NABU.de Tiere & Pflanzen Vögel Nachrichten Spatzen-Hauptstadt Berlin
Berlin ist auch Hauptstadt der Spatzen
120.000 Brutpaare / Wesentlich höhere Dichte als in Köln oder Hamburg
Trotz einer leichten Bestands-Abnahme bleibt Berlin die deutsche Spatzenhauptstadt. Wie Jörg Böhner von der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (BOA) mitteilt, ergaben Stichproben-Untersuchungen eine Gesamtpopulation von rund 120.000 Haussperling-Brutpaaren. Das sind 14 Paare auf zehn Hektar Fläche.
Zum Vergleich: In Hamburg und Köln finden sich lediglich drei bis vier Brutpaare pro zehn Hektar und in London weniger als ein Brutpaar. Auch aus München, Münster und Warschau werden deutliche Rückgänge der Spatzenpopulationen gemeldet. Gibt es keine Umkehr in der Bestandsentwicklung, sind hier Straßen, Plätze und Biergärten möglicherweise bald "spatzenleer".
In Deutschland steht der Haussperling inzwischen auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten. Darin werden solche Arten aufgenommen, die bei einer sich fortsetzenden negativen Bestandsentwicklung sichere Kandidaten für die Rote Liste wären.
Fünf Jahre nach der letzten Spatzenzählung haben Berliner Vogelkundler nach einer standardisierten Methode wurden auf 35 über das Stadtgebiet verteilten Probeflächen die Zahl der anwesenden Haussperlinge erhoben und auf die Gesamtfläche hochgerechnet. Zwar ergab sich gegenüber 2001 ein Minus von elf Prozent, dies liegt aber noch in der natürlichen Schwankungsbreite. Auch die seit 2000 kontinuierlich durchgeführte Erfassung der Winterbestände zeigt bis heute Schwankungen von 20 Prozent, jedoch keinen Rückgang.
Die mit Abstand meisten Sperlinge wurden übrigens im Zoo gezählt - kein Wunder, ist hier doch der Tisch für den Allesfresser und Resteverwerter immer reich gedeckt. Mit 47 beziehungsweise 38 Brutpaaren je zehn Hektar sind Neubau- und Altbau-Wohnblockzonen insgesamt am stärksten besiedelt. Einfamilienhaus-Siedlungen dagegen kommen lediglich auf 18 Paare je zehn Hektar.
Ausführliche Info des NABU Berlin zur Spatzenzählung
Haussperling-Infos zum "Vogel des Jahres 2002" (mit Tonaufnahme)
Berliner NABU-Projekt "Artenschutz am Gebäude"
Beitrag erstellt am 23. November 2006.

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