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Eis bringt Eisvögeln den Tod
Eis bringt Eisvögeln den Tod
Der „Vogel des Jahres 2009“ hungert wegen zugefrorener Gewässer
So paradox es klingt: Eis macht dem Eisvogel schwer zu schaffen.
13. Januar 2009 -
Eisvögel kämpfen in diesen Tagen ums Überleben. Es ist paradox, aber der Eisvogel verträgt kein Eis. Längere Frostperioden bedeuten für viele Eisvögel den Tod, denn eine geschlossene Eisdecke trennt ihn von seiner Beute, den kleinen Fischen. Der geschickte Jäger droht deshalb zu verhungern. Bereits in der Vergangenheit haben strenge Winter viele Eisvögel das Leben gekostet. Die künstliche Aufstauung von Bächen und Flüssen durch Wehre und Staustufen verschlimmert die Situation: Das Wasser fließt langsamer oder kommt gar ganz zum Stehen, weshalb sich umso schneller eine geschlossene Eisdecke bildet.
Frieren die Gewässer zu, kann der Eisvogel nicht mehr nach kleinen Fischen tauchen.
Die Gefährdung durch das Eis könnte dem Eisvogel sogar seinen Namen eingebracht haben: Wenn im Winter Flüsse und Seen im Land zufroren, jagten plötzlich viele Eisvögel an Teichen in den Siedlungen – diese blieben durch die geschützte Lage oder die ständige Wasserentnahme länger eisfrei. Die Menschen in den Dörfern sahen den schillernden Vogel also vor allem in frostigen Perioden und nannten ihn deshalb Eisvogel. Es gibt aber auch
zahlreiche andere Theorien um die Entstehung des Namens, etwa über das althochdeutsche „eisan“ für „schillern“ oder die Bezeichnung „Eisenvogel“ wegen seines stahlblauen Rücken- oder des rostfarbenen Bauchgefieders.
Wenn der Eisvogel im Frühjahr erfolgreich brüten kann, gleicht er damit die Verluste durch den strengen Winter wieder aus. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir dem Eisvogel einen intakten Lebensraum und die Chance auf eine erfolgreiche Brut zugestehen. Der Eisvogel braucht sauberes Wasser, naturnahe Bäche, Flüsse und Seen sowie artenreiche Talauen. Nur dort findet er seine Nahrung, überwiegend Kleinfische, und natürliche Steilwände, an denen er seine Brutröhren baut. Diese Lebensräume sind trotz mancher Fortschritte im Gewässerschutz immer noch Mangelware.
Der Eisvogel ist „Vogel des Jahres 2009“
NABU und LBV haben den Eisvogel zum „Vogel des Jahres 2009” gekürt. Der Eisvogel war bereits 1973 Jahresvogel, doch die damaligen Defizite sind längst nicht behoben. Naturnahe Bäche, Flüsse und Seen sowie artenreiche Talauen sind in Deutschland weiterhin Mangelware.
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