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NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger, Leiter des NABU-Instituts für Fluss- und Auenökologie Rocco Buchta und Bundesumweltminister Carsten Schneider (v.l.n.r.) - Foto: Alexander Paul Brandes
11. Mai 2026 – Wie ist der Stand der Renaturierung der Unteren Havel? Davon haben sich NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger gemeinsam mit Bundesumweltminister Carsten Schneider und Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann ein Bild vor Ort gemacht.
Bei dem Projekt handelt es sich um die größte Flussrenaturierung Europas. Die Untere Havel wird so naturnah wie möglich gestaltet, unter anderem werden Uferbefestigungen zurückgebaut und Altarme wieder angeschlossen – davon profitieren Mensch und Natur.
Die Untere Havelniederung ist Europas bedeutsamstes Flussrenaturierungsprojekt und ein zentrales Praxisbeispiel für die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung.
Carsten Schneider
Bundesumweltminister
„In den natürlichen Überschwemmungsflächen finden Tiere und Pflanzen neuen Lebensraum“, erklärt Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). „Die renaturierte Flussaue stärkt zudem den Hochwasserschutz, als natürlicher Wasserspeicher hilft sie uns in Dürrezeiten und sorgt für bessere Wasserqualität.“ Schneider würdigt die Renaturierung auch als „ein zentrales Praxisbeispiel für die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung“.
Die Havel zeigt, dass die Wiederherstellung von Natur kein abstraktes Konzept ist und eine lebenswertere Heimat schafft. „Genau deshalb ist dieses Projekt ein so wichtiges Signal für Deutschland und Europa: Natur wiederherzustellen bedeutet auch, Zukunft für die Menschen vor Ort zu sichern“, betont NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger – und würdigt die Zusammenarbeit von Gemeinden, Landnutzer*innen, Ehrenamtlichen, Behörden und Naturschutz: „Das verdient große Anerkennung.“
Auch Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann sieht das Projekt als großen Gewinn für das Bundesland: „In Zeiten fortschreitenden Klimawandels kommt es bei uns im Lande verstärkt zu Starkregen- und Hochwasser-Ereignissen, zugleich aber auch häufiger zu Hitze- und Trockenperioden.“ Die Renaturierung der Havelniederung trage dazu bei, den Wasserhaushalt angesichts zunehmender Wetterextreme stabil zu halten und fördert darüber hinaus die Artenvielfalt. „Jeder Euro in die Renaturierung ist insoweit gut angelegtes Geld für eine lebenswerte und artenreiche Region auch in Zukunft.“
Gestartet war das Naturschutzgroßprojekt bereits im Jahr 2009. Zahlreiche Maßnahmen konnten daher auch schon fertiggestellt werden. So wurden bereits 42 Hektar Auenwald geschaffen und mehrere Altarme der Havel wieder angeschlossen. Für den aktuellen Projektzeitraum von 2022 bis 2033 stehen rund 66,5 Millionen Euro zur Verfügung. 50 Millionen Euro kommen vom Bund, 7,3 Millionen Euro stellt das Land Brandenburg bereit, mit je 4,6 Millionen Euro beteiligen sich das Land Sachsen-Anhalt und der NABU.
Von der naturnahen Gestaltung der Flussniederung profitieren Fischarten wie Hecht, Aal und Rapfen, Vögel wie Kiebitz und Flussregenpfeifer und Säugetiere wie Biber und Fischotter. Das Projektgebiet umfasst rund 9.135 Hektar.
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