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Hawaiis Vogelwelt wird immer ärmer

Maui-Gimpel stirbt in Gefangenschaft / Art damit möglicherweise ausgestorben

Maui-Gimpel, Po"o-uli

Maui-Gimpel, auf hawaiianisch Po"o-uli

Die Vogelwelt Hawaiis ist reich an endemischen Arten, die also ausschließlich auf Hawaii vorkommen. Veränderte Umweltbedingungen und vom Menschen eingeführte, fremde Tierarten wie Ratten, Katzen und Mungos haben die endemischen Arten in den letzten Jahrzehnten jedoch stark dezimiert. Neben den Raubtieren machen auch verwilderte Hausschweine den Vögeln zu schaffen. Einerseits indem sie die Regenwälder durchwühlen und so verändern, andererseits weil sie krankheitsübertragende Mücken mitbrachten. Vor allem der Vogelgrippe fielen viele endemische Arten der Hawaii-Inseln zum Opfer.

Dreizehn endemische Landvogelarten Hawaiis sind bereits ausgerottet. Nun ist zu befürchten, dass der Maui-Gimpel die Nummer 14 wird. Ende November ist der einzige Maui-Gimpel in menschlicher Obhut gestorben. "Der tragische Tod dieses einen Vogels bedeutet wohl das Scheitern unserer Rettungsbemühungen für den Maui-Gimpel, denn möglicherweise war er der letzte seiner Art überhaupt", so Stuart Butchart, Koordinator des Global Species Programme beim NABU-Dachverband BirdLife International.

Erst 1973 entdeckt und nun wohl bereits ausgestorben
Der Maui-Gimpel oder Po"o-uli (Melamprosops phaeosoma) ist ein kompakt gebauter, rund 14 Zentimeter großer Vogel mit kurzem Schwanz und gedrungenem, finkenähnlichen Schnabel. Er gehört zu einer der weltweit am stärksten bedrohten Vogelfamilien, die Hawaiianischen Kleidervögeln (Drepanididae). Erst 1973 war die Art an der Nordflanke des Haleakala-Vulkans auf der Insel Maui entdeckt worden. Schon damals betrug der Bestand wohl weniger als 200 Exemplare. Rasch wurde ein Schutzgebiet ausgewiesen, Kernflächen wurden umzäunt und alle verwilderten Hausschweine daraus entfernt. Dennoch waren nach zwanzig Jahren nur noch fünf bis sieben Maui-Gimpel übrig und seit 1997 waren nur noch drei Tiere bekannt.

Die Ursachen für den raschen Rückgang sind vielfältig. Die Nutzungsintensität auf Maui nahm weiter zu, die geeigneten Waldlebensräume schmolzen zusammen. Ratten und die ebenfalls eingeschleppte Knoblauchschnecke haben viele der heimischen Schneckenarten verdrängt und die gehörten zur Hauptnahrung der Maui-Gimpel.

Zusammenführung von Männchen und Weibchen scheiterte
Die letzten drei Gimpel lebten jeweils einzeln in weit voneinander entfernten Revieren im Hanawi-Schutzgebiet und im Haleakala-Nationalpark. Vermehrung auf natürlichem Weg war deshalb praktisch ausgeschlossen. 2002 beschlossen Vogelkundler deshalb, den Maui-Gimpeln auf die Sprünge zu helfen. Ein Weibchen wurde eingefangen und im Revier eines Männchen freigelassen. Die Gimpel wussten das aber nicht zu schätzen. Schon wenige Tage später war das Weibchen wieder ins ein altes Revier zurückgekehrt, ohne dass es zur Paarung gekommen wäre.

Blieb als letzte Maßnahme, ein Vogelpaar einzufangen und in der Voliere zur Fortpflanzung zu bringen. Nach einem ganzen Jahr vergeblicher Nachsuche gelang es dann Anfang September 2004 ein Tier einzufangen. Dieser Vogel ist nun gestorben. Ob die übrigen beiden Vögel überhaupt noch leben, ist ungewiss. Selbst ihr Geschlecht ist nicht sicher. Die Chancen für das Überleben des Maui-Gimpels sind deshalb verschwindend gering. (elg)

Beitrag erstellt am 6. Dezember 2004.

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