraniche wurden am Dienstag rund um Linum gezählt. Das sind mehr als dreimal so viele wie noch vor einer Woche, als dort gerade einmal 3.200 Kraniche rasteten. Wir hatten berichtet, dass es im Havelland noch ungewöhnlich ruhig war. Die Kraniche, die hier im Herbst Station machen, kommen vor allem aus Osteuropa und dem Baltikum.
So richtig voll ist es in Linum allerdings noch nicht. Die Rastzahlen liegen weiterhin deutlich unter denen der vergangenen Jahre. Ende September 2025 wurden dort mehr als 62.000 Kraniche gezählt, 2024 waren es zu dieser Zeit bereits rund 73.000. Es bleibt also spannend, wie schnell sich die Plätze rund um Linum in den nächsten Tagen weiter füllen.
Überhaupt heißt es im Moment noch vor allem: sammeln, rasten und ordentlich Kraft tanken für den Weiterflug. Die Kraniche pendeln in der Sammelphase zwischen ihren Schlafplätzen und den Nahrungsflächen hin und her. Auch das ist schon ein tolles Schauspiel, das man auch abseits der großen Rastplätze wunderbar beobachten kann. Kleinere Trupps lassen sich immer wieder auf den abgeernteten Stoppelfeldern beobachten.
Noch ohne rote „Kappe“: Jungkraniche haben einen bräunlich gefärbten Kopf und Hals. - Foto: Christoph Kasulke
Schauen und hören Sie beim nächsten Kranichtrupp einmal genauer hin: Zwischen den Altvögeln sind jetzt auch die diesjährigen Jungkraniche unterwegs. Zu erkennen sind sie an dem noch bräunlich gefärbten Gefieder an Kopf und Hals und der fehlenden roten „Kappe“. Noch leichter verrät sie ihre Stimme: Die Rufe der Jungen klingen deutlich höher als das kräftige Trompeten der Altvögel. Wie unterschiedlich das klingt, können Sie sich hier anhören:
Audio: Lars Edenius / xeno-canto.org, XC1173233, CC BY-NC-SA 4.0, unverändert
Passend zum Kranichzug ist am kommenden Wochenende Birdwatch: Am 3. und 4. Oktober laden wir wieder zur europaweiten Zugvogelbeobachtung ein. Bei zahlreichen fachkundig geleiteten Exkursionen können Sie Kraniche und viele weitere Zugvögel beobachten und mehr über ihre Reise erfahren. In unserem Terminkalender finden Sie sicher auch Veranstaltungen in Ihrer Nähe.
Kraniche am Rastplatz - Foto: Stephanie Tübbecke/NABU-naturgucker.de
23. September 2026 – Pünktlich zum Herbstanfang füllen sich die großen Kranichrastplätze im Nordosten Deutschlands. An der Ostseeküste treffen derzeit zahlreiche Kraniche aus Skandinavien ein. Zuvor hatten ungünstige Winde den Überflug aus Südschweden gebremst. Am Ostseebodden wurden zuletzt knapp 10.000 Kraniche gezählt. „Jetzt löst sich der Stau aber auf, immer neue Kranichtrupps erreichen fast im Minutentakt die deutsche Küste“, berichtet Kranich-Experte Günter Nowald vom NABU-Erlebniszentrum Kranichwelten in Günz.
Anders sieht es derzeit im Rhin- und Havelluch bei Linum aus. Bei der Synchronzählung am Dienstag wurden lediglich 3.200 Kraniche erfasst. Das ist zu diesem Zeitpunkt der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren. Die Linumer Rastvögel kommen vor allem aus Osteuropa und dem Baltikum. Warum sie in diesem Jahr Verspätung haben, ist unklar. Wie schnell sich die Lage ändern kann, zeigt aber die Ostseeküste.
Bei einer Synchronzählung werden Kraniche an festgelegten Terminen möglichst zeitgleich an ihren Schlafplätzen gezählt. So lassen sich die Rastbestände erfassen und Mehrfachzählungen möglichst vermeiden.
Bei den deutschen Kranichen zeichnet sich ein schwaches Brutjahr ab. Als Hauptproblem nennt Kranich-Experte Günter Nowald die Trockenheit. Denn fehlt das Wasser rund um die Nester, sind Eier und Küken schlechter vor Füchsen, Wildschweinen oder Waschbären geschützt. „Insgesamt ist das dieses Jahr zu wenig, um den Bestand zu erhalten – vom Ausgleich der Vogelgrippeverluste gar nicht zu reden“, so Nowald. Auf einen erneuten Ausbruch der Geflügelpest, durch die im letzten Jahr zehntausende Kraniche starben, gibt es momentan erfreulicherweise aber keine Hinweise.
Wie es europaweit um den Nachwuchs bestellt ist, werden die Zählungen der kommenden Wochen zeigen. Aktuell sind eher Single-Kraniche und Paaren ohne Nachwuchs unterwegs, die Familien kommen später nach.
Der Kranich ist für Brut und Rast auf intakte Feuchtgebiete angewiesen. Passend dazu tritt er als einer der fünf Kandidaten bei der Wahl zum„Vogel des Jahres 2027“ mit der Forderung „Allzeit nasse Füße!“ an. Sie können bei unserer Aktion noch bis zum 15. Oktober für Ihren Favoriten abstimmen!
Das digitale Wahlbüro zur Vogelwahl ist geöffnet. Fünf Vogelarten stehen bis zum 15. Oktober zur Wahl: Wasseramsel, Mehlschwalbe, Kolkrabe, Kranich und Trauerschnäpper. Welcher der Kandidaten macht das Rennen zum Vogel des Jahres 2027? Mehr →
Jedes Jahr Anfang Oktober heißt es Fernglas raus, um beim Birdwatch gemeinsam mit NABU-Expert*innen Zugvögel zu beobachten. Bundesweit gibt es viele Veranstaltungen – in unserem Terminkalender finden Sie sicher auch etwas in Ihrer Nähe! Mehr →
Alljährlich im Oktober und November können Naturfreunde an vielen Orten Deutschlands das großartige Schauspiel ziehender Kraniche am Himmel beobachten. Einer der größten Kranich-Rastplätze Europas befindet sich bei Linum in Brandenburg. Mehr →
Mehr als 350.000 Kraniche rasten in Deutschland. Das neue internationalen NABU-Erlebniszentrum „Kranichwelten“ in Mecklenburg-Vorpommern ist seit September 2025 eröffnet. Kranichbegeisterte können dort den „Tänzern des Nordens“ nahekommen. Mehr →
Kranich mit Jungvogel - Foto: Rainer Mönke/www.naturgucker.de
02. April 2026 - Zu Beginn der Brutzeit sind oft nur noch revierlose „unverheiratete“ Vögel zu sehen, während sich die Brutpaare gut versteckt in Auwäldern oder Söllen aufhalten. Sobald die Küken mobil sind, kann man dann mit Glück Kranicheltern samt Nachwuchs bei der Nahrungsaufnahme beobachten.
Nach der Brutsaison sammeln sich die ersten Kraniche noch im August, ab Anfang September werden an den Rastplätzen auch bereits Kraniche aus Skandinavien eintreffen.
Auf dem Weg nach Osten: ein Kranichtrupp über Berlin-Lankwitz - Foto: Gudrun Borsdorff/NABU-naturgucker.de
27. Februar 2026 - Gehen Sie nicht weiter, hier gibt es etwas zu sehen: Noch immer lohnt sich ein Blick in den Himmel, der Kranichzug ist in vollem Gang. Während der Rückkehrbeginn aus Frankreich dem üblichen Zeitplan entsprach, ließen sich die Spanien-Überwinterer etwas länger Zeit. Erst am 18. Februar wurden erste Kraniche beim Flug über die Pyrenäenpässe beziehungsweise beim Umfliegen des Gebirges nordöstlich von Barcelona registriert. Grund für die Verzögerung waren die schweren Stürme, die in den ersten Wochen des Jahres über der iberischen Halbinsel tobten.
Über Deutschland ergibt sich ein von Tag zu Tag wechselndes Bild mit unterschiedlicher Zugstärke und unterschiedlichen Routen. Mal wird eher Hessen überflogen, mal eher NRW, mal fliegen die Kraniche via Saarland und Rheinland-Pfalz, mal fliegen sie über Luxemburg und Belgien ein. Sind die Vögel durch die vorherrschenden Winde zu weit nach Nordwesten abgedriftet, kommt es anschließend zu korrigierenden Flugetappen in östlicher statt nordöstlicher Richtung.
08. Februar 2026 - Nach den „Vorwarnungen“ aus Frankreich nicht überraschend: Am Samstag nahm die Kranichrückkehr wieder deutlich zu. Beflogen wurden alle Hauptrouten, den eingegangenen Meldungen nach etwas mehr via Rheinland-Pfalz und Hessen als über NRW. Am Sonntag ging es munter weiter, wobei kaum mehr Kraniche aus Frankreich nachkamen. Es wurden vor allem Vögel beobachtet, die in Süd- und Mittelhessen übernachtet hatten und nun ihren Flug fortsetzten.
Bitte beachten: Soweit erkennbar, Beobachtungen immer auch mit Angaben zur Flugrichtung versehen.
04. Februar 2026 - Da kommt noch mehr: Die bisherige Kranichrückkehr wurde vor allem aus den Winterquartieren Zentralfrankreichs, der Champagne und Lothringens gespeist. Jetzt registriert LPO Champagne-Ardenne auch im Südwesten an der Atlantikküste bei Bordeaux immer mehr aufbrechende Kraniche. In Deutschland sind die Beobachtungen zunächst einmal wieder etwas zurückgegangen.
01. Februar 2026 - Von wegen „einsickern“: Am Samstag setzte starker Kranicheinflug aus Frankreich mit teils mehrere hundert Vögel großen Formationen ein, der am Sonntag noch heftiger wurde. Beflogen wurde ein breiter Korridor von Luxemburg im Westen bis Karlsruhe im Osten, der Weiterflug Richtung Nordosten erfolgte vor allem via Rheinland-Pfalz und Hessen, am Sonntag-Nachmittag auch über NRW und Westniedersachsen.
Die Kraniche haben es beim Weg zum Brutplatz grundsätzlich recht eilig. Während sie im Herbst oft mehrere Wochen an den großen Rastplätzen pausieren, wird jetzt durchgezogen. Am Ziel der Rückreise wartet kein großes Happening, bei dem sich alle wieder treffen. Es geht um geeignete Brutreviere für jeweils ein Kranichpaar, wo es im Frühling und Sommer Nachwuchs aufziehen kann. Andere Kraniche in zu großer Nähe stören dabei. Im Unterschied zu Störchen oder Reihern sind Kraniche keine Koloniebrüter. Ihre Nester befinden sich auch nicht einigermaßen vor Fressfeinden sicher in Baumkronen oder auf Hausdächern, sondern direkt am Boden, geschützt nur durch eine möglichst versteckte Lage und umgeben von möglichst knietiefem Wasser.
Der Zeitpunkt des Rückflugsbeginns ist übrigens nicht ungewöhnlich. Vor einem Jahr - siehe ganz unten auf dieser Seite - ging es auch Ende Januar los.
30. Januar 2026 - In Frankreich brechen immer mehr Kraniche auf und fliegen Richtung Nordosten. Wie viele es sind, ist schwer zu sagen. Der Frühjahrszug, der eigentlich ein Spätwinterzug ist, fällt weniger auf als der Herbstzug, weil die Vögel eher in kleinerer Zahl „einsickern“. Umso wertvoller für die Bewertung der Lage ist jede Kranichbeobachtung, die in Onlineportalen wie NABU-naturgucker.de gemeldet wird. Dass in den östlichen Hauptbrutgebieten aktuell Dauerfrost herrscht, können die Kraniche nicht wissen. Solange die Kälte nicht mit tiefem Schnee verbunden ist, kommen sie damit aber ohnehin recht gut zurecht.
23. Januar 2026 - Rückflug in die Kälte: Zumindest im Osten Deutschlands ist es momentan ordentlich frostig und in den kommenden Tagen ist auch Neuschnee angesagt. Dennoch werden vor allem im Himmel über Nordrhein-Westfalen von der Eifel über das Rheinland bis zum Ruhrgebiet immer wieder Ketten von teils mehreren hundert Vögeln mit Flugrichtung Nordost beobachtet. Die Rückkehr in die Brutgebiete ist ein bisschen ein Glücksspiel. Frühe Rückkehrer können sich die besten Reviere aussuchen, die Pioniere sind aber auch in Gefahr, noch einmal vom Winter überrascht zu werden.
Zugvögel legen jedes Jahr tausende Kilometer zurück. Doch zwischen Brutplatz und Winterquartier lauern viele Gefahren. Helfen Sie unseren Zugvögeln, in ihren Brutgebieten und auf ihrer gefährlichen Reise zu überleben. Mehr →
16. Januar 2026 - Nur eine Woche ist es her, dass Frost und Schnee bei den Kranichen eine sogenannte Winterflucht auslöste. Da genau zu diesem Zeitpunkt die 16. bundesweite „Stunde der Wintervögel“ von NABU und LBV stattfand, ist der verspätete Kranichzug gut dokumentiert. Es wurden aus sämtlichen Bundesländern einschließlich der Stadtstaaten fast 50.000 Dörfer und Städte überfliegende Kraniche gemeldet, darunter 11.000 aus Nordrhein-Westfalen, 10.000 aus Rheinland-Pfalz, 7100 aus Hessen und 4100 aus Niedersachsen. Selbst in Bayern und Baden-Württemberg als Regionen weit am Rand der üblichen Routen waren es je gut 1000 Kraniche. Dabei wurden Kraniche entlang ihrer Flugstrecke sicher auch mehrfach notiert.
Die meisten Vögel flogen nur so weit wie nötig. Um jetzt noch nach Spanien in die klassischen Winterquartiere zu ziehen, ist es schon zu spät im Winter. Ein gutes Beispiel hierfür ist Kranich „Isa“, der im Juni als Jungvogel bei Kreien in der Nähe von Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) mit einem GPS-Sender ausgestattet wurde. Er begann seine Winterflucht am Freitag (9.) und kam mit Etappen von 302, 251 und 208 Kilometern nach drei Tagen in Luxemburg an.
Der Kranichflugverkehr über Deutschland ist abgeebbt. Dennoch lohnt es sich weiter in den Himmel zu schauen und dabei auch auf die Flugrichtung der Vögel zu achten. Kaum ist es wieder milder geworden, mehren sich nämlich die Hinweise auf Kranichtrupps in Gegenrichtung. Daher heißt es jetzt: Flugrichtung Südwest oder Nordost? Noch sind es wenige Rückkehrer, aber gerade das ist spannend: Wie viele „Winterflüchtlinge“ kehren wieder zurück und wann setzt der allgemeine Rückreiseverkehr in die Brutreviere ein? Um das herauszufinden, sollte die Flugrichtung bei der Onlinemeldung von Beobachtungen auf NABU-naturgucker.de immer angegeben werden.
11. Januar 2026 - Die Winterflucht der Kraniche setzt sich heute fort. Bereits am Vormittag wurden auf NABU-naturgucker.de zahlreiche Kranichtrupps mit Flugrichtung Westen und Südwesten gemeldet. Die Beobachtungen setzten ungefähr auf einer Linie von Bonn über Frankfurt am Main bis Würzburg ein, östlich und nördlich davon gab es kaum Meldungen. Das spricht dafür, dass viele dieser Kraniche bereits gestern einen Teil der Strecke zurückgelegt hatten und nach einem Zwischenstopp nun von ihren Übernachtungsplätzen aufbrachen.
10. Januar 2026 - Wie reagiert die Vogelwelt auf Sturmtief „Elli“ (internationaler Name „Goretti“)? Kleinvögel wie Meisen und Amseln, so der Eindruck aus der am Freitag begonnenen „Stunde der Wintervögel“, zieht es angesichts des Schnees zunehmend in die Siedlungen und die dortigen Futterstellen. Auch Rotkehlchen und Buchfinken wurden in den Gärten der norddeutschen Schneeregionen wesentlich häufiger beobachtet als im zunächst noch milden Süden und Westen.
Großvögeln wie den Kranichen schien Frost und Schnee zunächst wenig auszumachen. Am Samstag änderte sich das Bild plötzlich. Als das Winterwetter immer weiter nach Süden vordrang und es gleichzeitig im Norden weiter kalt blieb, war das für tausende noch in Deutschland verbliebene Kraniche Signal zum Aufbruch. Auf breiter Front wichen sie nach Südwesten aus, also Richtung Frankreich. Zwar wurden hauptsächlich die klassischen beiden Hauptrouten quer über Hessen und von Westniedersachen über NRW beflogen. Aber einzelne Trupps wurden auch in den Zwischenräumen beobachtet, so dass es den Eindruck eines großen Kehraus machte. Hauptsache weg…
Soweit noch Kraniche im Land sind, bestehen am Sonntag bei vielerorts blauem Himmel gute Beobachtungsmöglichkeiten. Überfliegen die Kraniche Gärten und Parks, können sie natürlich auch bei der Stunde der Wintervögel notiert und gemeldet werden.
Kraniche gibt es fast auf der ganzen Welt - doch sie sind vielerorts stark bedroht, vor allem durch den Verlust ihrer Lebensräume. Helfen wir Ihnen jetzt! Mehr →
Der NABU-Terminkalender listet zahlreiche geführte Kranich-Touren zu Fuß, per Fahrrad, Bus, Kanu und Schiff auf. Einen besonderen Schwerpunkt gibt es im Herbst mit zwei „Kranichwochen“ am Ostseebodden und im Nationalpark Unteres Odertal. Mehr →
Melden Sie dem NABU Ihre Kranich-Beobachtungen. Je mehr Daten über das Zugverhalten zusammenkommen, desto bessere Aussagen können getroffen werden. Nur wenn wir wissen, wo die Kraniche sich aufhalten, können wir vor Ort aktiv Schutzmaßnahmen ergreifen. Mehr →
Kraniche und Wildgänse haben ein ähnliches Zugverhalten und nutzen oftmals gemeinsame Rastgebiete. Da auch ihre Flugbilder recht ähnlich sind, sind sie für Laien manchmal schwer auseinanderzuhalten. Hier erfahren Sie, wie es geht. Mehr →
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