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Pinselohrs Tod auf der Autobahn
Pinselohrs Tod auf der Autobahn
Luchs-Herkunft noch unklar: eingewandert oder ausgebüchst?
04. Januar 2007 -
Bei Laichingen im Alb-Donau-Kreis wurde am Neujahrsabend auf der A 8 ein Luchs totgefahren. Wie die Stuttgarter Zeitung meldet, war das Tier gegen 20 Uhr "vom Opel einer Autofahrerin überrollt" worden. Luchse sind in Deutschland äußerst selten. Gesicherte Vorkommen der langbeinigen Raubkatze mit den charakteristischen Pinselohren gibt es lediglich im Bayerischen Wald, im Pfälzer Wald sowie - nach aktiver Wiederansiedlung - im Nationalpark Harz. Bei anderen vereinzelten Luchs-Nachweisen, etwa in der Eifel und in Hessen, ist zumindest die Herkunft der Tiere unklar. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um Flüchtlinge aus Wildparks handelt oder Tiere sogar illegal ausgesetzt wurden.
Mit diesem Plakat werben NABU, Luchs-Initiative und Naturparks für die Rückkehr des Pinselohrs.
In Baden-Württemberg gibt es Luchs-Nachweise bisher aus dem Schwarzwald und neuerdings auch aus dem Donautal. Gemeinsam mit der Luchs-Initiative Baden-Württemberg und den drei Naturparks Südschwarzwald, Schwarzwald Mitte/Nord und Obere Donau will der NABU dem Luchs eine dauerhafte Heimat bieten. In einer gemeinsamen Informationskampagne werben sie für das attraktive Tier. Außerdem ist für jeden nachprüfbaren Luchs-Hinweis eine Prämie von hundert Euro ausgesetzt.
Der Donautal-Luchs wurde seit dem Herbst 2005 bereist mehrfach gesichtet. Neben Spuren und typischen Luchsrissen gelangen auch Aufnahmen per Fotofalle und mit einer Videokamera. Leider ist es nicht auszuschließen, dass es sich bei dem nun überfahrenen Tier um diesen Luchs handelt. Dessen bekanntes Aufenthaltsgebiet liegt rund 90 Kilometer vom Unfallort zurück und eine solche Strecke "ist für Luchse kein Problem", wie NABU-Experte Michael Hug betont. Dagegen spricht zwar, dass sich der Luchs im Oberen Donautal offensichtlich sehr wohl fühlt. "Er hat dort die nötige Ruhe und es gibt Rehe im Überfluss, so dass er immer gut zu fressen hat. Das bisher bekannte Revier ist mit rund 70 Quadratkilometern denn auch vergleichsweise klein", so Hug. Allerdings beginnt nun die Paarungszeit der Luchse und da geraten die Tiere "generell in Bewegung". Das gilt besonders, wenn der Bestand noch so ausgedünnt ist wie derzeit, so dass die Luchse auf der Partnersuche weite Wege zurücklegen.
Der überfahrene Luchs wurde inzwischen zur Untersuchung von Alter und Geschlecht an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg überstellt. Michael Hug hofft nun, dass ein Identitätsabgleich mit dem Donautal-Luchs bereits über dessen durch die Foto- und Videoaufnahmen bekanntes Fellmuster möglich sein wird. Andernfalls müssen die Ergebnisse der Gen-Analysen abgewartet werden. Auf diesem Weg könnte auch eine Zuordnung zu bekannten Wild-Populationen erfolgen. Eine natürliche Zuwanderung wäre vor allem via Oberrheintal aus der Schweiz denkbar, während die bayerischen Vorkommen ebenso wie die in den französischen Vogesen wohl doch zu weit entfernt sind. (elg)
Luchsplakat Baden-Württemberg zum Download (PDF, 1 MB)
Luchsinfos des NABU Baden-Württemberg
Bundesweite Luchs-Infos des NABU

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