Ein Zuhause für den Waldenhornvogel
Natur auf den Philippinen schützen und nachhaltig bewirtschaften – gemeinsam mit Frauen aus Panay
Der Waldenhornvogel ist endemisch: Er kommt nur auf wenigen Inseln der Philippinen vor - Foto: Illustration via Wikimedia Commons
Es gibt Vogelarten, von denen nur noch wenige tausend Individuen auf unserem Planeten existieren. Viele von ihnen kommen nur noch an einem einzigen Ort vor, sie sind endemisch, wie der gefährdete Waldenhornvogel (Rhabdotorrhinus waldeni). Sein Schnabel leuchtet korallenrot, wenn er durch die philippinischen Regenwälder fliegt und sich auf einem der letzten verbliebenen Bäume des ursprünglichen Urwalds niederlässt: Abholzungen und Bergbau haben diesen Baumbestand drastisch schrumpfen lassen.
Der seltene Hornvogel ist im Sibalom Natural Park im Einzugsgebiet des Sibalom-Flusses auf der philippinischen Insel Panay zu Hause: Hier befindet sich einer der letzten Lebensräume des Waldenhornvogels und vieler weiterer seltener Säugetier- und Vogelarten. Doch selbst dieses vermeintlich intakte Ökosystem steht unter massivem Druck.
Deswegen setzen wir gemeinsam mit unserem Partner, der Haribon Foundation, ein Naturschutzprojekt um, bei dem Frauen zu den Schlüsselakteur*innen gehören. Denn das Schicksal von Menschen und Natur sind auch auf Panay eng miteinander verbunden. Nur wenn Menschen in Panay sichere und nachhaltige Lebensbedingungen vorfinden, haben auch seltene Arten wie der Waldenhornvogel eine Chance zu überleben. Sie brauchen einen intakten Lebensraum – wie wir alle.
Frauen stärken, Lebensraum schützen
Ein Projekt stellt sich vor
Wasser und Wälder sind die wichtigsten Güter für die Menschen in der Projektregion. Doch genau diese Ressourcen sind durch Abholzung, Überweidung und Klimawandelfolgen zunehmend bedroht.
Frauen sind davon besonders betroffen. Gleichzeitig haben sie kaum Einfluss auf Entscheidungen und werden in wichtigen Gremien, wie der örtlichen Wasserverwaltung (Watershed Managament Council ) kaum gehört. Ihre Armut und fehlende Perspektiven führen zu einer intensiveren Nutzung der Natur, was den Kreislauf aus Umweltzerstörung und sozialer Ungleichheit weiter antreibt.
Dabei sind es weltweit vor allem Frauen, die für innovative und nachhaltige Lösungsansätze stehen und sie vorantreiben. Ihren Einfluss gilt es zu stärken. Genau diesen Pfad schlägt unser Projekt ein. Es schützt Natur, stärkt Frauen und schafft nachhaltige Einkommen für Menschen in der Region.
Erfolg auf der Insel Luzon – Vorbild für Panay
Der Affenadler gehört zu einer von vielen Arten im Regenwald, die wie der Waldenhornvogel gefährdet und für endemisch ist: Er ist einheimisch auf der Nachbarinsel Luzon - Foto: feathercollector – stock.adobe.com
Mit diesem Ansatz hat unsere lokaler Implementierungspartner Haribon Foundation bereits auf der philippinischen Insel Luzon große Erfolge erzielt. Dort haben Frauen bei der Verwaltung von Schutzgebieten heute deutlich mehr Einfluss, die sozialen Lebensbedingungen konnten zudem verbessert werden. Luzon ist unser Vorbild für Panay.
In Zukunft sollen auf Panay Frauen im Management des Schutzgebietes mehr Mitspracherecht haben, um sich gegen akute Umweltrisiken wie Abholzung einzusetzen.
Gleichzeitig sollen die Region besser gegen den Klimawandel gewappnet werden und bessere wirtschaftliche Bedingungen für Frauen und Familien durch alternative Einkommensquellen ermöglicht werden. Davon profitieren am Ende alle – auch der Waldenhornvogel und viele seltene Arten, die in den Schutzgebieten sichere Rückzugsräume finden.
Projektziel und Maßnahmen
Unser Projekt zielt darauf ab, Frauen in der Provinz Antique dabei zu unterstützen, die Natur vor Ort zu schützen und nachhaltig zu nutzen.
- Teilhabe stärken: Mindestens 100 Frauen sollen in lokalen Organisationen und Entscheidungsgremien eine aktive Rolle übernehmen
- Kapazitäten aufbauen: Schulungen fördern Wissen zu Umweltschutz, Klimaanpassung, Verwaltung und Organisationsentwicklung
- Frauen-Aktionspläne umsetzen: Gendergerechte Maßnahmen in lokale Entwicklungs- und Managementpläne integrieren
- Nachhaltige Einkommensquellen schaffen: Aufbau von mindestens drei frauengeführten Kleinunternehmen im Bereich Ökotourismus und biodiversitätsfreundliche Produkte
- Politisches Mainstreaming: Frauenbelange in lokale und regionale Politikprozesse einbringen und zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume erweitern
So hängen nachhaltiges Wirtschaften und Artenvielfalt zusammen
Unser Ansatz vor Ort
Gemeinsam mit unserem lokalen Partner Haribon Foundation schützen wir Ressourcen, stärken Frauen und schaffen nachhaltige Einkommen für Menschen in der Region.
Mit diesem Ansatz hat Haribon Foundation bereits auf der im Norden der Philippinen gelegenen Insel Luzon positive Erfahrungen gemacht: Auf Luzon haben Frauen bei der Verwaltung von Schutzgebieten heute deutlich mehr Einfluss, die sozialen Lebensbedingungen konnten zudem verbessert werden. Luzon kann zur Blaupause für Panay werden.
Mehr Mitsprache für Frauen und Familien
In Zukunft sollen auf Panay Frauen im Management des Schutzgebietes mehr Mitspracherecht haben, um sich gegen akute Umweltrisiken wie Entwaldung einzusetzen. Gleichzeitig sollen die Klimaresilienz in der Region steigen und bessere wirtschaftliche Bedingungen für Frauen und Familien durch alternative Einkommensquellen ermöglicht werden.
Davon profitieren am Ende alle – auch der Waldenhornvogel und viele seltene Arten, die in den Schutzgebieten sichere Rückzugsräume finden.
Fakten zum Projekt
Projektname
Stärkung von Frauen als Akteurinnen für Schutz und nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen auf den Philippinen
Land / Region
Philippinen; Insel Panay
Laufzeit
November 2025 bis Oktober 2028
Partnerorganisationen
Haribon Foundation
Finanziert / unterstützt durch
BMZ
Jedes Jahr verschwindet eine Regenwaldfäche größer als Portugal und jeden Tag sterben Dutzende und manchmal hunderte Arten aus. Der Verlust dieses Lebensraumes verändert auch das Weltklima. Mit einfachen Mitteln können wir helfen, den Regenwald zu schützen. Mehr →
Ein wichtiger Schlüssel im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise? Der Schutz der letzten Regenwälder! Auf Sumatra erhalten der NABU und seine Partner das wertvolle Regenwaldgebiet Hutan Harapan, eines der letzten Refugien für viele gefährderte Arten. Mehr →
Unser Mangrovenprojekt schlägt Wurzeln! In der indonesischen Provinz Gorontalo werden ab jetzt 22.000 Hektar Mangroven besser geschützt und nachhaltig gemanagt. Ein Gewinn für den Klimaschutz und den kleinen Halsbandliest – ein Eisvogel, der in Mangrovenwäldern lebt. Mehr →
Überfischung und Ökosystemzerstörung bedrohen die Artenvielfalt des Korallendreiecks. Wir unterstützen Küstengemeinden bei der Sicherung ihrer Lebensgrundlagen durch nachhaltige Fischerei im Einklang mit dem indonesischen Meeresschutzgebiet Banggai Dalaka. Mehr →
Bi Teguh gehört zur indigenen Gruppe der Batin Sembilan. Sie lebt im Herzen der indonesischen Insel Sumatra: im Regenwaldgebiet Hutan Harapan. Im Interview erzählt sie, wie sich dieses empfindliche Ökosystem seit ihrer Kindheit verändert hat und was ihr Hoffnung macht. Mehr →
