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Eine Briefmarke für den NABU-Wappenvogel
Eine Briefmarke für den NABU-Wappenvogel
Dazu ein passender Sonderstempel aus dem Storchendorf Bergenhusen
In der Reihe "Bedrohte Tierarten" gibt es eine Weißstorch-Sonderbriefmarke, die am 19. April offiziell vorgestellt wurde. Zu verdanken ist diese Marke vor allem zwei NABU-Mitgliedern: Manfred Funk vom NABU Oderberg, der über Jahre immer wieder beim für die Markenherausgabe zuständigen Bundesfinanzministerium vorstellig wurde, bis nun sein Vorschlag umgesetzt wurde, sowie dem Storchenexperten Dr. Christoph Kaatz, Sprecher der NABU-Bundesarbeitsgemeinschaft Weißstorchschutz und langjähriger Leiter des Storchenhofes Loburg. In den letzten Jahren sind bereits Marken mit Berggorilla, Panzernashorn, Flussperlmuschel und Windelschnecke erschienen.
Der so genannte Ersttagsstempel zur Weißstorchmarke
1966 hat der Internationale Rat für Vogelschutz - heute BirdLife International - den Weißstorch zum Nationalvogel Deutschlands erklärt. Seitdem ist der Weißstorch Wappenvogel des NABU.
Obwohl die Bilanz für das Weißstorchjahr 2003 noch nicht endgültig ausgewertet ist, sorgt sich Christoph Kaatz, Sprecher der NABU-Bundesarbeitsgemeinschaft Weißstorchschutz, über einen schleichenden Rückgang sowohl der Horstpaare als auch der Zahl an Nachkommen in den deutschen "Storchenländern" Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. "Trotz einer positiven Gesamtentwicklung in den letzten Jahren gibt es keinen Grund in Euphorie auszubrechen", so Kaatz. Der Schutz von natürlichen Flussauen als wichtiges Lebens- und Nahrungsgebiet der Weißstörche, das Engagement für eine Reduzierung des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft und die bessere Sicherung von Stromleitungen werde die Storchenschützer auch in Zukunft bundesweit beschäftigen.
Sämtliche in Deutschland brütenden Weißstörche werden von ehrenamtlichen Naturschützern betreut, die fast alle in der NABU-Bundesarbeitsgruppe Weißstorchschutz zusammengefasst sind. Mit dem Michael-Otto-Institut im schleswig-holsteinischen Bergenhusen verfügt der NABU außerdem über eine eigene Weißstorch-Forschungseinrichtung. Untersucht werden unter anderem die Nahrungsökologie des Weißstorchs, seine Lebensraumnutzung und nicht zuletzt die Gefahren auf den Zugrouten und in den Winterquartieren. Das Michael-Otto-Institut koordiniert auch den Weißstorchzensus, bei dem alle zehn Jahre der Weißstorchbestand weltweit erfasst wird. Der jüngste Zensus findet 2004/2005 statt.
Sonderstempel aus dem Storchendorf Bergenhusen
In Bergenhusen wird es am Ausgabetag der Marke auch einen speziellen Storchen-Sonderstempel geben (Stempelung vor Ort im Michael-Otto-Institut, Gosstroot 1, von 9 bis 16 Uhr durch das "Erlebnis Briefmarken"-Team der Post). Anders als der offizielle Ersttagsstempel, der mit zwei verschiedenen Motiven in Bonn und Berlin geführt wird, kann der Bergenhusener Stempel auch auf anderen Marken abgeschlagen werden. Stempelwünsche zu allen drei Stempeln erfüllt die Sonderstempelstelle der Deutschen Post, 10770 Berlin. Der "Verein Schleswiger Briefmarkensammler" hat außerdem für Bergenhusen einen passenden illustrierten Sonderumschlag produziert. Info: Walter Thielking, Bussardhorst 14, 24837 Schleswig, karl.rathjen@t-online.de.
Die von Prof. Peter Steiner entworfene 55-Cent-Marke zeigt übrigens nicht irgendeinen Weißstorch, sondern nach einer Fotovorlage ganz konkret die Storchendame "Prinzesschen", die sich zur Zeit auf dem Rückflug aus dem afrikanischen Winterquartier befindet. Prinzesschen gehört zu einer Gruppe von Störchen, die mit Sendern versehen wurden, um mehr über die genauen Zugwege und die Winterquartiere der Störche zu erfahren. Im Rahmen der Aktion Naturdetektive des Bundesamtes für Naturschutz lässt sich auch dieses Jahr wieder der Zug der Störche Jonas, Felix, Annamarie und Prinzesschen im Internet verfolgen:
Während Jonas die Westroute gewählt hat und nach relativ kurzer Zugstrecke den Winter in Spanien verbringt, sind Felix, Annamarie und Prinzesschen Mitte August östlich über den Balkan, die Türkei, Israel und Ägypten geflogen, bis sie Anfang September den Sudan erreichten. Annamarie blieb dort den ganzen Winter über; Felix machte einen zwischenzeitlichen Abstecher Richtung Westen in den Tschad, ist aber dann wieder in den Sudan zurückgekehrt. Prinzesschen schließlich nahm den weitesten Weg: Ende November flog sie weiter bis zur Südspitzes Afrikas, wo sie Anfang Februar ankam. Inzwischen hat sie ungefähr die Hälfte des Rückweges absolviert und befindet sich im Sudan. Annamarie ist sogar schon dabei, den Bosporus zu überqueren und Jonas ist dank des kurzen Weges von Spanien aus bereits in Deutschland zurück. Von Felix dagegen gibt es seit Ende Februar keine Signale mehr. Bleibt zu hoffen, dass lediglich der Sender defekt ist und Felix demnächst wohlbehalten in seinen Heimathorst zurückkehrt.
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Beitrag erstellt am 3. März 2004, erweitert und aktualisiert am 26. März 2004.

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