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EU-Kommission droht Malta mit Sanktionen

EU-Kommission droht Malta mit Sanktionen

NABU begrüßt Brüssels Forderungen nach Beendigung der Frühjahrsjagd auf Malta

tote Turteltaube

für viele Zugvögel endet die Reise ins Winterquartier tödlich.

29. Oktober 2010 - Die Europäische Kommission hat die Regierung Maltas in einem formalen Schreiben aufgefordert, den Bestimmungen des Europäischen Gerichtshofes hinsichtlich der Jagd auf Zugvögel Folge zu leisten. Nach zweijähriger Unterbrechung hatte der Inselstaat im April erneut die Jagd auf Wachteln und Turteltauben erlaubt. „Damit missachtet Malta das Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom vergangenen Jahr, wonach die Bejagung von Vögeln, die sich auf dem Heimweg in ihre Brutgebiete befinden, den Schutzbestimmungen der Vogelschutzrichtlinie widersprechen“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Der NABU unterstütze das konsequente Vorgehen in Brüssel, das auf eine Empfehlung von EU-Umweltkommissar Janez Potočnik zurückgehe.

Angeschossene Rohrweihe auf Malta

Mehr als 16.000 Jäger und Fallensteller stellen den Vögeln nach.

Auslöser des erneuten Vorstoßes, den politischen Druck in Sachen Zugvogeljagd zu erhöhen, war die Ankündigung Maltas, über eine Rahmenregelung den Abschuss von 13.000 Wachteln und 12.000 Turteltauben innerhalb einer dreiwöchigen Frühjahrsjagdsaison zu genehmigen. In ihrem Schreiben verweist die EU-Kommission auf die europaweite Schutzbedürftigkeit beider Vogelarten, deren Bestände in vielen Ländern zurück gehen, und kündigt im Falle des Nichtbefolgens weitere Schritte an. Sollten die maltesischen Behörden die Maßgaben ignorieren, drohe eine Fortsetzung des Klageverfahrens vor dem Europäischen Gerichtshof.

„Bei einer erneuten Verurteilung Maltas würden erstmals Strafzahlungen fällig. Das gibt all denen, die sich seit Jahren für den Schutz der Zugvögel einsetzen, Hoffnung auf ein Ende der sinnlosen Abschüsse“, sagte Miller.

Hintergrund

Seit dem EU-Beitritt Maltas unterstützt der NABU die internationalen Bemühungen um den Zugvogelschutz auf Malta. Die Insel ist durch ihre Lage auf der zentralen Vogelzug-Route zwischen Europa und Afrika ein Anziehungspunkt für Tausende von Zugvögeln. Hier rasten sie und schöpfen neue Kräfte, bevor sie erneut weiterziehen. Doch für viele der Vögel endet die Reise noch immer tödlich. Nirgendwo in Europa wird ihnen intensiver nachgestellt als in dem nur 316 Quadratkilometer großen Inselstaat, wo mehr als 16.000 Jäger und Fallensteller eine Lizenz zur Vogeljagd besitzen.

Für Rückfragen:
Dr. Markus Nipkow
Referent für Ornithologie und Vogelschutz
Tel. 030-284984-1620
Markus.Nipkow@NABU.de

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ZwischenüberschriftJagd auf Zugvögel

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