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Deutliche Ausbreitung der Gottesanbeterin / NABU registriert mehr als 30.000 Meldungen
Europäische Gottesanbeterin - Foto: Frank Derer
Update 30. September – Es gehen täglich immer noch 250 bis 500 Gottesanbeterinnenmeldungen ein. Für 2026 stehen inzwischen 38.000 Meldungen zu Buche, das sind 4,8 mal so viele wie 2025.
11. September 2026 – Noch gibt es in Deutschland zwei getrennte Gottesanbeterinnen-Vorkommen. Im für die Insekten günstigen Hitzejahr 2026 haben sich die Verbreitungsgebiete im Osten und Westen aber merklich ausgedehnt und damit aufeinander zubewegt. „Die deutsche Gottesanbeterinnen-Einheit steht kurz bevor“, prognostiziert NABU-Insektenexpertin Laura Breitkreuz. „Der Zusammenschluss wird wohl zuerst im Raum Westthüringen, Südniedersachsen und Nordhessen stattfinden. Bereits jetzt gibt es dort immer mehr Funde.“
Dank des warmen Frühjahrs konnten sich die auch als Mantis bekannten Fangschrecken nicht nur ungewöhnlich früh entwickeln, auch die Anzahl der Tiere ist geradezu explodiert. Im Portal NABU-naturgucker.de wurden bundesweit mehr als 30.000 Funde gemeldet, nahezu das Vierfache des Vorjahres.
Jetzt Ootheken melden
Die Oothek der Europäischen Gottesanbeterin hat eine Länge von zwei bis vier Zentimetern - Foto: Hans Schwarting/NABU-naturgucker.de
„Dabei ist die Saison noch nicht zu Ende“, betont Breitkreuz. „Soweit nicht schon geschehen, kann man die Weibchen jetzt bei der Eiablage beobachten. Das „Oothek“ genannte Paket enthält rund 200 Eier. Es ist in eine aushärtende Masse gebettet, die es wie Bauschaum wirken lässt.“ Die Tiere bevorzugen Eiablageplätze, die sich leicht erwärmen. Das kann die Sonnenseite eines Strauchs sein, aber auch ein Stein, ein Zaunpfahl, ein Gartensessel oder eine Hauswand.
Der NABU freut sich über Meldungen von Gottesanbeterinnen im Frühherbst ebenso wie über Fotodokumentationen von Ootheken. Sie zeigen, dass sich die Art in einem Gebiet erfolgreich etabliert hat.
- Beobachtungen online melden: www.NABU.de/Mantis-melden
Ausbreitung in alle Richtungen, Westen legt stärker zu
Außerhalb ihrer bisherigen Kerngebiete hat die Gottesanbeterin 2026 auch Teile des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb verstärkt besiedelt. Gleiches gilt für Mainfranken, den Großraum Nürnberg sowie im Westen für die Eifel.
Ausschnitt Karte Fotomeldungen Gottesanbeterin 2020 bis 2026 (für die Komplettansicht bitte klicken) - Grafik: NABU-naturgucker.de
Die Ostpopulation dehnte sich bis ins Erzgebirge und ins Zittauer Gebirge aus. Zudem wurden die Altmark, der Norden Brandenburgs und die Mecklenburgische Seenplatte erreicht. Vorposten finden sich inzwischen auf Usedom ebenso wie entlang der Linie Hamburg–Lübeck.
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Beobachtungen von Gottesanbeterinnen im Westen stärker gestiegen als im Osten. In Baden-Württemberg und Bayern haben sich die Zahlen fast versechsfacht, in Sachsen und Sachsen-Anhalt nicht einmal verdreifacht. Die meisten Beobachtungen (6137) wurden in Rheinland-Pfalz registriert. Bezogen auf die Landesfläche war die Meldungsdichte im Saarland am größten, gefolgt von Rheinland-Pfalz. Die wenigsten Fangschrecken gibt es im Norden von Niedersachsen über Schleswig-Holstein bis Mecklenburg-Vorpommern.
Ende und neuer Beginn
Nach der Eiablage leben die Gottesanbeterinnen nur noch wenige Tage. Bis Ende September wird ihre Zahl stark zurückgehen, spätestens ab November sind nur die Ootheken übrig. Die Eipakete überwintern. Im Mai schlüpfen daraus die Larven, aus denen sich bis Ende Juli oder Anfang August die ausgewachsenen Insekten entwickeln.
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