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Sumpfohreule

Gut getarnt und dennoch stark bedroht

Die Sumpfohreule im Porträt

Sumpfohreule

Sumpfohreule


Weite, weitgehend baumfreie Feuchtgebiete sind in Mitteleuropa selten geworden – der Hauptgrund, weshalb die Sumpfohreule heute zu den seltensten Brutvogelarten zählt.

Name und Verwandtschaft
Die Sumpfohreule (Asio flammeus) gehört zur Familie der Ohreulen und Käuze (Strigidae). Ihren deutschen Namen hat sie, weil sie in Feuchtgebieten, speziell in Sümpfen und Mooren lebt und aufgrund ihrer kurzen Federohren, die sie bei Erregung aufrichtet.

Kennzeichen
Die Sumpfohreule ähnelt der Waldohreule, hat aber sehr kurze Federohren, die nur beim erregten Vogel gut erkennbar sind. Weitere wichtige Kennzeichen sind die schwefelgelbe Iris, die schwarz umrandeten Augen im sonst hellen Gesichtsschleier, sowie die stets nur längsgestreifte, nicht quergebänderte Unterseite des Körpers. Durch ihr schilfgelbes Gefieder, oberseits mit einem groben Muster breiter dunkelbrauner Flecken, ist die Sumpfohreule in ihrem Lebensraum gut getarnt. Unterseits ist das Gefieder weißlichgelb mit dunkelbraunen Schaftstrichen und wirkt deutlich heller als bei der Waldohreule.

Sumpfohreule

Stimme
Die Stimme der Sumpfohreule ist dumpf-verhalten und relativ leise. Der Reviergesang des Männchens setzt sich aus leicht ansteigenden „bu bu bu bu...“-Lauten zusammen, während das Weibchen im durchdringenden schleifenden „xschija“-Lauten auf ihren Standort aufmerksam macht.

Nahrung
Hauptnahrung der Sumpfohreule sind Wühlmäuse (mehr als 90 Prozent). Bei deren Fehlen kann eine Umstellung auf andere Kleinnager und auf Kleinvögel stattfinden.

Lebensraum
Die Sumpfohreule lebt in offenen Landschaften mit niedriger, aber gleichzeitig deckungsreicher Vegetation. Dies sind vor allem Sumpfe, Moore, Verlandungszonen, nasse Wiesen, sowie Dünenlandschaften mit Feuchtbereichen an der Küste.

Fortpflanzung
Die Sumpfohreule baut ihr Nest am Boden, in Moor- und Dünenvegetation, Röhricht, Gräsern und Stauden. Meist Anfang April beginnt die Ablage von meist sieben bis zehn weißen Eiern, die ausschließlich vom Weibchen bebrütet werden, während es vom Männchen mit Beute versorgt wird. Nach 26 Tagen schlüpfen die Jungen, die sich rasch entwickeln und bereits nach 15 bis 17 Tagen Führungszeit das Nest verlassen.

Verbreitung und Bestand
Das Verbreitungsareal der Sumpfohreule umfasst weite Gebiete im nördlichen Eurasien und in Nordamerika. Weitere Rassen leben in Teilbereichen Südamerikas sowie auf einigen Inseln in der Karibik, im Südatlantik und im Pazifik. In Mitteleuropa ist die Sumpfohreule mit rund 100 Paaren zu einem äußerst seltenen Brutvogel geworden.

Gefährdung
Entwässerungs- und Kultivierungsmaßnahmen haben dazu geführt, dass die Sumpfohreule mittlerweile in allen „Roten Listen“ Mitteleuropas verzeichnet ist und europaweit als „vulnerable“ eingestuft wird.

Möglichkeiten zum Schutz
Der Sumpfohreule kann nur dadurch geholfen werden, dass vorhandene Lebensräume – wie Sümpfe und Moore – erhalten und geeignete Flächen durch Renaturierungsmaßnahmen (zum Beispiel Schließung von Entwässerungsgräben) auch neu geschaffen werden.

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