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Die Endergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ 2026
Sorgenkind Spatz: Feldsperling (wie hier zu sehen) und Haussperling verzeichnen bundesweit deutliche Rückgänge - Foto: Ulrich Sach/www.naturgucker.de
27. Januar 2026 - Gut eine Woche nach Meldeschluss der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ liegen nun die Endergebnisse vor. Mehr als 145.000 Menschen beteiligten sich am Aktionswochenende im Januar und zählten über 3,27 Millionen Vögel in mehr als 102.000 Gärten und Parks. Damit haben sich rund 20 Prozent mehr Menschen an der Zählung beteiligt als im Jahr zuvor. Zurückzuführen ist das auch auf die winterliche Witterung: Schnee und Frost haben vielen Menschen Lust gemacht, sich mit den Wintervögeln im Garten zu beschäftigen.
Trotz des großen Interesses zeigt die Zählung einen deutlichen Negativtrend: Mit durchschnittlich 32 gesichteten Vögeln pro Garten wurde ein Tiefstand erreicht. Im Vergleich: Bei der ersten Zählung im Jahr 2011 lag der Schnitt noch bei 45,8 Vögeln. Dieser Abwärtstrend lässt sich seit vielen Jahren beobachten. Damit reihen sich auch häufige Arten, wie Amseln, Meisen, Finken und Spatzen in den zunehmenden Schwund der Vogelbestände ein.
Deutliche Verluste bei Feld- und Haussperling
Besonders deutlich ist der Rückgang der beiden Spatzenarten. Bundesweit wurden 15 Prozent weniger Haussperlinge und zehn Prozent weniger Feldsperlinge gesichtet als im Vorjahr. In Berlin ist die Lage noch gravierender. Hier sanken die Zahlen um 30 Prozent bei den Feldsperlingen und 45 Prozent bei den Haussperlingen. „Wo all die Spatzen hin sind, müssen wir nun genauer untersuchen“, so NABU-Naturschutzexperte Julian Heiermann. „Klar ist, dass Brutplatz- und Nahrungsmangel seit Jahren ein Problem für die beiden Arten sind. In Berlin könnten ungünstige Witterungsbedingungen in diesem Jahr den Rückgang verstärkt haben.“
Trotz der negativen Trends gab es auch Arten mit deutlichen Zuwächsen. In vielen Regionen wurden insbesondere Kohlmeisen, Blaumeisen, Amseln, Buchfinken und Rotkehlchen häufiger beobachtet als im Vorjahr. Auch mittelhäufige Arten wie Schwanzmeisen, Goldammern und Zaunkönige legten zu.
Bundesweit bleibt der Haussperling trotz Rückgängen an der Spitze der am häufigsten gesichteten Vögel, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling.
Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und fand bereits zum 16. Mal statt. Die nächste Vogelzählung findet mit der „Stunde der Gartenvögel“ vom 8. bis 10. Mai statt.
Ergebnisse in Karte und Tabelle
Auf der interaktiven Karte können Sie zu allen Arten und Orten die Werte ablesen und erfahren, welche Vögel häufiger beobachtet wurden und welche seltener zu sehen waren. Im Tabellenreiter neben der Karte finden Sie zusätzlich alle Details zu den Vogeldaten. Mehr →
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Jetzt Mitglied werden!21. Januar 2026 – Trotz klirrender Kälte und vielerorts Schneefall zog Deutschlands größte Vogelzählung mehr als 140.000 Menschen in Gärten und Parks. Und alle lieferten wertvolle Erkenntnisse über die heimische Vogelwelt im Siedlungsbereich. Mit über 100.000 Meldungen von über drei Millionen gesichteten Vögeln zeigt die Mitmachaktion eine zunehmende Popularität und nähert sich an Rekordzählungen aus der Corona-Zeit an.
Die Auswertung läuft – noch kein Endergebnis
Beobachtet wurde vom 9. bis 11. Januar, gemeldet werden konnte bis zum 19. Danach dauert es ein paar Tage, bis das Endergebnis der „Stunde der Wintervögel“ feststeht. Noch läuft bei NABU und LBV die Auswertung, wir bitten um etwas Geduld. Ungewöhnliche Beobachtungen bleiben zunächst in einem Filter hängen und werden dann durch Expert*innen geprüft. Teils werden die Beobachter*innen kontaktiert und es werden Fotos ausgewertet. Der Filter hält nur einen kleinen Teil zurück, bei mehr als 100.000 Meldungen sind es aber doch Tausende. Bis zum 27. Januar wollen wir die Auswertung abschließen.
Einzelne, ungewöhnliche Meldungen werden noch von unseren Expert*innen geprüft, aber das vorläufige Endergebnis bestätigt leider einen Abwärtstrend. Im Durchschnitt wurden pro Beobachtungspunkt 32 Vögel gesichtet. Auch wenn dies „nur’' einem Rückgang von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht: Die Daten der vergangenen 15 Jahre geben Anlass zur Sorge. Zu Beginn der Aktion 2011 wurden noch 46,2 Vögel pro Standort gezählt, vor zehn Jahren waren es immerhin noch 40,8 und vor fünf Jahren nur noch 34,5 – auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist. Die über die Jahre kontinuierliche Abnahme ist durchaus beunruhigend.
Die Top Five der am häufigsten gesichteten Vogelarten führt wie bei den letzten Zählungen der Haussperling an, ihm folgen Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling. Gegenüber dem Vorjahr wurden Kohl- und auch Blaumeise häufiger gesehen. Auch die Amsel konnte mit 14 Prozent mehr Sichtungen ein sattes Plus verzeichnen.
Sperlinge mit Spitzenpositionen trotz starkem Minus
Bemerkenswert ist hingegen der Rückgang beider Sperlingsarten, die sich früher in harten Wintern an den Futterstellen drängten: Der Haussperling zeigte ein Minus von 15 Prozent, der Feldsperling ein Minus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Noch drastischer zeigte sich der Abwärtstrend des Haussperlings in der regionalen Verteilung. In der einstigen Spatzenhauptstadt Berlin sank die Zahl der gemeldeten Haussperlinge um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Seit Jahren gehen die Sperlingsbestände zurück. In Großstädten wie München und Köln sind die Populationen oft fragmentiert und auf wenige isolierte „Spatzeninseln“ beschränkt. Das fröhliche Tschilpen des geselligen Haussperlings verstummt zunehmend. Große Spatzentrupps, die einst die Parks bevölkerten und flink durch die Fußgängerzonen hüpften, um wetteifernd Essensreste aufzulesen, sieht man im Stadtbild seltener. Dem genügsamen Kulturfolger fehlt es mittlerweile an Grundlegendem: Brutplätzen und Nahrung. Die Nester des Gebäudebrüters finden Halt in Nischen und Spalten von Dach und Fassade oder in begrünten Hauswänden und dichtem Gebüsch. Doch durch Gebäudesanierungen und Bauvorhaben verschwinden geeignete Nistplätze. Der Verlust städtischen Grüns durch die zunehmende Flächenversiegelung sowie die naturferne Pflege von Grünflächen sorgen für einen Mangel an Nahrung. In dieser Umgebung bleiben Insekten aus, auf die der Haussperling jedoch für die Aufzucht seiner Jungen angewiesen ist.
Ein seltenes Spektakel bot sich Teilnehmenden der Zählung in Norddeutschland:Hier kam es vermehrt zu Einflügen von Seidenschwänzen - wenn auch nicht so stark wie bei der Invasion im Jahr 2020. Das seidig-glänzende Gefieder, leuchtend gelbe und rote Zeichnungen, eine dunkle Augenmaske sowie ein spitzer Federschopf machen den Vogel unverkennbar und brachten ihm den Beinamen „Papagei des Nordens“ ein. Bei strengem Wetter und knapper Nahrung zieht es ihn in Regionen südlich seiner Bruthabitate. Gegenüber seinem Verbreitungsgebiet in der Taiga, Nordskandinavien und Russland muss ihm das deutsche Winterwochenende mild vorgekommen sein.
Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und fand bereits zum 16. Mal statt. Wer bald wieder Vögel zählen möchte, kann sich auf die „Stunde der Gartenvögel“ freuen, die vom 8. bis 10. Mai 2026 stattfindet.
Die Zwischenergebnisse zum Nachlesen
Blaumeise im Schnee - Foto: Frank Derer
14. Januar 2026 – Nach dem Zählwochenende zur „Stunde der Wintervögel“ bleibt es spannend. Mit Beobachtungen aus über 86.000 Gärten und Parks sind schon jetzt mehr Meldungen eingegangen als im Vorjahr, bis 19. Januar kann noch nachgemeldet werden. Entwarnung gibt es bei der Anzahl der gesichteten Vögel. Zu Beginn der Zählung alarmierte ein starker Rückgang von nahezu zehn Prozent. Der neueste Stand zeigt nur noch einen geringen Abwärtstrend: Bislang wurden im Durchschnitt 2,3 Prozent weniger Vögel pro Garten gezählt als im Vorjahr.
Auch ein Blick auf die aktuelle Rangliste der Vogelarten stimmt zuversichtlicher. Die in den Vorjahren unangefochtene Nummer Eins ist nicht abgestürzt. Noch sortieren sich die ersten Ränge. Doch der Haussperling verteidigt nach dem spannenden Kopf-am-Kopf-Rennen mit der Kohlmeise knapp den ersten Platz. Damit bilden Haussperling, Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling die Top 5 der gemeldeten Wintervögel.
Der nur knappe Vorsprung des Haussperlings könnte einen rückläufigen Bestandstrend im Siedlungsbereich andeuten. Diese Entwicklung beobachten wir seit Jahren und legen aktuelle Meldungen aus deutschen Städten nahe. So wurden aus der einstigen Spatzenhauptstadt Berlin 45 Prozent weniger Hausperlinge gemeldet. Auch andernorts setzen Wohnungsnot und Nahrungsmangel dem Gebäudebrüter zu. Wer Berlin den Rang als neue Spatzenhauptstadt abläuft, bleibt abzuwarten: Momentan zeichnet sich ein enger Wettkampf zwischen Schwerin und Cottbus ab.
Der Eichelhäher wurde im Vergleich zum Vorjahr seltener gesichtet. Vermutlich sorgte das Eichelmastjahr mit einer Rekordmenge an Früchten für genügend Wintervorräte in Wäldern, sodass die Vögel seltener Gärten und Futterstellen aufsuchten.
Schwanzmeise - Foto: Frank Derer
Anders die Schwanzmeise, die dieses Jahr häufiger gemeldet wurde. Ihr auffällig langer Schwanz und ihrer kugelartige Körpergestalt machen sie unverwechselbar. Jedoch lohnt es sich, genau hinzusehen: Unter die heimischen Schwanzmeisen mit dunkel-gestreiftem Kopf mischen sich zahlreiche weißköpfige Wintergäste aus dem Norden. In strengen Wintern und bei knapper Nahrung wandern sie vielfach nach Süden und sind daher auch in Deutschland zu beobachten. Hier begeben sie sich in kleinen Trupps auf Nahrungssuche und bilden in kalten Nächten Schlafgemeinschaften, um die Wärme zu halten. Ihr aktuell vermehrtes Auftreten ist wahrscheinlich auf den Einflug aus dem Norden zurückzuführen.
Wer seine Daten vom Zählwochenende noch nicht gemeldet hat, kann dies bis zum 19. Januar nachholen. Jede Beobachtung ist wertvoll und liefert wichtige Erkenntnisse.
Die Kälteeinbrüche zu Weihnachten und durch Sturm „Elli“ Anfang des Jahres schlugen Tausende bei uns überwinternde Kraniche in die Flucht. Inzwischen kehren die ersten Kraniche nach Deutschland zurück, der Flug in die Brutgebiete hat begonnen. Mehr →
Rückblick auf Tag drei der Vogelzählung
11. Januar 2026 – Die „Stunde der Wintervögel“ begeistert auch in diesem Jahr wieder sehr viele Naturfreundinnen und Naturfreunde. Die Zahl der Meldungen ist beeindruckend – ein starkes Zeichen für das große Interesse an unserer Vogelwelt. Der enorme Andrang hat allerdings auch unsere Technik an ihre Grenzen gebracht: Zeitweise waren die Server überlastet und unsere Website reagierte nur langsam.
Es sieht weiterhin so aus, als behaupteten sich Haussperling, Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling als die Top 5 der gemeldeten Wintervögel. Auf den ersten beiden Plätzen bleibt es weiterhin spannend: Der Haussperling liegt derzeit nur mit einem hauchdünnen Vorsprung vorne. Wie dieser Krimi ausgeht, wissen wir erst, wenn uns alle Meldungen vorliegen, zumal die abnehmende Tendenz bei Haus- und Feldsperling, die wir in den letzten Tagen gesehen haben, weiterhin anhält.
Amseln, Buchfink und Rotkehlchen gehören auch am dritten Tag zu den häufig gesichteten Arten – vermutlich, weil sie bei den aktuellen winterlichen Bedingungen gerne unsere Futterstellen aufsuchen, wo man sie besonders leicht, sogar vom Fenster aus, beobachten kann. Besonders erfreulich: Zwar waren Amseln 2024/2025 wieder vermehrt vom Usutu-Virus betroffen, doch die bisherigen Meldungen der „Stunde der Wintervögel“ zeigen bislang keine Hinweise auf Spätfolgen dieser Krankheit. Allerdings könnte die geschlossene Schneedecke und die damit verbundene Lockwirkung der Futterstellen diesen Eindruck verzerren. Ob sich die Amselbestände tatsächlich erholt haben, wird sich voraussichtlich erst im Mai bei der „Stunde der Gartenvögel“ zeigen – denn dann stehen vor allem die Brutvögel im Fokus.
Weniger Wasservögel, mehr Kraniche
In diesem Jahr werden deutlich weniger Wasservögel wie Gänse, Enten, Möwen, Reiher und Schwäne gemeldet. Viele kleinere Teiche und Dorfgewässer sind zugefroren, sodass sich die Tiere vermutlich an noch offenen größeren Seen und Flüssen sammeln.
Rebhühner im Schnee - Foto: NABU/Hermann Hirsch
Ganz anders verhält es sich bei den Kranichen: Im Vergleich zu Freitag und auch zum Vorjahr wurden mehr von ihnen gesichtet. Offenbar zieht es die majestätischen Vögel aktuell bei einer sogenannten Winterflucht weiter in Richtung Südwesten. Mehr zum Kranichzug lesen Sie auf unserem Kranichticker.
Das Rebhuhn wurde übrigens auch häufiger als im Vorjahr gemeldet. Zwar handelt es sich nicht um eine klassische Art der Siedlungsbereiche, aber vielleicht sorgt seine Wahl zum Vogel des Jahres dafür, dass nun mehr Menschen auf diesen Agrarvogel achten? Das wäre wünschenswert, denn dem Rebhuhn geht es schlecht und es braucht jede Aufmerksamkeit, die es bekommen kann.
Rückblick Samstag: Spannung auf den ersten Plätzen
10. Januar 2026 – Tag zwei unserer Vogelzählaktion ist in vollem Gange und wir freuen uns in diesem Jahr über besonders rege Beteiligung. Vor allem im verschneiten Norden herrscht Hochbetrieb! Frost und Schnee wirken hier wie ein Magnet: Mehr Menschen zählen mit, und gleichzeitig lassen sich viel mehr Vögel blicken. Im Süden bleibt’s bisher ruhiger – aber wer weiß, was die nächsten Tage bringen? Schließlich zieht der Winter nun weiter nach Westen und Süden – Frost und Schnee im Gepäck.
Haussperling - Foto: Rolf Jantz/NABU-Naturgucker.de
Zwar hat sich an den Spitzenplätzen seit gestern nichts verändert, noch immer belegen Haussperling, Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling die Top 5, allerdings liefern sich Haussperling und Kohlmeise fast ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins. Im letzten Jahr hatte der Haussperling den Schnabel vorn, aber kann er seine Position halten? Seine Zahlen sind rückläufig, wie wir gestern bereits feststellen mussten. Setzt sich der Trend fort, könnte es eng werden.
Einen besonderen Blick wert ist auch der Buchfink. Er rangiert aktuell auf Platz sechs. Wahrscheinlich lockt ihn die winterliche Witterung vermehrt an die Futterstellen – oder es sind zusätzliche Gäste aus Nord- und Osteuropa, die sich unter die heimischen Finken gemischt haben. Ein spannender Trend, den wir weiter beobachten!
Vielfach wurden Wintergoldhähnchen, Rot- und Singdrosseln sowie Schwanzmeisen beobachtet. Diese Arten streifen in kleineren und größeren Trupps umher und kommen je nach Witterung und Nahrungsverfügbarkeit auch häufiger als Wintergäste zu uns.
Immer wieder passieren auch interessante Einzelsichtungen bei der „Stunde der Wintervögel“: Unter anderem wurden einige Mönchsgrasmücken gemeldet, die meist in Südeuropa oder Nordafrika überwintern. Auch ein Wiedehopf wurde gesichtet – eine wärmeliebende Art, die den Winter sonst eher in südlicheren Gefilden verbringt.
Wir sind gespannt, wie es weitergeht und freuen uns auf viele Meldungen – je mehr, desto aussagekräftiger wird das Bild unserer heimischen Vogelwelt in unseren Siedlungsgebieten. Sie können sogar mehrfach teilnehmen: Wechseln Sie einfach den Standort, zum Beispiel vom eigenen Garten in den Park oder an den Dorfteich. Also Fernglas bereithalten und Vögel zählen! Wir wünschen viel Freude bei der Beobachtung und hoffen auf bestes Winterwetter für spannende Sichtungen.
Freitag: Ein erster Blick auf die Zahlen
09. Januar 2026 – Trotz eisiger Temperaturen und Schnee in vielen Regionen beteiligen sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Menschen an der „Stunde der Wintervögel“. Vor allem aus den schneereichen Bundesländern Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein erreichen uns aktuell besonders viele Beobachtungen. Teilweise liegen die Meldezahlen am ersten Tag der Aktion rund 50 Prozent über denen des Vorjahres.
Weniger erfreulich sind jedoch die bisherigen Ergebnisse der Zählung. Denn im Durchschnitt werden etwa zehn Prozent weniger Vögel pro Garten gemeldet als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Noch ist jedoch Vorsicht geboten: Heute ist erst der erste Tag unserer Zählaktion – und erfahrungsgemäß kann sich das Bild in den kommenden Tagen noch deutlich verändern.
An der Spitze der Rangliste gibt es bislang keine Überraschungen. Wie im vergangenen Jahr belegen Haussperling, Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling die ersten Plätze. Doch gerade die Sperlinge bereiten Anlass zur Sorge. Sowohl beim Haus- als auch beim Feldsperling deuten die ersten Zahlen auf rückläufige Bestände hin. Diese Entwicklung beobachten wir bereits seit mehreren Jahren. Bei Sperlingen nehmen die Bestände in den letzten Jahren drastisch ab. Gründe hierfür sind unter anderem Flächenversiegelung, Verluste von Lebensräumen sowie der Rückgang von Insekten. Die Intensivierung der Landwirtschaft und der Einsatz von Pestizide setzen Vögeln zusätzlich stark zu.
Ein vorsichtiger Blick auf die Zwischenergebnisse zeigt außerdem: Kohl- und Blaumeise, Bluthänfling, Buchfink, Rotkehlchen, Grünfink, Buntspecht, Kleiber, Schwanzmeise, Zaunkönig, Haubenmeise und Singdrossel werden derzeit häufiger als im Vorjahr gemeldet. Vermutlich zieht die geschlossene Schneedecke sie zu den Futterstellen, wo sie leichter zu beobachten sind.
Rückläufige Tendenzen zeichnen sich hingegen beim Eichelhäher ab, der aktuell etwa sieben Prozent unter dem Vorjahreswert liegt. Auch Kernbeißer und Bergfinken bleiben bislang deutlich hinter früheren Zahlen zurück.
Bergfinken gehören wie Erlenzeisig und Seidenschwanz zu den sogenannten Invasionsvögeln. Bei diesen Arten kommen bei Nahrungsmangel in manchen Wintern viele Individuen in Trupps aus dem Norden zu uns. Bisher wurden diese Wintergäste kaum gemeldet – doch das kann sich in den nächsten Tagen noch ändern. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden!
Die Stunde der Wintervögel beginnt!
09. Januar 2026 – Heute ist es so weit: Die Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ startet! Bereits zum 16. Mal sind alle Naturfreundinnen und Naturfreunde eingeladen, Vögel zu beobachten, zu zählen und ihre Ergebnisse zu melden.
Der erste Zähltag beginnt mit Wetterwarnungen: Sturmtief „Elli“ bringt Glätte, viel Neuschnee und Sturm. In einigen Regionen Deutschlands werden extreme Bedingungen erwartet. Wie heftig es wird, wissen wir zwar noch nicht – doch schon jetzt sind die Witterungsverhältnisse außergewöhnlich: Selten gab es bereits Tage vor unserer Aktion eine geschlossene Schneedecke und frostige Temperaturen in weiten Teilen des Landes.
Für die Vogelwelt ist das eine Herausforderung. Unter dem Schnee bleibt die Nahrung verborgen, die Futtersuche wird mühsam. Auch der Dauerfrost setzt den Tieren zu. Zwar haben Vögel clevere Strategien gegen die Kälte, doch diese funktionieren nur mit ausreichender Energieversorgung. Hier kommen wir ins Spiel: Wo die Natur kaum noch Nahrung bietet, sind Futterstellen, die wir bereitstellen, eine willkommene Hilfe.
Wir sind gespannt, wie sich das Wetter auf die Besuche am Futterhäuschen auswirkt. Sie auch? Dann machen Sie es sich gemütlich, nehmen Sie sich eine Stunde Zeit und zählen Sie mit! Im Laufe des Tages halten wir Sie hier über erste Zwischenergebnisse auf dem Laufenden.
Grafik: NABU/publicgarden GmbH, Fotos: Frank Derer, Jonas Sielenkämper/NABU-naturgucker.de
07. Januar 2026 – Vögel zählen im Schnee: Vom 9. bis 11. Januar gibt es wieder die deutschlandweite Vogelzählung „Stunde der Wintervögel“ – in diesem Jahr bei echtem Winterwetter. Der NABU und sein bayerischer Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) rufen dazu auf, eine Stunde lang Vögel zu zählen und zu melden. Schnee und Kälte könnten die Zählung in diesem Jahr besonders spannend machen.
Der seit Tagen anhaltende Frost mit Schneefall in ganz Deutschland könnte dafür sorgen, dass sich mehr Wintervögel an den Futterhäusern einfinden.
Julian Heiermann, NABU-Naturschutzexperte
Aktuell sorgen eine geschlossene Schneedecke und gefrorener Boden vielerorts dafür, dass sich die Futtersuche für Vögel in der freien Natur erschwert. Sie nehmen dann besonders gern die Zufütterung an. Gute Chancen also, viele interessante Vogelbeobachtungen zu machen, denn am Zählwochenende soll es weiter winterlich bleiben. Wem es draußen zu frostig ist, um eine Stunde lang zu zählen, kann natürlich auch vom Sofa aus die Vögel an der Futterstelle im Garten oder auf dem Balkon beobachten und melden.
Beim Vogelfutter auf Qualität achten
Wer füttern möchte, sollte auf die Qualität des Futters achten. Am besten setzt man auf Körner- und Fettfutter aus dem Fachhandel, am besten in Bioqualität. Bei Frost brauchen Meisen und Co. viel Energie. Die liefern mit Fett gemischte Körner, wie in Meisenknödeln, besonders gut. Auf Netze sollte dabei verzichtet werden, sie sind eine vermeidbare Gefahr für Vögel, da diese sich darin verheddern können. Zudem landen die leeren Netze häufig als Plastikmüll in der Natur. Wer auf Nummer sicher gehen will, was die Qualität der Meisenknödel betrifft, kann sie auch ganz einfach aus Körnermischungen und Rindertalg oder Kokosfett selbst herstellen.
Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum 16. Mal statt. Die Zählung liefert wertvolle Daten, um die Trends bei der Bestandentwicklung der Arten im Siedlungsraum zu verfolgen. Im vergangenen Jahr haben rund 122.000 Menschen mitgezählt. Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang die Vögel vor dem Fenster, im Garten oder im Park und meldet die Ergebnisse dem NABU. Von jeder Art wird die höchste Anzahl Vögel notiert, die während der Stunde gleichzeitig gesichtet wurde. Die Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel.de und mit der App „NABU Vogelwelt“ bis zum 20. Januar gemeldet werden.
Und die NAJU lädt mit der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 12. bis 16. Januar alle Kinder ein, die heimischen Wintervögel spielerisch kennenzulernen, zu beobachten und zu zählen. Alle Infos unter www.naju.de/sdw.
Nehmen Sie an unserer Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ teil. Damit tun Sie unserer Vogelwelt etwas Gutes und können zudem tolle Preise gewinnen. Die Aktion findet vom 9. bis 11. Januar 2026 statt. Wir drücken die Daumen! Mehr →
Eine Stunde lang Vögel zählen – aber wie wird eigentlich richtig gezählt? Egal ob im Garten, auf dem Balkon oder im benachbarten Park: Wir erklären, wie Vögel, die wegflattern und wiederkommen, nicht doppelt erfasst werden. Mehr →
Zur „Stunde der Wintervögel“ stellt der NABU 35 Arten vor. Neben den häufigsten Arten am Futterhäuschen werden auch sogenannte Invasionsvögel porträtiert, die in manchen Wintern in großer Zahl aus Skandinavien und Sibirien zu uns ziehen. Mehr →
