Naturschutz aktuell - NABU-Pressedienst
27.03.2015

NABU und Umweltrat Fehmarn: Ostseeinsel soll plastiktütenfrei werden

Pilotkommune im Projekt „Regionale Maßnahmen gegen Müll im Meer"

Berlin/Fehmarn – Fehmarn soll plastiktütenfrei werden. Der NABU ist Partner der Ostseeinsel bei der Initiative „Im Meer weniger Plastik“, die ein Zeichen setzen will gegen den zunehmenden Eintrag von Müll in die Landschaft und die Meere. Ein wichtiges Ziel ist es, Einzelhändler und Unternehmen der Insel zu motivieren, sich dem freiwilligen Verzicht auf Einwegplastiktüten anzuschließen, um so ihren Beitrag zum Schutz der Landschaft und der Meere zu leisten. Fehmarn wird damit Pilotkommune im NABU-Projekt „Regionale Maßnahmen gegen Müll in Nord- und Ostsee“, das mit Mitteln des Umweltbundesamtes (UBA) und des Bundesumweltministeriums unterstützt wird.

Vor diesem Hintergrund soll am Aktionstag „Schleswig Holstein räumt auf“, der am Samstag (28. März ) landesweit stattfindet, das gemeinsame Logo der Initiative bekannt gemacht werden: jeder Teilnehmer, der sich an der Aufräumaktion beteiligt, erhält einen Baumwollbeutel mit dem Logo als umweltfreundliche Alternative zur Einwegplastiktüte. Wichtig ist den Initiatoren dabei, eine positive Kampagne zu starten und die Kunden von der Nutzung der Mehrwegtaschen zu überzeugen und freiwillig auf die Einwegplastiktüte zu verzichten. Treffpunkt zur Aufräumaktion ist um 10:30 Uhr auf dem Marktplatz in Burg.

„Plastikmüll ist nicht nur ein Problem ferner Meere mit großen Müllstrudeln. Auch Ost- und Nordsee sind durch Plastikabfälle belastet. Daher ist es wichtig, dass sich gerade auch die Küstenkommunen am Kampf gegen die zunehmende Plastikflut beteiligen. Fehmarn startet damit ein wichtiges Leuchtturmprojekt an der gesamten Ostseeküste“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Mehr als zehn Millionen Tonnen Müll gelangen Jahr für Jahr in die Ozeane. Insbesondere Plastikabfälle, Folien, Tüten, Verpackungen, aber auch verlorengegangene Fischernetze oder illegal entsorgter Schiffsmüll verunreinigen Strände und Küsten. Tausende Meerestiere kommen dadurch ums Leben. Denn im Meer überdauert Plastikmüll Jahrzehnte: Sonne, Salzwasser und Wellenbewegung zerreiben ihn in kleinere Partikel.

„Sowohl die EU als auch die Bundesregierung tun sich seit Jahren schwer, die Abgabe von Plastiktüten in den Geschäften zu regulieren. Wir auf Fehmarn wollen nicht länger warten und den Abschied von der Plastiktüte einläuten. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Abgabe von Tüten auf der Insel um mindestens 70 Prozent zu reduzieren und setzen auf umweltverträgliche Initiativen im Einzelhandel“,sagte die Geschäftsführerin des Umweltrates auf Fehmarn, Beate Burow.

Für den NABU spielt Fehmarn eine wichtige Rolle mit Blick auf den Meeresschutz. So ist der NABU-mit Mitarbeitern des Wasservogelreservats Wallnau an Strandreinigungsaktionen beteiligt und im Bereich der Umweltbildung aktiv. Burgstaaken auf Fehmarn war auch der erste Fischereihafen in Deutschland, der im Sommer 2011 seine Arbeit im Rahmen der NABU-Initiative „Fishing for Litter“ aufnahm. Seitdem sammeln Fischer den während der regulären Fischerei aufgefischten Müll ein und entsorgen ihn umweltgerecht in einem speziellen Container.

Darüber hinaus führt der NABU auf Fehmarn ein so genanntes Spülsaum-Monitoring durch. Seit fast vier Jahren werden alle drei Monate systematisch dieselben 100 Meter langen Strandabschnitte erfasst. Der Strand wird vom angeschwemmten Müll befreit und die Fundstücke dokumentiert und gezählt. Auf Fehmarn wurden dabei durchschnittlich rund 90 Müllteile auf 100 Metern Strandabschnitt gefunden. Neben illegal von Schiffen entsorgten Fässern oder Farbeimern besteht ein Großteil der Fundstücke, die im „Fishing for Litter“-Container landen oder am Strand gesammelt werden, aus Schraubverschlüssen, Lebensmittelverpackungen, Plastiktüten und Zigarettenkippen sowie Tauwerk und Netzfetzen. Dies zeigt deutlich, aus welchen Bereichen menschlicher Aktivität der Müll stammt: Aus der Schifffahrt und Freizeitaktivitäten an den Stränden.


Mehr Infos

Umweltrat

Für Rückfragen:

Beate Burow, Umweltrat Burg auf Fehmarn, Tel. +49 (0)4371-50 66 54 umweltrat@stadtfehmarn.de

Nils Möllmann, NABU-Meeresschutzexperte, Mobil +49 (0)1522-18 07 162 nils.moellmann@NABU.de

Nikola Vagt, NABU-Wasservogelreservat Wallnau, Tel. + 49 (0)4372-80 69 10 Nikola.Vagt@NABU-Wallnau.de







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