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Eine Million für die Große Hufeisennase

Eine Million für die Große Hufeisennase

Fledermaushaus im bayerischen Hohenburg gesichert

Große Hufeisennase

Große Hufeisennase in einem Höhlenquartier


01. August 2011 – Die Große Hufeisennase ist Deutschlands seltenste Fledermaus: Rote-Liste-Kategorie 1 – „vom Aussterben bedroht“. Einst kam die wärmeliebende Art in weiten Teilen des Südddeutschlands vor, heute ist nur noch eine einzige kleine Kolonie übrig. In Hohenburg im bayerischen Landkreis Amberg-Sulzbach (Oberpfalz) ziehen die Fledermausmütter in einem alten Dachstuhl Jahr für Jahr ihren Nachwuchs groß. Die nächsten Vorkommen liegen in Luxemburg und Lothringen, der Schweiz sowie in den österreichischen Alpen.

Ortstreue Tiere
Entdeckt wurde das Hohenburger Quartier 1992. Hufeisennasen sind ausgesprochen ortstreu. Solange die Bedingungen stimmen und die Tiere nicht gestört werden, suchen sie im Sommer immer wieder den gleichen Ort auf. Nach zweijähriger Sanierung wurde das Quartier nun als „Fledermaushaus“ gesichert. Hierfür flossen unter anderem 1,1 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket des Bundes.

30 Gramm Fledermaus
Große Hufeisennase


Die Große Hufeisennase kommt in einem Gürtel von Europa und Nordafrika über Kleinasien bis nach Nordindien, China und Japan vor. Mit einer Flügelspannweite von 40 Zentimetern ist sie einer der größten heimischen Fledermausarten. Dabei wiegen die Tiere nur 20 bis 30 Gramm. Ihren Namen hat die Hufeisennase von der Form des Hautaufsatzes auf der Nase, der hilft, Schallwellen zu bündeln.

Die Männchen der Großen Hufeisennase paaren sich mit allen Weibchen einer Familie. Die Weibchen bekommen maximal ein Junges pro Jahr. Diese niedrige Reproduktionsrate macht die Art besonders anfällig. Mit bis zu 30 Jahren kann sie ein hohes Alter erreichen.

Dank einer Videoanlage können die Hufeisennasen und ihre Jungtiere künftig von jedermann beobachtet werden. „Das Artenschutzprojekt verbindet nachhaltigen Artenschutz und besondere Naturerlebnisse für die Menschen in der Region. Es trägt damit auch zur touristischen Entwicklung der Region bei“, hofft Bayerns Umwelt-Staatssekretärin Melanie Huml.

Die Wochenstube wird in der Regel ab April bezogen, im Juni und Juli kommt dann der Nachwuchs auf die Welt. Derzeit leben im Dachstuhl rund 40 Weibchen mit 30 Jungtieren. Die rund 30 Männchen der Population leben in der Umgebung. Die Jungtiere sind zwar bereits mit zweieinhalb Wochen flügge, sie werden aber rund sieben Wochen lang von den Müttern gesäugt. Für den Winterschlaf suchen die Hufeisennasen Höhlen und Gewölbe auf.

Die Große Hufeisennase erbeutet ihre Insektennahrung meist im niedrigen Suchflug. Laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat der Schutz vorhandener und die Schaffung neuer Quartiere höchste Bedeutung für die Art. Außerdem sollten nach BfN-Angaben „im Radius von 3,5 Kilometern um eine Wochenstube mindestens 30 Prozent der Fläche als Jagdgebiet geeignet und die Landschaft muss vielfältig und reich an Grenzstrukturen sein“.

Der bayerische NABU-Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) gehört mit zur Trägergemeinschaft des Fledermaushauses. Für die EU-weit unter strengstem Schutz stehende Große Hufeisennase hat der LBV nun in Brüssel ein Projekt eingereicht, mit dem ab 2012 ihr Lebensraum verbessert werden soll. Im Vordergrund steht die Auflichtung verbuschter und bewaldeter ehemaliger Weideflächen und die dauerhafte Offenhaltung durch Rinderbweidung.

Verwandtschaftsverhältnisse untersuchen
Um mehr über die Große Hufeisennase zu erfahren, sollen die Fledermäuse in Sommer- wie im Winterquartiere erfasst werden, das Spektrum der Beutetiere und der Fledermauskot untersucht werden. Schließlich sollen mittels Genanalysen die Verwandtschaftsverhältnisse zu den anderen mitteleuropäischen Populationen geklärt werden. In das Projekt soll auch der südlich von Hohenfels gelegene, 16.000 Hektar große Truppenübungsplatz der US-Streitkräfte einbezogen werden. (elg)

mehr LBV-Info zum Projekt Große Hufeisennase

mehr Artenporträt und tolle Bilder des Naturfotografen Klaus Bogon

mehr Wikipedia-Info zur Großen Hufeisennase

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