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Die Boten des Sommers kehren zurück
Nachtrag 3. Mai: Die Spitze der Mauersegler ist inzwischen im Norden der Republik angekommen. Am 27. April flogen die ersten Segler über Berlin, am 28. am Öjendorfer See in Hamburg, am 30. in Lübeck und am 1. Mai in Mölln. Am 2. Mai schließlich wurde in Schleswig-Holstein Lütjenbrode erreicht – kurz vor der Brücke zur Insel Fehmarn und nahe dem vom NABU betreuten Schutzgebiet Graswarder –, außerdem im mecklenburgischen Friedland der äußerste Nordosten Deutschlands.
Die Mauersegler liegen damit weiter gut im Zeitplan. Bis zur „Stunde der Gartenvögel“ Ende kommender Woche (11 bis 13. Mai) sollten fast alle Segler ihre Zielorte erreicht haben. Dabei haben sie die kommenden Tage allerdings zunächst noch die Eisheiligen zu überstehen. Polare Luft strömt auf uns ein, so dass die Fluginsekten sich eher verstecken, den Mauerseglern also der Magen knurren wird.
Die Boten des Sommers kehren zurück
Bundesweit durchziehende Mauersegler gesichtet / Zeit für letzte Nisthilfen
27. April 2012 – Auf die Mauersegler ist Verlass. Ganz gleich, ob der mitteleuropäische Winter kurz und mild war oder lang und schneereich: Jedes Jahr pünktlich Mitte April erreicht die Vorhut der schnittigen Flieger Deutschland und ab den ersten Maitagen sind wieder überall in den Städten und Dörfern die schrille Schreie der Mauersegler zu hören.
Mauersegler bauen kein kunstvolles Nest. Ein paar Federn auf dem blanken Boden reichen für die Aufzucht des Nachwuchses.
Nachdem die Mauersegler 2011 vergleichsweise spät dran waren – ausgelöst wohl durch eine Schlechtwetterperiode in Nordafrika –, fliegen sie in diesem Frühjahr recht genau im Plan. Eine frühe Beobachtung wurde auf der Plattform auf www.naturgucker.de bereits vom 8. April aus der Nähe von Erlangen gemeldet. Dort sollen sich gleich 20 Mauersegler aufgehalten haben. Ein so großer Trupp so früh wäre sehr ungewöhnlich, möglicherweise liegt auch eine Verwechslung mit Schwalben vor. Die nächsten Nachweise, und dann zunächst wie erwartbar auch immer nur Einzelvögel oder Kleingruppen, gelangen dann ab dem 13. April. Schnell stießen diese Pioniere von Bayern und Baden-Württemberg über Hessen bis nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vor.
Mauerseglerschwarm
Gerne suchen die Mauersegler zum „Auftanken“ fluginsektenreichen Wasserflächen auf. Von dort stammen dann auch die meisten frühen Nachweise, etwa vom Ismaninger Speichersee, aus der Wachbachaue, der Gießener und Marburger Lahnaue und den verschiedenen Kiesteichen in Hessen und Südniedersachsen bis hoch zum Steinhuder Meer nahe Hannover. Seit dem letzten Wochenende nehmen die Truppgrößen nun deutlich zu. In der Horloffaue im der hessischen Wetterau konnte NABU-Mitarbeiter Maik Sommerhage am Donnerstag (26.) 200 Mauersegler beobachten, am Freizeitsee im niedersächsischen Northeim hielten sich gleichzeitig rund 150 Mauersegler auf. Der nörlichste Vorstoß eine einzelnen Mauerseglers wurde bisher aus der brandenburgischen Havelaue nahe dem Gülper See gemeldet.
Die Vorhut ist also schon da, das Gros der Mauersegler ist aber noch unterwegs. Dementsprechend besteht nun auch noch eine gute Gelegenheit, den Gebäudebrütern Nistmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.
An den sichelförmigen Flügeln kann man den Mauersegler gut von Rauch- und Mehlschwalbe unterscheiden.
Mauersegler sind Weitstreckenzieher, die südlich der Sahara überwintern und im Frühling zum Brüten nach Norden ziehen. Der Wegzug beginnt dann bereits ab Mitte Juli, hauptsächlich aber Anfang August. Hauptzugzeit ist bis Ende August. Vereinzelte ziehende Mauersegler aus dem Norden werden noch bis Mitte September, in Ausnahmefällen auch später beobachtet.
Bei der letztjährigen „Stunde der Gartenvögel“ belegte der Mauersegler mit bundesweit mehr als 43.000 gemeldeten Exemplaren den achten Platz. Er war damit häufiger als zum Beispiel Buchfink, Grünfink, Rotkehlchen oder Hausrotschwanz, in manchen Großstädten war er sogar die am häufigsten beobachtete Art.
2012 findet die Mitmachaktion für Vogelfreunde vom 11. bis 13. Mai statt. Ausführliche Informationen zur „Stunde der Gartenvögel“ gibt es unter www.stunde-der-gartenvoegel.de. Dort finden sich neben den Ergebnissen der Vorjahre auch Porträts der häufigsten Arten samt Gesangsaufnahmen, ein Online-Vogelführer und Tipps zum Vogelschutz im Garten.
Aktuelle Vogelbeobachtungen bei naturgucker.de
Karte der Mausersegler-Meldungen zur „Stunde der Gartenvögel“
„Mauersegler-Baubuch“ des LBV München (kostenloser Download)
Mehr zum Mauersegler
Rastlose Weltenbummler
Die ersten Mauersegler sind wieder in Baden-Württemberg angekommen. Von Ende April bis Anfang August verweilen sie als Sommergäste in Deutschland, um ihren Nachwuchs großzuziehen. Auf ihrem Zugweg legen Mauersegler Distanzen von bis zu 10.000 Kilometern zurück.
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Ein Leben im Flug
Mit ihren durchdringenden „sriih-sriih“-Rufen kündigen Mauersegler für viele Menschen in der Stadt den Sommer an. Die rasante Flieger haben sich in Städten und zunehmend auch Dörfern als echte Kulturfolger angesiedelt.
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Sommergast sucht Unterkunft
Im Gegensatz zu den großen Zugvögeln wie Storch oder Kranich, die aufsteigende Luftmassen für ihren Gleitflug benötigen, sind Mauersegler nicht an die Tageszeit gebunden. Bei gutem Wetter fliegen sie in Höhen von bis zu 3000 Metern, oft in größeren Trupps.
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Schneller Flieger, schlecht zu Fuß
Im 13. Jahrhundert beschrieb der Universalgelehrte Albertus Magnus in seinem Werk „Über die Tiere“ auch den Mauersegler. Dieser Vogel habe keine Füße, krieche, wenn er auf die Erde gefallen sei, mit den Ellbogen seiner Flügel und auf der Brust wie eine Fledermaus.
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Bringen Sie Nistkästen für Mauersegler an Ihrem Haus an. Im Handel gibt es verschiedene Nistkästen zu kaufen. Wenn Sie aber gerne selber basteln, finden Sie hier eine Bauanleitung für eine Mauerseglerwohnung.
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Im Zentrum der schleswig-holsteinischen Kreisstadt Heide gibt es nur wenige Brutkolonien des Mauerseglers. Am nördlichen Stadtrand flogen bislang nur gelegentlich einige nach Insekten jagende Segler in größerer Höhe vorbei. Im Jahr 2006 wuchs der Wunsch, auch hier Mauersegler anzusiedeln.
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