NABU.de Tiere & Pflanzen Vögel Nachrichten Nachrichten-Überblick Immer weniger Platz für Feld- und Wiesenvögel
Immer weniger Platz für Feld- und Wiesenvögel
Brutvogel-Report bestätigt alarmierende Bestandsrückgänge bei Agrarvögeln
Auch die Bestände des Wiesenpiepers nehmen rapide ab.
12.11.2007 Das Bundesamt für Naturschutz hat einen Bericht zur Lage der Vogelwelt in Deutschland vorgestellt, der erneut auf die Bedrohung der Feld- und Wiesenvögel hinweist. Der Report bestätigt, dass gravierende Eingriffe in die Landschaft wie zum Beispiel eine zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft besonders negative Folgen für die dort lebenden Arten haben. "Deutschlands bäuerliche Kulturlandschaft, die noch vor wenigen Jahrzehnten die insgesamt größte Vielfalt an Vögeln beherbergte, ist heute für den Artenschutz die Problemzone Nummer eins", lautet das Fazit des NABU zu den heute präsentierten Zahlen. In keiner anderen Artengruppe sind so starke Bestandsrückgänge zu verzeichnen.
Seit 1990 haben sich die Bestände des Kiebitzes mehr als halbiert.
NABU-Vogelschutzreferent Markus Nipkow: "Wenn ehemals weit verbreitete Vögel wie der Kiebitz, die Feldlerche oder der Wiesenpieper künftig noch eine Überlebenschance haben sollen, muss zuerst ein Umdenken in der Agrarpolitik einsetzen, das einer ökologisch verträglichen Landnutzung endlich Vorrang einräumt." Da Vögel besonders empfindlich auf Veränderungen in der Landschaft reagierten, sagten die hier dokumentierten Entwicklungen auch etwas über die Qualität der Lebensräume aus, die nicht zuletzt die Menschen mit den Vögeln teilen. Positiv hervorzuheben sind die Bestandszunahmen bei Kranichen, Seeadlern, Wanderfalken und Schwarzstörchen, die zeigten, dass ehrenamtliche und staatliche Hilfsmaßnahmen eine Trendumkehr beim Vogelschutz bewirkten können.
Die Bestände von Kranichen, Wanderfalken, Schwarzstörchen und Seeadlern haben sich dank vieler Artenschutzmaßnahmen erholt.
"Vögel in Deutschland" präsentiert erstmalig eine komprimierte Zusammenfassung aktueller Entwicklungen unter den mehr als 250 Brutvogelarten Deutschlands. Aus mehreren Millionen Datensätzen, an deren Erhebung etwa 5.000 Vogelkundler und Naturfreunde beteiligt waren, werden von den Meeresküsten bis zu den Alpen die wichtigsten Trends beschrieben und Ursachen skizziert. Herausgeber der Broschüre sind der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), das Bundesamt für Naturschutz und die Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten. Der NABU als Kooperationspartner hat die Arbeiten zu dieser aktuellen Bilanz seit vielen Jahren unterstützt.
Ansprechpartner
Dr. Markus Nipkow
NABU-Vogelschutzexperte
E-Mail Markus.Nipkow@NABU.de
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Download Brutvogel-Report (5,2 MB)
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