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Der Schreiadler

Lebensraum und Gefährdung

Der kleinste Adler unserer Heimat ist vom Aussterben bedroht

Schreiadler

Deutschlands Schreiadler sind in Not. Während sich die Bestände anderer Greifvögel wie Fischadler oder Wanderfalke bundesweit im Aufwind befinden, hat der versteckt lebende Schreiadler mehr und mehr den Rückzug angetreten. Nur noch etwa 105 Brutpaare brüten in Deutschland, davon rund Dreiviertel in Mecklenburg-Vorpommern und ein Viertel in Brandenburg. Das sind Alarmzeichen, auf die der NABU reagieren will.

Brutgebiete des Schreiadlers

Brutgebiete des Schreiadlers

Das Brutgebiet des Schreiadlers ist relativ klein. Es konzentriert sich auf die Baltischen Staaten, Polen, Weißrussland, Slowakei und den Nordosten Deutschlands. Für den Schutz des "Pommernadlers" tragen wir hohe Verantwortung.

Noch im 19. Jahrhundert war der Schreiadler auch weiter westlich verbreitet. Zuletzt verschwand er in Niedersachsen. Das war 1937. Früher war ganz überwiegend die menschliche Verfolgung für seinen Rückgang verantwortlich. Heute gefährden vor allem Veränderungen in der Landschaft seinen Lebensraum.


Lebensraum gesucht
Adler sind auf große, unzerschnittene Landschaften angewiesen und auf bestimmte Ressourcen, die heute selten geworden sind. Geeignete Brutplätze finden Schreiadler nur noch in strukturreichen Laub- und Mischwäldern mit möglichst hohem Grundwasserstand, viel Totholz und ausgeprägten Waldsäumen.

Pappel-Erlen-Eschen

Die nordvorpommersche Waldlandschaft südwestlich der Insel Rügen erfüllt die Bedingungen des Schreiadlers. In diesem deutschlandweit einmaligen Naturparadies aus Eichen-, Eschen-, Erlen- und Buchenwäldern mit hohen Altholzbestand und angrenzenden Feuchtwiesen lebt, brütet und jagt der kleinste Adler Deutschlands. Allerdings wird der Lebensraum des Schreiadler in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg immer mehr beschnitten. Durch Entwässerung, intensive Land- und Forstwirtschaft verliert er seine Brut- und Lebensräume.

Seine Nahrung sucht der Schreiadler bevorzugt in angrenzendem Kulturland, besonders auf feuchten Wiesen. Hier erbeutet er Kleinsäuger, Frösche und Reptilien, aber auch Käfer und Regenwürmer. Eine nur extensive Nutzung der Wiesen ist daher wichtig. Optimale Brutreviere zeichnen sich außerdem durch lange Grenzlinien zwischen den Wäldern und Wiesen aus. Auch ungestörte Kleingewässer verbessern das Nahrungsangebot und bereichern seinen Lebensraum.

Immer weniger Nachwuchs

Schreiadler-Küken

Wo sich die Lebensbedingungen für den Schreiadler verschlechtern, verringert sich auch sein Bruterfolg. Schon seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass Brutplätze viel öfter gewechselt und schließlich aufgegeben werden, zusammenhängende Brutgebiete mehr und mehr verinseln, und bei einem Teil der Vögel auch die Fortpflanzungsrate sinkt. Immer mehr Brutplätze werden aufgegeben und die Bruterfolge nehmen dramatisch ab. Schreiadler brüten nur in strukturreichen Feuchtwäldern mit alten Bäumen und dichtem Kronenschluss: Ein Paar braucht rund 60 Hektar extensiv bewirtschafteten Brutwald. Die Horstbäume müssen in Ruhezonen liegen und auch das Nahrungsrevier der Schreiadler muss erhalten werden.

Sofortmaßnahmen gestartet
In einigen Brutgebieten hat der NABU bereits dringlichste bestandsfördernde Maßnahmen initiiert. Bestehende Schutzbemühungen sollen unterstützt und weiterentwickelt werden. Zu den Kerngebieten zählt dabei unter anderem die "Nordvorpommersche Waldlandschaft". Auf den lehmigen Böden südwestlich der Insel Rügen sind bis heute größere Flächen an Feuchtwäldern erhalten geblieben. Sie prägen nicht nur das Landschaftsbild. Für Vogelarten wie Schreiadler, Kranich, Hohltaube oder Zwergschnäpper gelten sie auch als ein einzigartiges Refugium. Um die besondere Qualität dieser Lebensräume langfristig zu sichern, setzt der NABU auf partnerschaftliche Zusammenarbeit. Hier geht es darum, gemeinsam mit den überwiegend privaten Waldbesitzern zu einer für die Adler verträglichen Bewirtschaftungsform der Flächen zu finden. Naturnahe Waldstrukturen und ausreichend große Altholzbestände sollen erhalten und Waldwiesen extensiv gepflegt werden. Weitere Absenkungen des Grundwassers gilt es zu stoppen.

Helfen Sie ...

... damit der Ruf des Schreiadlers nicht verstummt

Nur mit umfassender Horstbetreuung und einem Bündel von Schutzmaßnahmen können wir die letzten Brutplätze des Schreiadlers in Deutschland erhalten. Der NABU sichert Flächen, um die naturnahen Feuchtwälder und Waldwiesen, die Lebens- und Brutraum für Schreiadler und viele andere seltene Arten sind, vor intensiver Nutzung zu schützen. Wir unterstützen die ehrenamtlichen Horstbetreuer und klären private Waldbesitzer, Land- und Forstwirte über die Gefährdung des Schreiadlers auf.

Markus Nipkow

Dr. Markus Nipkow, NABU-Referent für Vogelschutz

Der Ruf des Schreiadlers darf nicht für immer verstummen! Deshalb brauchen wir die Hilfe vieler Freunde und Förderer. Mit Ihrer Hilfe haben wir bisher schon einiges erreicht - zum Beispiel:


  • Kauf von 58,3 Hektar Brut- und Nahrungsflächen für den Schreiadler

  • Renaturierung von drei Feuchtbiotopen

  • Schutz uralter Horstbäume

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Ihr Dr. Markus Nipkow

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