Naturschutz in der Mongolei
NABU schützt Regionen im Khangai-Hochland
Yaks in der Mongolei - Foto: Boxfish/Franziska Heinemann/Alexander Draheim
Das Projekt in den zentralmongolischen Provinzen Arkhangai und Uvurkhangai, die zu den bedeutendsten Weidewirtschaftsregionen im Khangai-Hochland zählen, widmet sich dem Schutz einzigartiger Bergweiden, Flusstäler und Steppenlandschaften sowie der dort lebenden Menschen und Tierarten. Die beiden Provinzen zählen mit insgesamt rund 9,5 Millionen Nutztieren zu den viehreichsten Regionen des Landes. Gleichzeitig sind sie zunehmend von Klimaextremen – insbesondere vom Dsud – und vom wachsenden Druck auf die Weideflächen betroffen. Der sogenannte Dsud ist ein Extremwetterphänomen in der Mongolei, bei dem Viehherden infolge von Eis, extremem Kälte oder Schneemassen keine Nahrung mehr finden und massenhaft verenden.
In der Mongolei ist die jährliche Durchschnittstemperatur zwischen 1940 und 2022 um 2,46 Grad gestiegen, wodurch der Temperaturanstieg deutlich über dem globalen Durchschnitt liegt. Zudem gelten bereits 65 bis 70 Prozent der Weideflächen des Landes in unterschiedlichem Ausmaß als stark beschädigt. Für die Hirtenhaushalte in den Provinzen Arkhangai und Uvurkhangai bedeutet dies sinkende Weidequalität, eine höhere Anfälligkeit für Extremwetterereignisse sowie einen begrenzten Zugang zu tierärztlichen Dienstleistungen und verlässlichen Märkten. Ein nachhaltiges Weidemanagement ist deshalb dringlicher denn je.
Warum dieses Projekt wichtig ist
Unter den heutigen klimatischen Bedingungen fällt es vielen Weidegemeinschaften schwer, ohne externe Unterstützung stabile Einkommen zu sichern und zugleich die natürlichen Ressourcen zu bewahren, von denen sie leben. Genau hier setzt das Projekt an: Es verbindet Naturschutz mit der Stärkung lokaler Lebensgrundlagen und unterstützt Gemeinden dabei, widerstandsfähigere und klimaangepasste Wirtschaftsweisen zu entwickeln.
Ein zentraler Ansatz des Projekts ist die Förderung der Yak-Haltung, die besonders gut an die harschen Witterungsbedingungen des Landes angepasst ist. Durch die Stärkung nachhaltiger, Yak-basierter Wertschöpfungsketten unterstützt das Projekt Hirtenfamilien dabei, natürliche Ressourcen besser zu schützen und zugleich höhere Einkommen mit Produkten der Haltung, wie der hochwertigen Yakwolle, zu erzielen.
Was wir tun
Im Rahmen des Projekts wird mit Hirtenhaushalten, Gemeinschaftsgruppen und lokalen Partnern zusammengearbeitet, um eine verantwortungsvolle Nutzung der Weideflächen zu fördern, die Tiergesundheit zu verbessern, das Biodiversitätsmonitoring zu stärken und transparente Wertschöpfungsketten für Yakwolle gemäß dem Responsible-Nomads-Standard aufzubauen. Gleichzeitig wird dieser Standard im Rahmen des Projekts weiterentwickelt, um die Anforderungen an Nachhaltigkeit, Biodiversität und Rückverfolgbarkeit in lokalen Produktions- und Vermarktungssystemen zu stärken. Durch die Verbindung von besseren Produktionspraktiken mit Marktzugang und digitaler Rückverfolgbarkeit entstehen stärkere Anreize für eine nachhaltige Weidewirtschaft.
Projektziele
- Die Hirtenhaushalte produzieren Yakwolle im Einklang mit dem Responsible-Nomads-Standard für nachhaltige Viehwirtschaft. Dieser Standard wird im Rahmen des Projekts weiterentwickelt und ausgeweitet.
- Die wirtschaftliche Stabilität der Hirtenhaushalte verbessert sich durch eine höhere Produktqualität, eine bessere Rückverfolgbarkeit und einen besseren Zugang zu nachhaltigen Märkten.
- Ein gemeinschaftsbasiertes Wildtiermanagement verringert Mensch-Wildtier-Konflikte in den beiden Projektgebieten.
Was haben wir schon erreicht?
Erste Erfolge
- 1.889 Hirtenhaushalte wurden zu Biodiversitäts- und Weidemanagement, Tiergesundheit sowie Yak-Zucht geschult.
- Die Weidelanddegradation sank um über 59 %. Dafür wurden 185 Hektar Weideland regeneriert und auf 24 Hektar zusätzliches Grünfutter angebaut.
- Die Tiergesundheit verbesserte sich deutlich: Die Zahl der Tierkrankheiten ging dank umfangreicher veterinärmedizinischer Maßnahmen um über 68 % zurück.
- 19 Weidenutzergruppen wurden gegründet und 1.172 Hirtenhaushalte zur nachhaltigen Produktion und Vermarktung hochwertiger Yakwolle geschult.
- 22 Tonnen Yakwolle wurden verarbeitet und vermarktet, zudem entstanden erste direkte Geschäftsbeziehungen mit nationalen und internationalen Unternehmen.
- Biodiversitätsstandards wurden weiterentwickelt und in die nationale Norm integriert, um den Schutz von Artenvielfalt und Wildtieren langfristig zu stärken.
Projektname
Inklusive und nachhaltige Wertschöpfungsketten zur Steigerung der Resilienz in der Mongolei
Inclusive and Sustainable Value Chains to Increase Resilience in Mongolia
Land/Region
Mongolei / Provinzen Arkhangai und Uvurkhangai
Laufzeit
Mai 2024 bis April 2027
Partnerorganisationen
Mai 2024 bis Mai 2025 – Mongolian National Federation of Pasture User Groups NGO (MNFPUG)
Seit Mai 2024 – Green Gold – Mongolian Rangeland Research Center (GG-MRRC) NGO
Finanziert/unterstützt durch
BMZ, NABU, MNFPUG/Green-Gold
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Der NABU engagiert sich seit vielen Jahren auf internationaler Ebene für den Naturschutz und führt modellhafte Projekte durch, in enger Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort. Erfahren Sie mehr über unsere internationale Arbeit für Mensch und Natur. Mehr →
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