Naturschutz aktuell - NABU-Pressedienst
25.02.2008

NABU unterstützt Malta im Kampf gegen die illegale Vogeljagd

Internationales Vogelschutzcamp vom 14. bis 29. April

Malta/Berlin – Nachdem die EU-Kommission am 31. Januar 2008 ein Klageverfahren gegen Malta vor dem Europäischen Gerichtshof eröffnet hat, steht in den kommenden Monaten eine entscheidende Phase bevor. Im Mittelpunkt steht die Beendigung der besonders schädlichen Frühjahrsjagd auf Wachteln und Turteltauben. Aus diesem Anlass wird es erstmals auch im Frühjahr ein internationales Vogelschutzcamp geben. Das „Spring Watch Camp Malta“ findet vom 14. bis 29. April statt, dem Höhepunkt des Vogelzuges. Der NABU unterstützt das Camp erneut und ruft interessierte Vogelfreunde zur Teilnahme auf.

Die Beobachtung des Vogelzugs an unterschiedlichen Orten der Insel und die möglichst genaue Dokumentation des Jagdgeschehens stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten. Außerdem wird es die Möglichkeit zum Besuch von Vogelschutzgebieten und verschiedene Freizeitangebote geben. Besondere ornithologische Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Weniger erfahrene Vogelfreunde können ihre Artenkenntnis an zwei eingeplanten Schnellkursen zur Vogelbestimmung erweitern. Camp-Sprache wird Englisch sein. Wahlweise ist es möglich, eine Woche oder zwei Wochen teilzunehmen. Die Anreise sollte dazu am Wochenende erfolgen. Die Unterbringung erfolgt in einem einfachen, aber angenehm ausgestatteten Hotel mit Vollpension. Weitere Einzelheiten und Hinweise zur Anmeldung sind auf der Internetseite von BirdLife Malta zu finden: www.birdlifemalta.org/conservation/other_projects/springwatch/.

Seit dem EU-Beitritt Maltas fordert der NABU ein Ende der Zugvogeljagd auf der kleinen Mittelmeerinsel. Im Herbst 2007 fand dazu das bisher größte Vogelschutz-Camp statt. Mehr als 50 Teilnehmer aus sieben Ländern engagierten sich in dem zweiwöchigen Camp, das mit Spendengeldern aus der NABU-Zugvogelpatenschaft unterstützt werden konnte. Zusammen mit den Partnern von BirdLife Malta protokollierten die Vogelschützer nicht nur den Vogelzug, sondern auch die umfangreiche Jagd im Süden der Insel. Insgesamt wurden 209 Verstöße dokumentiert und der örtlichen Polizei gemeldet. In den meisten Fällen handelte es sich um illegale Abschüsse von Greifvögeln. Unter den Opfern stand der in Mitteleuropa besonders seltene Wespenbussard an erster Stelle.

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