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Dem Vogelgrippe-Virus auf der Spur

Dem Vogelgrippe-Virus auf der Spur

NABU beteiligt sich an Forschung / Wasservögel und Bussarde im Fokus

Vogelgrippe-Forschung

Landwirtschaftsminister Peter Hauk übergab die Bewilligungen für die NABU-Forschungsprojekte an Daniel Schmidt vom Vogelschutzzentrum Mössingen (l.) und an Landesgeschäftsführer Uwe Prietzel (r.).

Mit zwei eigenen Projekten nimmt der NABU Baden-Württemberg am Forschungsprogramm "Wildvögel und Vogelgrippe" des Landes teil. Dabei wird einmal am Oberrhein und an der Donau das Wasservogel-Monitoring stark intensiviert, bei dem zweiten Vorhaben Mäusebussarden Blutproben entnommen werden.

Insgesamt stellt das Ministerium für den ländlichen Raum 2,1 Millionen für 13 Forschungsprojekte zur Verfügung, an denen sich neben dem NABU unter anderem Universitäten, Vogelschutzwarten und Gesundheitsämter beteiligen. Geklärt werden soll vor allem, welche Rolle Wildvögel als Opfer oder Überträger von Viren auf Hausgeflügel spielen. Mehrere Projekte kümmern sich um das Kurzzug- und Tagesbewegungsverhalten verschiedener Vogelarten. Die Daten werden über Satelliten- und Radiotelemetrie sowie über Feldbeobachtungen erhoben.

Stadtparks und Futterstellen

Stockentenfütterung an Parkteich

Vogelfütterung im Stadtpark.

Besonderes Augenmerk gilt Arten, die eine große Nähe zum Menschen haben, so genannte Brückenarten. So werden Gänse, Enten und Schwäne unter anderem in den Stadtparks von Stuttgart oder Heidelberg beobachtet und über Kotproben untersucht, ebenso verschiedene Kleinvogelarten, die Futterstellen im menschlichen Umfeld aufsuchen. Außerdem forscht das Landesgesundheitsamt Viren in Oberflächenwasser, die Uni Hohenheim untersucht, wie Viren in Wasserbiotopen, Geflügelkot und Kadavern überleben.

Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Bodensee schließlich wird sich mit der Mauser der Vögel befassen, da die Tiere in dieser Zeit flugunfähig und daher anfällig sind. Übrigens haben die jüngsten grenzüberschreitenden Studien zur Vogelgrippe am Bodensee - das im Herbst angelaufene Projekt "Constanze" - noch keine Hinweise auf einen erneuten Ausbruch der Seuche erbracht. Sowohl 65 getestete Jungschwäne als auch eigens hierfür gehaltene Wildenten seien frei vom Virus H5N1 gewesen, sagte der Schweizer Tiermediziner Christian Senn.

Neue Monitoring-Strecken an Oberrhein und Donau
Bisher lagen die Vogelgrippe-Schwerpunkte in Baden-Württemberg am Bodensee, am Oberrhein und and der Donau. Während es entlang des Bodensees im Rahmen der so genannten internationalen Wasservogelzählung bereits ein intensives Monitoring gibt, geschieht dies an Oberrhein und Donau noch lückenhaft. Unter Federführung des NABU-Vogelschutzzentrums Mössingen werden für die Jahre 2007 bis 2009 nun 18 zusätzliche Zählstrecken eingerichtet - je fünf am nördlichen, mittleren und südlichen Oberrhein sowie drei an der Donau. Von Anfang Oktober bis Anfang April wird dort im Zweiwochen-Rhythmus das Zuggeschehen insbesondere von Schwänen, Tauch- und Schwimmenten intensiv verfolgt werden.

Höckerschwan

Höckerschwan

"Neben der Erfassung der Wasservögel sollen Totfunde den zuständigen Behörden gemeldet oder selbständig für weiter gehende Untersuchungen geborgen und an die zuständigen Untersuchungslabors weiter geleitet werden", erläutert NABU-Landesgeschäftsführer Uwe Prietzel. "An gut zugänglichen Sammelplätzen von Wasservögeln sind zudem Kotproben zu nehmen und weiter zu geben."

Das zweite NABU-Projekt ist ebenfalls beim Vogelschutzzentrum Mössingen angesiedelt. Erforscht wird die Rolle des Mäusebussards im Vogelgrippegeschehen. Im Winterhalbjahr 2007/2008 sollen dazu nach Angaben von Projektleiter Daniel Schmidt "rund 300 Vögel im Albvorland, im Bodenseebecken und im Oberrheintal lebend gefangen und beprobt werden".

Bussarde als Virenträger?

Mäusebussard an Stadttaube

Mäusebussard mit Beute.

Greifvögel wie der Mäusebussard sind gegenüber Infektionen besonders resistent, so dass sie nur selten erkranken, auch wenn sie das Virus in sich tragen. "Der Mäusebussard ist außerdem unter den aasfressenden und damit relevanten Greifvögeln die häufigste und am weitesten verbreitete Art", erläutert Projektleiter Daniel Schmidt. "Er kommt im ganzen Land während des Winterhalbjahres mit bis zu 70.000 Individuen vor."

Nach dem Fang werden die Bussarde sofort wieder freigelassen. Bei der Untersuchung sollen Abstriche genommen, biometrische Daten zur individuellen Kondition erhoben und die Bussarde markiert werden. Die Wanderungen der Bussarde, die zum Beispiel als witterungsbedingte Winterfluchten eintreten können, werden neben den Beobachtungen an ringmarkierten Vögeln zusätzlich mit Telemetrie an einer kleineren Zahl mit Sendern versehener Vögel untersucht.

mehr Presseinfo des Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg

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Beitrag erstellt am 28. Dezember 2006.

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