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Tödliche Salmonellose am Futterhaus

Tödliche Salmonellose am Futterhaus

In Bayern Hunderte Erlenzeisige betroffen / Auf Hygiene achten

Erlenzeisig

Erlenzeisig-Männchen


9. Februar 2010 - Zu den Vögeln, die in diesem strengen Winter in ungewöhnlich großer Zahl aus dem Norden und Osten nach Mitteleuropa einfliegen, gehört auch der Erlenzeisig. Alleine in Bayern wurden bei der vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) veranstalteten „Stunde der Wintervögel“ im Januar mehr als 30.000 Erlenzeisige gezählt, das ist ein Vielfaches der normalerweise hier heimischen Bestände.

Der Erlenzeisig
Erlenzeisig

Man erkennt den Erlenzeisig relativ leicht. Er ist deutlich kleiner als ein Spatz, hat eine kurzen, kräftigen Finkenschnabel und überwiegend grünlichgelbes Gefieder. Nur die Brust ist hell gefärbt. Meist sind die Erlenzeisige in Trupps bis zu 50 Vögeln am Futterhaus zu beobachten. Männchen unterscheiden sich von den Weibchen durch eine intensiver grüne Färbung am Rücken und eine dunkle Kappe sowie ein dunkles Brustlätzchen.

In normalen Wintern ist der Erlenzeisig nur ein seltener Gast am Futterhaus. Leider häufen sich nun die Meldungen über tote und kranke Vögel, die oft in der Nähe von Vogelfutterstellen beobachtet werden. Es handelt sich bisher ausschließlich um Erlenzeisige. Tote und kranke Tiere wurden bisher aus Stadt und Landkreis München sowie den Landkreisen Freising, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch Partenkirchen gemeldet. Kranke Tiere erkennt man an ihrem apathischen Verhalten, sie bewegen sich kaum noch und verlieren jede Scheu vor dem Menschen.

Die Vogelklinik Oberschleißheim hat die toten Vögel untersucht und dabei festgestellt, dass diese an Salmonellose erkrankt waren und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch daran starben. Erlenzeisige sind dafür bekannt, dass sie sehr anfällig für Salmonellen-Erkrankungen sind. Zudem dürfte das Immunsystem der Erlenzeisige durch den langen Zug von Nordosteuropa bis zu uns, die lang dauernde Kälteperiode und den Futtermangel im Winter weiter geschwächt sein.

Salmonellenerkrankungen werden über Vogelkot übertragen. Deshalb ist es wichtig eine Reihe von Hygienemaßnahmen zu ergreifen, wenn man im Garten oder am Balkon ein Futterhaus für Vögel aufstellt:

  • Futterhäuschen an denen kranke oder tote Vögel zu beobachten sind, sollte man abbauen. Vor der Wiederverwendung sollten sie mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden (Einmalhandschuhe verwenden).
  • Futterhäuschen, bei denen große Mengen Futter auf den Boden fallen, sollte man nach Möglichkeit austauschen. Moderne Futterhäuschen haben einen Futterspender, der nur so viel Futter abgibt, wie der Vogel frisst. Eine Verkotung des Futters ist dadurch ausgeschlossen.
  • Nach dem Hantieren mit dem Vogelhäuschen sollte man sich die Hände waschen. Auch Menschen können sich mit Salmonellen infizieren.
mehr Stunde der Wintervögel

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