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Riesiger Vogelfriedhof entdeckt
Riesiger Vogelfriedhof entdeckt
Vogelschützer machen auf Malta grausamen Fund
Die traurige Bilanz: 192 tote geschützte Vögel wie die Rohrweihe wurden gefunden.
21. September 2009 -
Vogelschützer von Birdlife Malta, NABU und dem Bonner Komitee gegen den Vogelmord haben am Sonntagmorgen die Überreste von 192 streng geschützten Vögeln gefunden, die in einem Waldstück im Norden Maltas unter Steinen und Müll versteckt waren.
Die Teilnehmer eines vom NABU zusammen mit seinem BirdLife Partner auf Malta organisierten Vogelschutzcamps sowie Teilnehmer eines gleichzeitig veranstalteten Camps des "Komitees" hatten am frühen Morgen beobachtet, wie Jäger im Wald bei Mizieb zahlreiche geschützte Vögel abgeschossen haben. Bei einer wenige Stunden später eingeleiteten Suchaktion, an der sich mehr als 20 Aktivisten beteiligten, wurden zahlreiche frisch geschossene Vögel, darunter Greifvögel, ein Wiedehopf, eine Nachtigall und ein Nachtreiher entdeckt. Zusätzlich entdeckten die Vogelschützer die Überreste weiterer geschützter Zugvögel, die in den letzten Wochen und Monaten von Jägern abgeschossen und anschließend versteckt wurden.
Seit Jahren sind Vogelschützer auf Malta aktiv.
Die von den Naturschützern verständigte maltesische Umweltpolizei A.L.E. traf gegen Mittag am Fundort ein und begann damit, die toten Tiere einzusammeln. Die maltesische Jägervereinigung FKNK verwaltet das Jagdgebiet Mizieb, in dem die grausigen Funde gemacht wurden, und muß sich fragen lassen, wie es zu diesen skandalösen Zuständen kommen konnte.
Es wurden mehr als 192 tote Vögel geborgen. Dabei handelt es sich um 38 Reiher, 38 Rohrweihen, 18 Wespenbussarde, 36 Falken, vier Ziegenmelker, vier Brieftauben, drei Wiedehopfe, einen Pirol, eine Nachtigall sowie um die Skelette von rund 50 noch nicht näher bestimmten Greifvögeln. Möglicherweise sind in dem Gebiet zahlreiche weitere Tierkadaver versteckt worden, die bisher noch nicht gefunden wurden.
Der schreckliche Fund zeigt, wie groß das Ausmaß der Vogel-Wilderei auf Malta tatsächlich ist. Solch ein Fund sei nur die Spitze eines Eisbergs, so die Einschätzung der Vogelschützer. In den letzten Tagen hatten die Teilnehmer der Vogelschutzcamps fast überall auf der Insel beobachtet, wie Jäger Zugvögel an ihren Schlafplätzen unter Beschuss nahmen. Dabei handelte es sich um Fischadler, Wespenbussarde, Rohrweihen, Wiesenweihen, Bienenfresser und Reiher, die während ihrer Reise in das afrikanische Winterquartier auf Malta einen Zwischenstopp eingelegt hatten. Malta ist mit seiner zentralen Lage im Mittelmeer ein international bedeutender Rastplatz für Zugvögel aus Mittel- und Osteuropa.
„Die maltesische Regierung muss endlich begreifen, dass es sich bei der Wilderei um ein Problem von internationaler Dimension für den Vogelschutz handelt. Anstatt tatenlos zuzusehen müssen endlich mehr Ressourcen zur Bekämpfung der illegalen Jagd zur Verfügung gestellt werden“, forderte Joseph Mangion, Präsident von Birdlife Malta, in einer Stellungnahme.
An dem vom NABU unterstützten Vogelschutzcamp von BirdLife Malta nehmen insgesamt 52 Vogelfreunde aus 8 verschiedenen Ländern teil. Es dauert noch bis zum 4. Oktober.
Kontakt:
Dr. Markus Nipkow
NABU-Vogelschutzexperte
Tel. 030-284984-1620
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