NABU.de Tiere & Pflanzen Vögel Was kann ich tun? Nistkästen Mauersegler-Nistkasten
Bauanleitung Mauersegler-Nistkasten
Der Mauersegler-Nistkasten
Bauanleitung
Mauersegler-Kasten
- Halten Sie frei zugängliche, geschützte Winkel, Höhlen und Nischen am Gebäude für Mauersegler offen.
- Bringen Sie Nistkästen für Mauersegler an Ihrem Haus an. Im Handel gibt es verschiedene Nistkästen zu kaufen. Wenn Sie gerne selber basteln, finden Sie hier eine Bauanleitung für eine Mauerseglerwohnung.
- Planen Sie einen Neubau oder eine Haussanierung? Eine frühzeitige Beratung durch Experten hilft, Nistmöglichkeiten für Mauersegler, aber auch für Fledermäuse oder andere Tiere schon im Vorfeld der Baumaßnahmen mit einzuplanen.
- Verwenden Sie bei Gebäudesanierungen keine giftigen Holzschutzmittel oder Ähnliches. Die tierischen Untermieter nehmen die Gifte bei Berührung über die Haut auf.
- Pflanzen Sie einheimische Sträucher und Blumen in Ihrem Garten. Sie bieten genug Nahrung für Insekten, ohne die Mauersegler und Gartenvögel an Nahrungsmangel leiden.
2011 neu erschienen: „Mauersegler-Baubuch“ des LBV München (kostenloser Download)
Unerwünschte Hausbesetzung
Ein Tipp von Klaus Philipp zur Starenabwehr an Mausersegler-Niststätten
Mauerseglerschwarm
Gerne beziehen Stare für Mauersegler gedachte Nistgelegenheiten. Da die Mauersegler erst sehr spät gegen Ende April/Anfang Mai aus den Winterquartieren zurückkehren, sind ihnen die Stare schon zuvorgekommen und haben den Nistkasten besetzt. Der Grund: Allzu häufig sind die Einlasshöhen zu groß dimensioniert. Um die Stare abzuwehren und den Mauerseglern ihren Brutplatz freizuhalten, muss man die Einschlüpfe so verändern, dass die Stare mit im Vergleich zu den Mauerseglern längeren Beinen und größerem Brustkorb nicht mehr hinein können.
Ob nun Eingangsloch im Dachbalken oder künstliche Nistgelegenheit: Oft sind die Durchlässe mit einer Höhe von 50 Millimetern angelegt. Hier passen sowohl Star wie auch Mauersegler durch. Es gilt nun, die Durchschlupfhöhe nachträglich auf genau 32 Millimeter zu verringern, so dass die Stare draußen bleiben. Kleiner darf das Maß nicht sein, sonst bekommt auch der Mauersegler Schwierigkeiten (in der obigen NABU-Bauanleitung für Mauerseglerkästen ist die richtige Einschlupfhöhe von 32 Millimetern natürlich berücksichtigt, hier muss nicht nachgerüstet werden).
Hierfür wird hinter den eigentlichen, 50 Millimeter messenden Eingang ein kleiner Schlitzkasten mit in der Höhe 32 Millimetern freiem Durchlass angebracht. Zunächst müssen zwei rund 100 Millimetern lange und 32 Millimeter hohe Leisten zurechtgesägt werden. Sie können für einen Rechteckraum verwendet werden oder auch trapezförmig zulaufen. Die Leisten müssen nur in der Höhe 32 Millimeter messen, sie können wie etwa Fertigleisten aus dem Baumarkt in der Breite ruhig nur 20 oder 15 Millimeter stark sein.
In der rechteckigen Bauweise liegen rechts und links parallel zwei 32 Millimeter hohe Leisten, der Innenabstand zwischen den Leisten sollte 100 Millimeter betragen. Darüber kommt nun ein Deckel und darunter ein Unterboden, die bei den angenommenen 20 Millimetern Leistenbreite beide jeweils 140 Millimeter (100 plus 2 x 20) mal 100 Millimeter messen. Deckel und Unterboden werden mit den Seitenleisten verschraubt oder verleimt und vernagelt. In der Trapezform kann der Innenraum auch nach vorn zur Außenöffnung hin auf rund 65 Millimeter zusammenlaufen, nicht aber schmäler.
Von vorne betrachtet haben wir also ein Kästchen mit einen Durchschlupf von 100 Millimetern in der Breite (beim Trapez vorne nur 65 Millimeter), 32 Millimetern in der Höhe und wiederum 100 Millimetern in der Tiefe.
Wird das Kästchen innen vor ein größeres Einschlupfloch montiert - die restlichen Lochstellen mit kleinen Holzleisten zunageln - empfiehlt es sich, das Durchschlupfkästchen am Einschlupf relativ weit oben anzubringen und dann innen abfallen zu lassen. Die Mauersegler können so von innen bequemer einschlüpfen. Die Altvögel ruhen sich nach der im Brutraum erfolgenden Fütterung des Nachwuchses meist kurz aus, ehe sie wieder abfliegen. Und dabei schauen sie erst einmal, ob "die Luft rein" ist. Auch für die Jungvögel ist das wichtig, die ebenfalls gerne nach außen schauen, bevor sie losfliegen.
Bei mir zuhause in Oberjosbach im Taunus gab es lange sehr viele Flachdächer. Die Segler konnten oft einschlüpfen, wo mit senkrechtem Holz- oder Schieferband Raum für den Luftdurchzug geblieben war. Mit dem Aufbau von Satteldächern gingen diese Nistgelegenheiten verloren, von 30 Brutpaaren bleiben nur 5 übrig. Zum Ausgleich baute ich an meinem Haus acht Brutgelegenheiten auf dem Oberboden ein, hatte aber von Stund an Ärger mit zu vielen Staren. Nun sind dank der "Starenabwehrkästen" die meisten Stare abgezogen. Deshalb mit Tipp: Bauen sie Schlupfkästen ein, dann sind Sie den Streit und die Stare los. Übrigens habe ich vor meinem Zimmerfenster in einer Birke einen Starenkasten von Schwegler aufgehängt. Ganz vertreiben wollte ich die Vögel ja nicht und es ist immer ein schöner Anblick, wenn ein Star beim Singen mit seinen Flügeln schlägt.
Kontakt: Klaus Philipp, Am Apfelgärtchen 24, 65527 Niedernhausen.

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