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Worauf warten wir noch?
Wälder verändern sich. Flüsse sind verbaut. Meere stehen unter Druck. Städte werden immer heißer.
Das ist keine ferne Zukunft. Das passiert jetzt – und es betrifft uns direkt.
Mit jeder zerstörten Fläche verlieren wir Schutz: vor Hitze, Hochwasser und steigenden Kosten.
Natur ist nicht nur schön. Sie ist unsere Sicherheit. Unsere wirtschaftliche Basis. Unsere Zukunft.
Die gute Nachricht: Wir wissen, was zu tun ist.
Eine Zukunft mit gesunder Natur ist möglich. Mit dem 30x30-Ziel und der Reparatur zerstörter Natur können wir ihr wieder Raum geben – und damit uns selbst schützen.
Auf dieser Seite zeigen wir dir, worum es geht – und was jetzt zählt:
vom Wald und Fluss über Landwirtschaft und Meer bis zur Stadt – und von politischen Entscheidungen bis zu dem, was du selbst tun kannst. Auch prominente Botschafter*innen erzählen, warum ihnen Natur wichtig ist.
Was steckt hinter dem 30x30-Ziel?
Damit Natur uns schützen kann, braucht sie Platz. Genau darum geht es bei 30x30:
Bis 2030 sollen 30 Prozent der Land- und Meeresflächen wirksam geschützt sein, davon 10 Prozent streng geschützt.
Nicht nur auf dem Papier – sondern so, dass sich Natur wirklich erholen kann.
Mit Schutzgebieten, die wirklich schützen.
Darauf haben sich über 190 Staaten im Weltnaturabkommen geeinigt – darunter auch Deutschland. Ein zentraler Bestandteil: Schutzgebiete wirken am besten im Verbund.
Nur wenn Schutzgebiete ein zusammenhängendes Netz bilden, können Arten wandern, neue Lebensräume finden und sich an die Klimakrise anpassen. So bleiben Populationen genetisch vielfältig, und unsere Ökosysteme stabil. Genau deshalb wird das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 weiter ausgebaut.
Doch Schutz allein reicht nicht. Viele Lebensräume sind bereits geschädigt. Deshalb braucht es zusätzlich Wiederherstellung: Flüsse, die wieder mehr Raum bekommen. Moore, die wieder nass sind. Wälder, die vielfältig wachsen und widerstandsfähig bleiben.
Die Wiederherstellungsverordnung setzt dafür den politischen Rahmen. Sie macht möglich, dass aus geschädigten Flächen wieder artenreiche Lebensräume entstehen. Mit einem klaren Plan, messbaren Zielen und konkreten Maßnahmen. Zusammen mit 30×30 ist sie der Weg zu einer Zukunft, in der Natur zurückkommt – und uns wieder besser schützt.
So geht es unseren Wäldern
Im Harz stehen ganze Hänge abgestorbener Bäume. Graue Stämme, kahle Flächen, kein Schatten. Orte, die früher von Wald bedeckt waren, wirken heute still und leer. Das ist kein Einzelfall. Hitze, Trockenheit und anfällige Monokulturen setzen unseren Wäldern massiv zu. Intensive Nutzung setzt diese Ökosysteme zusätzlich unter Druck, sodass ganze Waldflächen ihre Stabilität verlieren. Dabei sind Wälder für uns enorm wichtig: Sie schützen uns – jeden Tag.
Warum Wälder für uns so wichtig sind
- Wälder sind Lebensraum für unzählige Tier-, Pflanzen- und Pilzarten
- Sie speichern CO₂ und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz
- Sie kühlen die Landschaft und regulieren den Wasserhaushalt
- Für uns Menschen sind sie Erholungsraum und Quelle wichtiger Rohstoffe
- Naturnahe, artenreiche Wälder fördern
- Geschädigte Wälder gezielt und vielfältig wieder aufbauen
- Mehr Raum für natürliche Waldentwicklung schaffen
- Nutzung so gestalten, dass Wälder langfristig stabil bleiben
Wälder können sich erholen, wenn wir sie lassen. Dann werden sie wieder zu dem, was wir dringend brauchen:
Ein starkes Schutzsystem für Mensch und Natur.
Stell dir vor, der Wald kommt zurück. Sieh selbst, wie das aussehen kann.
So geht es unseren Flüssen
Der Mensch hat viele Flüsse für eine effiziente Nutzung begradigt, eingezwängt und beschleunigt. Wasser fließt schneller ab, kann nicht in der Landschaft versickern und kommt bei Starkregen umso heftiger zurück. Hochwasser wird zur Gefahr, Landschaften trocknen gleichzeitig aus. Natürliche Auenlandschaften sind stark zurückgegangen, und die Wasserqualität ist trotz Verbesserungen vielerorts noch belastet.
Warum Flüsse für uns so wichtig sind
- Flüsse sind Lebensadern für viele Arten und verbinden Lebensräume
- Sie sichern Trinkwasser und sind wichtig für den Wasserhaushalt
- Auen wirken als natürliche Rückhalteräume bei Hochwasser
- Schutz vor weiteren Eingriffen und mehr Raum für Gewässer
- Renaturierung von Flüssen und Auen
- Wiederherstellung natürlicher Fließdynamiken
Wenn Flüsse wieder Raum bekommen, bleibt Wasser länger in der Landschaft. Es verteilt sich in Auen und federt Extreme ab.
Stell dir vor, Flüsse können frei fließen. Sieh selbst, wie das aussehen kann.
So geht es unseren Meeren
Überfischung, Verschmutzung, industrielle Nutzung. Schiffsverkehr, Rohstoffabbau, Eingriffe in empfindliche Lebensräume. Unsere Meere stehen unter massivem Druck. Und die Folgen sind längst sichtbar: In der Ostsee entstehen Todeszonen – Gebiete mit so wenig Sauerstoff, dass kaum noch Leben möglich ist. Selbst dort, wo Schutz draufsteht, fehlt oft echter Schutz. Das schwächt ein System, von dem wir alle abhängen.
Warum Meere für uns so wichtig sind
- Meere sind riesige Lebensräume und Hotspots der Biodiversität: Die Weltmeere bedecken mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche
- Sie regulieren das Klima und speichern große Mengen CO₂
- Jeder zweite Atemzug hat seinen Ursprung im Meer
- Meeresschutzgebiete konsequent schützen
- Fischerei und Nutzung mariner Ressourcen nachhaltig gestalten
- Verschmutzung im Meer reduzieren und Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft an Land verringern
Wenn wir Nutzung begrenzen und Schutz im Meer und auf dem Land konsequent umsetzen, kehrt Leben zurück. Die Bestände im Meer wachsen, Lebensräume stabilisieren sich. Sieh selbst, wie das aussehen kann.
So geht es unseren Feldern
Unsere Felder werden immer intensiver genutzt. Doch Böden trocknen aus und verlieren wertvolle Nährstoffe. Ganze Arten wie Rebhuhn und Feldhase verschwinden aus der Agrarlandschaft.
Kurzfristig steigt die Produktion – langfristig sinkt die Stabilität. Das hat Folgen: Ernten werden anfälliger, Böden verlieren weiter an Fruchtbarkeit, Kosten steigen.
Warum landwirtschaftliche Flächen für uns so wichtig sind
- Landwirtschaftliche Flächen liefern unsere Lebensmittel und sichern unsere Versorgung
- Sie prägen unsere Landschaft: Über 50 Prozent der Fläche in Deutschland wird landwirtschaftlich genutzt
- Die Landwirtschaft hat wie kaum ein anderer Bereich großen Einfluss auf die Natur, unsere Böden, Wasser und Luft
- Mehr Raum für Natur rund um die Felder sichern – als Rückzugsräume und Verbindungen zwischen Lebensräumen
- Naturverträgliche und nachhaltige Landwirtschaft fördern
- Strukturvielfalt schaffen: Hecken, Brachen, Blühstreifen, Kleingewässer sowie Bäume und Sträucher
- Böden und Gewässer schützen, um langfristig stabile Erträge zu sichern
- Pestizideinsatz reduzieren, um Artenvielfalt zu erhalten
Landwirtschaft kann im Einklang mit der Natur funktionieren. Auch Schutzgebiete und naturnahe Flächen rund um Felder spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie bieten Rückzugsräume und verbinden Lebensräume miteinander. So kehrt Vielfalt zurück und Felder werden widerstandsfähiger. Das schützt Arten, stabilisiert Erträge und sichert unsere Ernährung. Sieh selbst, wie das aussehen kann.
So geht es unserer Stadtnatur
Asphalt, Beton, versiegelte Flächen. Im Sommer staut sich die Hitze zwischen Häusern, nachts kühlt es kaum ab. Bebauung verdrängt die Natur. Grünflächen sind oft nicht miteinander verbunden. Städte sind Lebensraum für Millionen Menschen. Wie wir sie gestalten, beeinflusst direkt unsere Gesundheit und Lebensqualität.
Warum Natur in der Stadt für uns so wichtig ist
- Stadtnatur verbessert die Luftqualität und das Stadtklima
- Sie kühlt, spendet Schatten und bietet Erholung sowie Lärmschutz
- Stadtnatur schafft Lebensräume für Tiere und Pflanzen
- Mehr kühlende Grünflächen und schattenspendende Bäume
- Flächen entsiegeln, damit sie Wasser aufnehmen und speichern können
- Bestehende Grünflächen aufwerten und schützen
Städte können kühler, grüner und lebenswerter sein. Stadtnatur ist für Menschen unverzichtbar. Mehr Natur im urbanen Raum heißt mehr Lebensqualität, mehr Schutz vor Klimafolgen und mehr Artenvielfalt über die Stadtgrenze hinaus. Sieh selbst, wie das aussehen kann.
Deutschland hat es in der Hand
Ob Wald, Fluss, Stadt, Landwirtschaft oder Meer. Es geht immer um dasselbe:
Um unsere Lebensgrundlagen. Um unsere Sicherheit. Um unsere wirtschaftliche Zukunft. Wenn Natur ihre Funktion verliert, spüren wir das direkt: durch Hitze, Extremwetter, steigende Kosten und unsichere Ernten.
Doch wir können gegensteuern. Die Lösungen liegen mit 30x30 und der Wiederherstellungsverordnung auf dem Tisch. Jetzt kommt es darauf an, sie umzusetzen.
Aus geschädigten Flächen können wieder artenreiche Lebensräume entstehen. Foto links: Marcus Bosch, Foto rechts: NABU/Klemens Karow
Fünf Dinge, die wir sofort tun können
1. Ins Gespräch kommen
Natur betrifft uns alle – und je sichtbarer das Thema wird, desto eher bewegt sich etwas. Sprich darüber: im Freund*innenkreis, im Büro, in der Familie. Teilen, zuhören, weitergeben. So entsteht Rückenwind für Veränderung.
2. Bei der NABU-Gruppe vor Ort mitmachen
Du kannst Natur direkt vor deiner Haustür schützen: bei Pflegeeinsätzen, in Projekten oder Aktionen in deiner Region.
Finde hier eine Gruppe in deiner Nähe.
3. Sich einmischen
Abgeordnete achten auf Stimmen aus ihrem Wahlkreis. Schreib ihnen, sprich das Thema an, stell Fragen – und fordere, dass 30×30 und Wiederherstellung konsequent umgesetzt werden. Du kannst dich auch in Initiativen, Verbänden oder in deiner Partei für Natur stark machen.
4. Lass es blühen
Ein Topf, ein Beet, ein Stück Wiese: Schon kleine Flächen können zu kleinen Oasen werden. Wenn es wieder blüht, finden Insekten Nahrung, Vögel finden Futter – und wir spüren schnell, wie schnell Natur zurückkommt, wenn man sie lässt.
Tipps dazu hier.
5. Gemeinsam packen wir es an!
Setz dich mit dem NABU für die Natur ein. Ob als Mitglied, mit deiner Familie oder aktiv vor Ort: Du machst den Unterschied. Tausende engagieren sich bereits ehrenamtlich für Mensch und Natur. Werde jetzt Teil der Community!
Drei Dinge, die die Politik sofort tun muss
1. Das Versprechen 30x30 einlösen
Deutschland braucht großflächige, miteinander verbundene Schutzgebiete auf 30 Prozent der Land- und Meeresflächen. Sie sind Rückzugsräume für bedrohte Arten – und zugleich Orte der Erholung für uns Menschen. Vor allem aber sichern sie saubere Luft, frisches Wasser und eine Landschaft, die Extremwetter besser abpuffern kann. Damit 30×30 Realität wird, müssen Schutzflächen zügig gesichert, wirklich schützen und dafür sinnvoll vernetzt und dauerhaft finanziert werden.
2. Klare Regeln für Schutzgebiete
Schutz braucht klare Regeln und gutes Management. Nutzung kann dort möglich sein, wo sie den Schutzzielen nicht widerspricht – naturzerstörende Eingriffe müssen jedoch wirksam begrenzt werden. Entscheidend sind ausreichend Personal, Kontrolle und finanzielle Mittel , damit Schutzgebiete in der Praxis funktionieren und Natur sich erholen kann.
3. Zerstörte Lebensräume wiederbeleben
Viele Lebensräume sind geschädigt. Deshalb reicht Schutz allein nicht aus. Die EU-Wiederherstellungsverordnung schafft einen verbindlichen Rahmen, um Ökosysteme wieder in einen guten Zustand zu bringen. Um die Ziele zu erreichen, legen Deutschland sowie alle EU-Mitgliedstaaten bis 1. September 2026 einen nationalen Plan vor. Deutschland muss diesen Auftrag zügig und ambitioniert umsetzen, damit Moore, Flüsse, Auen, Wälder und Meere wieder lebendig werden.
Starke Stimmen für die Natur
Unsere Botschafter*innen zeigen, was Natur für sie persönlich bedeutet – und warum sie sich für ihren Schutz stark machen. Ein Klick auf die blau hinterlegten Namen* öffnet das persönliche Video auf Instagram und macht sichtbar, was sie bewegt: Erinnerungen an besondere Orte, Momente der Ruhe, Begegnungen mit Natur, die prägen und verbinden.
Michel Abdollahi, Henning Baum, Katja Berlin, Benedikt Bösel, Florian David Fitz, Annette Frier, Micha Fritz, Maria Furtwängler, Lena Gercke, Maja Göpel, Maik von den Hamburger Goldkehlchen, Martina Hill, Eckart von Hirschhausen, Ursula Karven, Marc-Uwe Kling, Udo Lindenberg, Niklas Luginsland, Ruth Moschner, Marie Nasemann, Leo Neugebauer, Felix Neureuther, Tupoka Ogette, Melanie Raabe, Nina Ruge, Martin Rütter, Dirk Steffens, Elena Uhlig, Christine Urspruch, Joko Winterscheidt
*Die Videos der Botschafter*innen werden über den gesamten Kampagnenzeitraum hinweg veröffentlicht. Diese Liste wird fortlaufend aktualisiert.
Eine Kampagne von NABU und der MaLisa Stiftung mit Unterstützung der Deutschen Postcode Lotterie .
Logos MaLisa Stiftung und Deutsche Postcode Lotterie
Weitere Informationen
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EU-Umweltgesetze unter Druck
Die EU-Kommission will zentrale Umweltgesetze schwächen, die Natur, Arten und uns Menschen schützen. Unterzeichnen Sie die Petition und senden Sie ein starkes Zeichen an die EU-Kommission: Hände weg vom Naturschutz!
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Die EU-Wiederherstellungsverordnung
Das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur soll bedrohte Ökosysteme wie Moore, Wälder und Auen wieder in einen guten Zustand bringen. Das hilft auch uns Menschen.
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Schutzgebiete sollen Vielfalt schützen
Zur Weiterentwicklung eines EU-weiten Schutzebietsnetzwerkes sollen 30 Prozent der europäischen Fläche geschützt werden, ein Drittel davon strikt. Der NABU unterstützt diese Forderungen in seinem Positionspapier.
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