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Rufender Bote des Nordens
Rufender Bote des Nordens
Der Singschwan im Porträt
Der Singschwan ist mit seinem schneeweißen Gefieder und den melancholischen Rufen ein Sinnbild für den Norden. Denn bei uns ist er bis auf einige wenige Brutpaare in erster Linie ein Wintergast, der sich ab Ende Oktober an größeren Gewässern sowie auf Äckern und Wiesen aufhält. Hier überwintert er oder tankt Energie für den Weiterzug zum Atlantik. Er bietet jedem einen schönen Anblick, der ihn in der winterlichen Landschaft erblickt oder seine Rufe hört…
Der gelbe Schnabel ist das auffälligste Unterscheidungsmerkmal zum Höckerschwan.
Kennzeichen
Der Singschwan (Cygnus cygnus) ist mit einer Körperlänge von 140 bis 150 Zentimeter etwas kleiner als unser häufig verbreiteter Höckerschwan und auch die Spannweite beträgt maximal circa 200 Zentimeter. Der auffälligste Unterschied jedoch ist der schwarz-gelbe Schnabel, der ohne Höcker und ohne Verbindung zum Auge eine gerade Linie mit dem Kopf bildet. Leichter zu verwechseln ist er mit dem kleineren Zwergschwan (Cygnus bewickii), der die gleiche Schnabelfärbung aufweist, allerdings mit einem geringeren Gelbanteil.
Außerdem zeigt sich der Singschwan mit einem deutlich aufrechten Hals, wohingegen der des Höckerschwans s-förmig ist. Junge, bereits flugfähige Singschwäne sind schiefergrau, während junge Höckerschwäne eher bräunlich gefärbt sind.
Stimme
Die tiefen, posaunenartigen und mitunter nasal und weich klingenden Rufe im Flug und bei der Landung kann man über hunderte Meter weit hören. Singschwäne gelten insgesamt als sehr ruffreudig und zeigen ein umfangreiches Stimmrepertoire, wodurch sie zu ihrem Namen kamen. Der Flug des Singschwans ist geräuschlos, während der Höckerschwan durch seinen Flügelschlag pfeifende Töne erzeugt.
Nahrung
Im Überwinterungsgebiet stellen das Grün und die Sämereien von Raps und Kartoffeln eine wichtige Nahrungsquelle dar. Oft sitzen sie daher, häufig vergesellschaftet mit Höckerschwänen, auf frisch bestellten Äckern. Auf dem Wasser sieht man sie häufig mit dem Kopf unter Wasser. Sie weiden verschiedenste Wasserpflanzen ab, mit welchen auch ein geringer Teil an Kleintieren mit aufgenommen wird.
Junge Singschwäne haben ein hell- bis schiefergraues Gefieder und werden erst im zweiten Lebensjahr so weiß wie ihre Eltern.
Lebensraum
Seen, Flussmündungen, überstaute Polder und geschützte Meeresbuchten gehören zu den Lebensräumen, die der Singschwan auf dem Zug über den nördlichen Teil Mitteleuropas traditionell als Winterquartier anfliegt, wobei jedoch die Nutzung naheliegender Felder und Feuchtweiden stetig zunimmt. In seinen Brutgebieten bevorzugt er flache vegetationsreiche Süßwasserseen, die von Wäldern umschlossen sind. Er brütet an deren Ufern oder Inseln und nutzt dabei gern Röhrichte.
Verbreitung und Bestand
Das Brutgebiet des Singschwans erstreckt sich von Island über Skandinavien bis weit hinein in die russische Taiga und Tundra und ergibt insgesamt eine erstaunliche Flächengröße von 17.000.000 Quadratkilometern. Davon liegen zwei Millionen auf europäischer Seite. Der Bestand wird weltweit auf 180.000 Tiere geschätzt, wovon circa ein Drittel bis die Hälfte in Europa überwintert.
Die Hauptüberwinterungsgebiete liegen neben Dänemark und Irland vor allem in Deutschland (bis zu 20.000 Vögel), wodurch diesen Ländern eine besondere Bedeutung zum Schutz der Art zukommt. Insgesamt gehört der Singschwan jedoch nicht zu den gefährdeten Arten und erfährt trotz geringfügiger Schwankungen in den Überwinterungsgebieten weltweite Bestandszuwächse. Trotzdem stellen Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee sowie die Praktiken der Ölförderung in Russland bewiesene Gefährdungsursachen dar und gehören auf den Prüfstand.
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