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Ägypten: Weg frei für die Störche

Weg frei für die Störche

Hauptkorridor des Vogelzugs in Ägypten bleibt auch zukünftig frei von Windparks

Storch Flug

Vor allem die Ostpopulation des Weißstorchs war durch die Windkraftplanungen gefährdet.

21. Juli 2008 - Vor einigen Monaten schreckten Informationen über Windkraftplanungen im Gebiet des Gabal el Zayt in Ägypten die Vogelschützer in Deutschland und Europa auf. Der Gabal el Zayt ist eine Halbinsel im Roten Meer, an der sich der Zug von einem Großteil der Ostpopulation des Weißstorchs und zahlreicher Greifvogelarten konzentriert. Andererseits weist das Gebiet hervorragende Windbedingungen auf, so dass es für Windkraftnutzung geradezu ideal ist.

Die ägyptische Behörde für erneuerbare Energien hatte ein Areal von etwa 700 km² für die Errichtung von Windparks mit einer Gesamtleistung von bis zu 3.000 MW ausgewiesen und suchte Geldgeber für ihre Pläne. Windparks in einer derartigen Dimension hätten jedoch erhebliche Gefahr für Zugvögel heraufbeschworen. Die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hatte Interesse an der Finanzierung eines Windparks gezeigt und eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen.

Ägypten Hurghada

Trotz idealer Windbedingungen wurden die Windkraftplanungen in großen Teilen des Planungsgebietes gestoppt.

Zwischenzeitlich fand ein Treffen zwischen der KfW-Entwicklungsbank und Vertretern des NABU in Frankfurt/M. statt, bei dem die KfW die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie erläuterte und die ihre Planungen präzisierte. Diese Studie stellt die große Bedeutung des Gabal el Zayt für den Vogelzug heraus und macht Vorschläge für die Windkraftnutzung in der Region.

Aufgrund der unterschiedlichen Bedeutung für den Vogelzug ergeben sich drei Zonen. Der größte Teil des Planungsgebietes, eine 370 km² große Zone im Süden, stellt den Hauptzugkorridor für Störche und Greifvögel dar. Deshalb wird hier der Bau von Windparks ausgeschlossen. Die ägyptische Regierung hat sich sogar dazu verpflichtet diese Zone auch zukünftig von Windparks frei zu halten. Dies ist ein substantieller Erfolg für den Vogelschutz.

Windkraft

Dort, wo die Vogelzugaktivitäten gering sind, ist das Gebiet für Windkraft geeignet.

Weiter nördlich schließt sich eine 94 km² große Zone mit geringeren Vogelzugaktivitäten an, in der es nach weiteren ornithologischen Voruntersuchungen zu Planungen kommen kann. Der nördliche Teil ist für den Vogelzug von geringerer Bedeutung und die Geländestruktur ermöglicht es den Vögeln besser zu manövrieren. Letztendlich ist eine 67 km² große Zone für den Bau von Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 420 MW geeignet.

Ganz unproblematisch ist jedoch auch hier die Errichtung von Windkraftanlagen nicht. Gefährdungen für Zugvögel sollen aber durch verschiedene Maßnahmen minimiert werden. Zum einen werden küstennahe Bereiche, wie küstennahe Salzwasserlagunen nicht bebaut. Zum anderen werden die Windkraftanlagen so konstruiert und aufgestellt, dass von Ihnen möglichst wenig Gefahren ausgehen können. Die zukünftige Entwicklung und der Einfluss der Windparks auf das Zuggeschehen wird durch ein Monitoring untersucht.

"Insgesamt ist durch Mitwirkung der KfW ein guter Kompromiss erarbeitet worden," so Dr. Hermann Hötker vom Michael-Otto-Institut im NABU. "Mit der dauerhaften Sicherung des wichtigsten Zugkorridors im Süden ist viel für den Vogelschutz erreicht worden."

Für Rückfragen:
Kai-Michael Thomsen
NABU-Storchenexperte
Tel. 04885-570
nabu-inst.thomsen@t-online.de

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