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Tierisch gut wohnen in der Stadt
Schöner leben in der Stadt
Warum wilde Tiere sich bei uns so wohl fühlen
Mitten in Berlin leben Füchse, Waschbären und Habichte.
In Berlin leben schätzungsweise 20.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Damit ist die Hauptstadt eine der artenreichsten Metropolen Europas. Die meisten der, teilweise sehr seltenen Wildtiere leben auch in der Stadt eher versteckt und sind, um Kontakte mit Menschen zu vermeiden, vor allem in der Dämmerung und der Nacht aktiv. Dabei sind sie nicht nur am Stadtrand sondern auch durchaus im Zentrum zuhause. Im Park Inn, einem großen Hotel am Alexanderplatz, beispielsweise fühlt sich ein Waschbär wohl. Auf Spielplätzen ziehen Füchse ihre Jungen groß und im Tiergarten brüten Habichte.
Wildschwein-Podcast
Wildschweine haben in der Stadt mindestens so viele Sympathisanten wie Gegner. Derk Ehlert berichtet im Podcast, wie man Wildschweine gefahrlos beobachten kann.
Am Stadtrand sorgen vor allem die Wildschweine immer wieder für großeAufregung. Ein Garten nach dem anderen wird umgegraben. „Es gibt aber mindestens so viele Sympathisanten wie Gegner, was Wildschweine betrifft“, betont Derk Ehlert, der Wildtierreferent der Stadt Berlin. „Und auch wenn es immer wieder Beschwerden gibt, lassen sich diese Probleme oft leicht lösen. Einfache Maßnahmen gegen die ungebetenen Gäste sind beispielsweise wildschweinsichere Zäune und geschlossene Gartenpforten: Außerdem sollte man auf den Komposthaufen keine Speisereste packen, das lockt die Tiere zusätzlich an“, verrät der Experte.
Dass die Tiere aus den ländlichen Gegenden in die Städte ziehen, ist aber kein Berlin-spezifisches Phänomen. Auch in anderen Städten, wie Köln, Hamburg oder Kassel, gibt es inzwischen Füchse, Waschbären und Wildschweine. Die Landflucht hat unterschiedliche Gründe. Zum einen spielt das Klima eine Rolle. In Städten ist es bis zu zehn Grad wärmer als im Umland. Das ist für die Tiere vor allem im Winter interessant, denn je wärmer es ist, desto einfacher ist das Überleben in der kalten Jahreszeit.
„Am Ende entscheiden nicht wir, sondern die Tiere, wo sie sich wohlfühlen", meint Derk Ehlert.
Auch die Landwirtschaft trägt zur Abwanderung bei. Immer mehr artenreiche Wiesen werden in Felder umgewandelt. Dadurch verschwinden wichtige Lebensräume für Tiere. Dass die Pflanzen auf den Feldern vor allem als Monokulturen angebaut werden, verschärft das Problem zusätzlich. Einzig die Wildschweine profitieren vom Energiepflanzen-Anbau. In Maisfeldern finden sie ausreichend Nahrung und gute Verstecke. Doch weil die Population durch die guten Bedingungen ständig wächst, drängt es auch die Schwarzkittel in die Stadt. Dort gibt es Mülltonnen und Komposthaufen, satte Gartenböden und Obstbäume die auf einfachem Wege die Ernährung sichern und es gibt keine Jäger. Das ist ein weiterer guter Grund, Asyl in der Stadt zu suchen. „Natürlich führt es zu Konflikten, wenn immer mehr Wildtiere bei uns leben. Doch die Diskussion, ob wir es schön finden oder nicht, ist eigentlich nichtig. Denn wo sie sich wohlfühlen, entscheiden nicht wir, sondern die Tiere selber“, so Derk Ehlert.
Und wir haben den klaren Vorteil, dass wir nicht mehr weit fahren müssen, um wilde Tiere zu beobachten. Wir müssen lediglich mit offenen Augen durch unsere Stadt laufen.
Derk Ehlert im Porträt
Ansteckende Begeisterung
Am Berliner Stadtrand graben Wildschweine so manchen Garten um und Füchse, beim Stadtbewohner als Überträger von Tollwut und Bandwürmer bekannt, machen Eltern in der Innenstadt Angst. Um all diese Sorgen und Probleme kümmert sich Wildtierreferent Derk Ehlert.
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Wildtiere in der Stadt
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Im Schlaraffenland
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Integrierte Neubürger
Die schleswig-holsteinischen Tierarten Waschbär, Marderhund und Mink gelten als unerwünschte Neubürger und haben deswegen eine sehr lange Jagdperiode. Längst zeigen jedoch seriöse Untersuchungsergebnisse, dass sie sich bei uns ohne dramatische Folgen einfügen.
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